Behinderung, Familie, Kuddelmuddel

Bequemlichkeit

Es beginnt mit einer Frage: Soll ich mir mein Töchting schnappen und sie einfach aufs Klo setzen? Auch dann, wenn es unter größtem Protest passiert, ich sie gar nicht richtig tragen kann und die gute Laune schlagartig perdü ist?  Allerdings könnte es sein, wenn ich das Procedere nicht veranstalte, dass das Bett nass wird und ich es abziehen, waschen und wieder aufziehen darf/muss. 

Ein Dilemma, das auch mit meiner sonntagmorgendlichen Bequemlichkeit zu tun hat. Da heißt es abzuwägen, eine mosernde Tochter auszuhalten und kein vollgepinkeltes Bett, oder eine fröhliche Wiebke und möglicherweise einen Waschtag am Sonntag zu haben. 

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Bequemlichkeit scheint auch zu sein, dass ich mich mit manchen Menschen einfach nicht auseinandersetzen mag. Einige nennen es auch Feigheit – ich sage, dass es Schutz ist. Gestern Abend zum Beispiel nach dem schönen Konzert in der eisigen dunklen Stadtkirche habe ich eine (vermeintliche) Akademiefreundin gesehen. Da meine Junioren dabei waren, ich also nicht so beweglich war, mich durch die Menschen hätte schlängeln müssen, habe ich erst gar nicht versucht die Frau anzusprechen. Natürlich hätte ich Carsten & Wiebke kurz bei der Helferin stehen lassen – diese war allerdings selbst in ein Gespräch vertieft – und ich hätte die Freundin begrüßen können. Ich habe es nicht gemacht, es war bequemer am sicheren Ort zu bleiben. 

Vieles ist für mich vordergründig Bequemlichkeit. Im Nachklapp stellt sich manches – nicht die Situation heute Morgen, ich habe übrigens mein Töchting ohne Murren aufs Klo gesetzt, musste sie allerdings auch gleich anziehen und mein Kaffee wurde eiskalt wie die gestrige Kirche. Im Nachhinein stellt sich manche vermeintliche Bequemlichkeit als etwas ganz anderes heraus. Nicht immer gut – aber immerhin habe ich etwas entschieden … 

Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

der Tag beginnt

Es ist Sonnabend und eigentlich der faule Tag der Junioren. Gut jetzt darf er noch so sein, aber bald wird es mit der Ruhe vorbei sein.

Just in dem Moment fängt Nachbars Kettensäge an. Drei Bäume werden gefällt. Eine stattliche Buche und zwei mickrige Fichten. Ein Höllenlärm, der uns wahrscheinlich den Vormittag begleitet. Noch singt Wiebke dagegen an. Noch tut der Kerle so, als ob er schläft. Wir werden sehen und hören, was passiert.

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Von Covid-19, überhaupt von Corona, der ganzen Pandemie habe ich die Nase voll. Ich mag’s nicht mehr hören. Das heißt nicht, dass ich mich nicht an die Vorschriften halte. Ganz im Gegenteil – wir befolgen diese sehr akribisch. Sie, die Vorschriften und was daraus resultiert, bestimmen unser Leben. Wir bunkern uns ein, da wir alle zur gefährdeten Risikogruppe gehören. Dennoch werden wir heute noch zu einem Konzert gehen, mit dem größtmöglichen Sicherheitsabstand. Morgen? Morgen soll es, laut Wetterbericht, sowieso regnen. Wird der faule Tag einfach auf den nächsten verschoben…