Behinderung, Familie, Kuddelmuddel

Absage

Kurz vor knapp bekomme ich eine Absage! Gerade will ich meine Junioren zusammenpacken, da kommt eine knappe Nachricht: Heute leider kein Treff! Die Enttäuschung meiner Kinder war grenzenlos. Meine aber auch. Denn donnerstags ist auch Quasseltag für mich, da bringe ich den Kerle und das Töchting ins Nachbardorf und fahre selbst noch ein Eckchen weiter und sitze ein gutes Stündchen bei der Freundin, mit der der Redestoff nie ausgeht. Alle waren wir etwas traurig! Und meine Junioren sind tatsächlich ein bisschen unflexibel, wollten sie nicht mit mir zusammen ins übernächste Dörfchen zur Freundin fahren …

Familie, Kuddelmuddel

Fledermäuse kann ich nicht fotografieren

Sie sind einfach zu schnell und zu elegant! Wie sie immer haarscharf am Giebel vorbeifliegen und im Flug die Fliegen fangen. Gestern Abend habe ich frierend auf der Terrasse gesessen und ins Nichts geschaut. Nur die Fledermäuse leisteten mir Gesellschaft. Alles andere war weg. Nur ich und die Nacht. Atmen und sitzen, Stille aushalten und nichts denken – an keinen Wasserschaden, für den ich keine Versicherung habe, an keinen sehr dünnen Kerle, an kein Töchting, das aus Solidarität auch nichts trinkt, an keine Bauchschmerzen, weil ich diese mit Gin betäubt habe. Ruhig, gelassen, halbwegs entspannt habe ich den Fledermäusen hinterher geguckt und nicht einmal versucht, sie zu fotografieren.

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Kniehang

Ich wollte, ich wär‘ eine Fledermaus,
Eine ganz verluschte, verlauste,
Dann hing ich mich früh in ein Warenhaus
Und flederte nachts und mauste,
Daß es Herrn Silberstein grauste.
Denn Meterflaus, Fliedermus, Fledermaus –
(Es geht nicht mehr; mein Verstand läuft aus.)

Joachim Ringelnatz