Behinderung, Gedanken

und eine Stippvisite

Sie wollen uns nicht! Alle drei dürfen wir nur in die Notaufnahme. Dort müsste ich mich dann teilen. Mit dem einen Teil dableiben, beim Kerle – mit dem anderen Teil nach Hause fahren, mit dem Töchting. Da hilft kein noch so vieles reden, keine Argumente, noch nicht einmal Tränen. Warten wir die Infusion ab und fahren wieder.

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen. […]
Heinrich Heine

Behinderung, Gedanken

hysterisch

Als es eben wieder anfing sehr stark zu regnen habe ich kurz geschrien, bin in Panik nach draußen gelaufen und wollte die Teppiche reinholen. Das habe ich auch geschafft. Die Musikerkollegin von der Band der Junioren war gerade da und hat geholfen. Dieser Starkregen fiel milde aus – er wurde keiner – aber es regnet immer noch leise vor sich hin. Der eine Wollteppich hängt nun über dem Treppengeländer, der aus Kunstfaser ist schon fast trocken. Im Keller müffelt es, mein Töchting ist in ihr Zimmer geflüchtet, der Kerle ins Bett, ich kaue Fingernägel und schwebe 10 cm übern Boden, weil meine wackligen Knie aus den verschiedensten Gründen mich nicht tragen können. Carsten hat heute mit Mühe und Not eine Handvoll Kekse gegessen, Wiebke isst justament einen Quark. Wenn es blitzt und donnert, etwas heftiger regnet, dann spüre ich eine leichte Ängstlichkeit bei den Junioren. Das Buch übers Wetter, wie Gewitter und Regen entsteht musste ich mit dem Töchting 2einhalb mal angucken – bis es blitze! Dann raste sie ins Zimmer und die Tür war zu. Der Kerle sagte: „Du Mama, das will ich gar nicht so genau wieder wissen. Das, was ich weiß, das reicht mir schon!“

Ich habe gewaschen, ein bisschen umgeräumt, Katzenstreu um die Möbel verteilt und bin hundemüde. Falls heute Nacht die Feuerwehr von Gegenüber wieder ausrückt, dann bin ich die beste und lauteste Sirene!

21:16:19 Nachtrag: