Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

Everybody’s Darling

Everybody’s Darling – irgendwie schafft der Kerle es immer wieder jeden für sich zu gewinnen. Auch heute! Die Mama meiner Freundin hat Flachswickel gebacken und was macht mein Sohn? Er lobt sie mit drölftauseneinhundertvierunddreiundzwanzig Worten. Er redet und redet und freut sich, dass er das Gebäck essen darf und wickelt nebenbei sämtliche weibliche Familienmitglieder um den kleinen Finger. Nur in den Mund steckt er ganz kleine Miniportionen und alles dauert ewig lange. Das Töchting sitzt derweil vor ihrem Kuchenteller und mampft den köstlichsten Nusskuchen mit frischen Früchten. Sie grinst stille vor sich hin und freut sich diebisch, wenn alle NEIN rufen, als sie sich mit Sahne absichtlich bekleckern will.

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Ich bin erschossen, müde, völlig ausgepowert, denn so charmant, wie mein Sohn sein kann, so schnell kann sich der Spieß umdrehen und er fängt an zu husten, um im nächsten Moment, völlig ausgekotzt, das größte kleine Elend zu sein, das ich persönlich kenne.

 

 

Behinderung, Gedanken

und eine Stippvisite

Sie wollen uns nicht! Alle drei dürfen wir nur in die Notaufnahme. Dort müsste ich mich dann teilen. Mit dem einen Teil dableiben, beim Kerle – mit dem anderen Teil nach Hause fahren, mit dem Töchting. Da hilft kein noch so vieles reden, keine Argumente, noch nicht einmal Tränen. Warten wir die Infusion ab und fahren wieder.

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen. […]
Heinrich Heine