Schlagwort: Autismus-Spektrum

Ratschläge und Autistinnen

Gerade eben habe ich den wunderbaren Ratschlag bekommen, dass ich doch die Kommentare selbst schreiben sollte, dann steht da immer nur was ich lesen will👹. Was dieser Ratschlag für Autisten ist, dass kann ein nicht-neurodivergenter Mensch nicht ums Verrecken nachvollziehen und schon gar nicht verstehen.

Mir ist das sogar eine Backpfeife!

Es scheint mir fast so, als ob manche Menschen nicht begreifen, wie unterschiedlich verschiedene Köpfe sind und dass bestimmte Verhaltensweisen nicht einfach in diese oder eine andere Kategorien fallen. Ich bin nicht falsch, du bist nicht falsch – wir sind allesamt anders. Gerade schriftlich fällt es mir schwer – dabei dachte ich, es ist leichter – mich präzise auszudrücken. Aber auch Schriftsprache kann – ich erfahre es gerade einmal wieder schmerzhaft – so oder so ausgelegt werden. Miteinander reden ist immer gut. Nachfragen. Verständniskeitsfragen stellen, so habe ich es bei meinem Vater gelernt, hilft. 

Ich verstehe neurotypische Menschen oftmals nicht. Das, was sie voraussetzen, dass man doch wissen muss – Höflichkeitsregeln z. B. hinterfrage ich. Nicht, weil ich unhöflich sein will, sondern deswegen , weil manche Plattitüde unnötig ist …  

 

versetzt

Ich bin versetzt worden – nicht absichtlich – aber es macht etwas mit mir. 

Ich, die immer überpünktlich bin – Autisten haben diese Angewohnheit, erst wollte ich Macke schreiben, aber das ist negativ besetzt – war vorbereitet und ich habe mir die Zeit freigehalten. Wäsche zusammenlegen, dazu hatte ich, laut meinem inneren Plan, genug Zeit danach. 

Es kam aber die Frau nicht, die mir bei dem Blindenantrag für Carsten helfen wollte. Wäsche zusammenlegen konnte ich auch nicht, weil das meine Ordnung durcheinandergebracht hätte. Ein Anruf bei ihr landete auf dem Anrufbeantworter. Jetzt sitze ich hier, habe inzwischen mit der Wäsche begonnen, und warte auf den Rückruf ihrerseits. Ich kann nicht aus dem Haus, weil ich dann meinerseits nicht erreichbar wäre (meine ich). Mein ganzes Konzept stürzt zusammen. Mir geht es verdammt schlecht damit, weil ich nämlich so darauf gehofft habe, heute etwas abschließen zu können.

Außerdem, oder vielleicht deswegen, ist mein Kiefer total angespannt, das Provisorium in meinem Mund fühlt sich als Fremdkörper an – die Zahnbehandlung wird langwierig und teuer. Wenigstens den Junioren geht‘s prächtig. ❤️ 

∙∙∙∙∙

10:18 Uhr – es hat sich geklärt. Eine von uns – wer tut nicht zur Sache – hat den Tag verwechselt. Sie kommt morgen.

Erkenntnis

Ich wohne gern allein in mir. Hin und wieder freue ich mich über Besuch. Und zu Dir hinüber würde ich sogar eine feste Brücke bauen.

Diejenige, für die diese Zeilen bestimmt sind, wird es erkennen! Ich denke allerdings – und das ist ganz neu für mich – dass ich viel mehr, als nur eine Brücke bauen könnte.  Es liegt an mir, ich habe mein Misstrauen hinterfragt und festgestellt, dass es (oft) total unnötig ist.

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