Allgemein, Alltag, Gedankenchaos

beantworten

Ich beantworte nicht jeden Kommentar in meinem Blog. Manche Kommentare sind für mich eher Smalltalk oder so banal, dass ich dazu nichts Sinnvolles sagen möchte. Bevor ich dann zynisch oder belehrend reagiere, lasse ich es lieber bei einem freundlichen Schweigen.

Und noch etwas, das mir wichtig ist: Ich mag keine Umarmungen – weder im echten Leben noch virtuell. Für mich ist körperliche oder symbolische Nähe etwas sehr Persönliches und Intimes. Ich brauche meine Privatsphäre, meinen eigenen Raum und einen Rückzugsort. Das ist nicht gegen jemanden gerichtet, sondern einfach eine Grenze, die ich für mich brauche und bitte respektiert haben möchte.

Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Junioren

Familie ist nichts für Feiglinge

ein Baby, in diesem Fall ich, im Abfalleimer.
ein Baby, in diesem Fall ich, im Abfalleimer.

 Familie bedeutet nicht nur die schönen Momente miteinander zu teilen. Familie bedeutet auch, sich gegenseitig auszuhalten, wenn das Leben anders verläuft als geplant. Wenn man zwei Kinder mit Behinderungen hat, verändert sich vieles. Der Alltag ist oft intensiver, die Sorgen sind größer und manche Herausforderungen kann man nur schwer erklären, wenn man sie nicht selbst erlebt. Manchmal verändert das auch Beziehungen innerhalb der eigenen Familie. Das kann unglaublich weh tun.

Vor allem dann, wenn man das Gefühl bekommt, nicht mehr richtig dazuzugehören. Wenn Begegnungen seltener werden, Gespräche schwieriger oder man sich fragt, ob das eigene Leben für andere vielleicht zu kompliziert geworden ist. Ich glaube aber auch, dass Ausgrenzung nicht immer aus Ablehnung entsteht. Manchmal steckt Unsicherheit dahinter. Überforderung. Hilflosigkeit. Vielleicht auch die Angst, etwas Falsches zu sagen oder nicht zu wissen, wie man mit einer Situation umgehen soll. Und manchmal entfernen sich Menschen voneinander, ohne dass einer von beiden das wirklich beabsichtigt. Dennoch tut es weh. Denn gerade wenn das eigene Leben viele Herausforderungen mit sich bringt, wünscht man sich von der Familie vor allem eines: Verständnis. Nicht unbedingt Lösungen. Nicht perfekte Worte. Einfach das Gefühl: „Wir gehören zusammen, auch wenn unser Leben manchmal schwierig ist.“ Ich wünsche mir, dass wir als Familien mehr miteinander reden. Dass wir uns trauen zu sagen, wenn wir verletzt sind. Dass wir auch die Perspektive des anderen hören. Dass wir nicht sofort urteilen, sondern versuchen zu verstehen.

Vielleicht müssen wir alle manchmal einen Schritt aufeinander zugehen. Vielleicht müssen wir lernen, dass niemand alles richtig machen kann. Nicht ich, die jeden Tag ihr Bestes gibt. Und auch nicht die Angehörigen, die manchmal nicht wissen, wie sie helfen können. Familie bedeutet für mich nicht, dass immer alles harmonisch sein muss. Familie bedeutet, dass man trotz aller Unterschiede versucht, miteinander verbunden zu bleiben. Dass man Fehler verzeihen kann. Dass man Fragen stellen darf. Dass man lernen darf. Und dass man sich vielleicht irgendwann wieder begegnet – nicht mit Vorwürfen, sondern mit dem Wunsch, einander besser zu verstehen.

Denn hinter jeder Familie stehen Menschen mit ihren eigenen Ängsten, Grenzen und Geschichten. Und vielleicht ist genau das die Stärke von Familie: Nicht, dass niemand jemals verletzt wird. Sondern dass man trotz Verletzungen immer wieder versucht, aufeinander zuzugehen. Ich wünsche mir, dass meine Kinder erleben dürfen, dass Familie ein Ort sein kann, an dem man nicht perfekt sein muss. Ein Ort, an dem Anderssein selbstverständlich sein darf. Ein Ort, an dem man nicht erklären muss, warum das eigene Leben anders ist. Und vielleicht beginnt Versöhnung manchmal mit einem ganz einfachen Satz: „Lass uns noch einmal miteinander reden.“

Denn Familie ist nichts für Feiglinge. Aber vielleicht ist sie genau deshalb etwas, für das es sich lohnt, mutig zu bleiben.

Familie, Gedankenchaos

hinterher laufen

Ich werde niemanden hinterher laufen, die schneller sind, als ich. Weil ich sie sowieso nie einholen kann. Einzig und allein wäre gut, die Person würde anhalten und warten, wenn ich es ihr Wert bin.

Es trennt sich die Spreu vom Weizen ( das Gute vom Schlechten, das Verwertbare vom Nutzlosen). Menschen, die so gar kein Interesse an der Behinderung der Junioren haben, obwohl es sie und ihre Nachkommen  betrifft, weil die Genveränderung auch in ihrem Erbgut liegen könnte, diesen Menschen laufe ich nicht mehr hinterher. Ich bin meiner Informationspflicht nachgekommen. Was sie damit anfangen, liegt nicht mehr in meinen Händen.