Behinderung, Familie, Junioren

mein Sonntagmorgen

Er beginnt heute ohne Bauchweh. Ohne, dass etwas grummelt. In den Juniorenzimmern ist es still, ich höre Kakadu – noch im Bett. Kleckere mit dem Kaffee und wische die kleine Pfütze einfach weg. Die Vögel haben ihr Morgenkonzert langsam beendet und ich mag nicht aufstehen. Zum Anziehen liegt da immer noch die olle Jeans von gestern, doch ich will wenigstens eine schicke Bluse anhaben.

Der Kerle pennt, ich scheuche ihn kurz hoch und bestücke die Magensonde. Fertig. Keine zwei Sekunden liegt er wieder in Morpheus Armen – es sei ihm gegönnt, wir können eh nirgendwohin. Mein Töchting schläft. Wie man so schlafen kann, ist mir immer noch ein Rätsel. Der linke Arm nach oben gestreckt, der rechte unterm Po, das eine Bein fast lang und das andere bis unters Knie hochgezogen. Just im Moment wird sie wach, ich höre sie murmeln, leise singen. Ein Lied, dessen Text ich nicht kann, weil ich die Sprache nicht kenne. Mein Mädchen bekommt einen Kakao. Ich hoffe inständig – sie trinkt ihn auch.

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Maimorgen

So mag sich wieder blinde Nacht
zum reinsten Morgen klären,
sich Lebensglück aus Lebensmacht
in neuem Glanz gebären.

Der Nebel flieht, als ob er Ried
und Wald auf ewig flöhe,
und meine Seele ist das Lied
der Lerchen in der Höhe.

Christian Morgenstern

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Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

Weltgefüge

Mir bricht gerade, mein mühsam aufrechterhaltenes Weltgefüge auseinander. Es geht hü und hott. Heute war des Töchtings* (*bitte in den Kommentaren auch keine realen Namen mehr nennen – weder den der Junioren, noch meinen) Test in der Werkstatt wieder positiv. Gestern eindeutig negativ  – auch am Abend! Ich werde irre. Mich macht das wahnsinnig. Dieses rauf und runter – hü, hott, rein, raus – Achterbahn. 

Was mich fertig macht, ist, dass ich alles alleine ausmachen muss. Alle Ängste alleine ausstehen muss, dass mir niemand wirklich zur Seite steht. Ich habe Angst, auch wenn Omikron lange nicht so schlimm ist. Für den Kerle ist es schlimm, er hat nichts zuzusetzen. Noch ist er negativ, ich auch. Aber was ist, wenn? Ich bin fix und fertig und dabei völlig allein!

 

Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

Kalt

Beachte immer, dass nichts bleibt, wie es ist und denke daran,
dass die Natur immer wieder ihre Formen wechselt. | Marc Aurel 

Im Regen zu wandern – meine Güte, wie kalt ist es. Im Regen auf ein Schnelltestergebnis zu warten, das dann glücklicherweise negativ ist, was ich nicht anders erwartet hatte, da friert man. Ich friere, friere, wie das Ulmer Schneiderlein.

Also, die Junioren sind wieder in der Werkstatt. Das ist aber auch schon fast alles. Beide sind gesund und doch behindert! Gesund? Der Kerle hustet sich die Seele aus dem Leib und niemand weiß warum. Unser Hausarzt auch nicht. Das rechne ich ihm hoch an. Der Kerle soll zum Pneumologen und da fangen die Probleme an – mein Lungenarzt ist kein guter und zudem hektisch, außerdem nimmt er keine neue Patienten an und ich will da auch nicht mehr hin! Barrierefreie Lungenarztpraxen gibts hier kaum – es gibt überhaupt wenig Lungenärzte.

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Kuddelmuddelgedankenchaos – zu mehr reicht`s grad nicht. Der Kopf ist rund, damit die Gedanken kreisen können.