Es ist viel passiert. Montags ging‘s los und da war es schon ziemlich aufregend. Wir wussten schon, wie das Syndrom heißt, und im Vorfeld hatte ich mich, so gut es ging, schlau gemacht. Aber dann die Mediziner*innen zu hören, wie stolz sie waren und uns mehr erzählen konnten, dass die Junioren extrabesonders sind, das war schon spannend.
Den Dienstag hatte ich gedacht, brauchen wir, um runterzukommen. Wir waren schwimmen. Die Junioren, so klein, wie sie sind, sind nicht zu übersehen. Eine Frau schwamm auf uns zu und erzählte, dass sie einmal Heilerziehungspflegerin war. Es entspann sich ein gutes Gespräch. Der Kerl ließ sich die Füße massieren und war in seinem Element, quatschte, redete, fragte aus und schwamm noch zu anderen Badenden und fragte wieder. Er kam zu mir zurück und erzählte von Svetlana und Jo und wollte noch mal zur Frau, die so toll massieren konnte – schließlich haben wir Nummern ausgetauscht.
Eine Bekannte hat meine Gedichte gelesen und mich eingeladen, diese demnächst einmal öffentlich vorzutragen.
War es Mittwoch, als ich den Verwandten die Information weitergab? Jedenfalls kam kaum Reaktion und von einer Person nur, aufgrund meiner Wortwahl, olle Kamellen und nichts zum Thema. Jetzt ist mir wirklich Wurscht, was sie mit der Mitteilung anfangen. Ich gebe, auf Anfrage, gerne weitere Auskunft, werde aber ansonsten meine Klappe halten. Am Nachmittag kam die Bandkollegin mit Nachrichten, die auch nicht schön waren.
Donnerstags war noch mal Behördentag mit Hindernissen. Fragt nicht nach, ich mag nicht erzählen. Am Nachmittag waren wir zusammen mit einer Freundin im kleinen Tierpark. Niedlich! Besonders der Schimpanse, der mit uns Verstecken gespielt hat. Er hatte eine Kuscheldecke und hielt sie vor die Scheibe und machte wie ein Baby: guck-guck-da! Neugierig war dieses Tier, ganz interessiert an den Rollstühlen.
Aber Carsten ist nicht der Kerl, wenn er nicht jemand kennenlernt. Ein kleines Mädchen hat bei der Affenfütterung für ihn in der ersten Reihe Platz gemacht und ihm anschließend Konkurrenz gemacht. Sie redete und zeigte und erklärte, zeigte auf ein Affenbaby, das anscheinend kein Futter abbekommen hat und hüpfte von einer Ecke in die andere. Sie begleitete uns dann eine Weile und fand uns auch, nachdem sie sich ein Eis geholt hat, wieder. Sie tanzte um uns herum und wollte von den Tieren, von mir, vom Kerle, vom Töchting und von unserer Freundin alles wissen – alles gleichzeitig.
Am Ende haben wir uns ein bisschen traurig auf dem Parkplatz verabschiedet.
Freitagmorgen musste ich noch einmal Behördenkram erledigen – mit Bauchschmerzen und Formulierungsschwierigkeiten.
Nachmittags kam Frankreichbesuch. Ein ebenfalls behinderter Mann mit seiner Mutter. Aber irgendwie ist der gar nicht behindert, sondern sehr schlau. Wir haben gespielt und waren am See spazieren. Das Töchterchen hat ihre Kappe zu den freilaufenden Hühnern geschmissen, der Zaun war elektrisch geladen und ein langer Stock, geschickt eingesetzt, hat den Hut vor der Zerstückelung gerettet.
Heute kommen noch drei Freizeitbegleiter die Junioren kennenlernen, denn nächste Woche Freitag sind meine beiden auf Achse …