Allgemein, Asperger Syndrom, Gedanken

ich muss

Und schon beginnt es in meinem Kopf zu rattern. Dabei wollte ich eigentlich nur schreiben, dass ich mich von Zwängen freimachen muss. Ich muss nicht. Das ist vermutlich auch nicht der richtige Satzanfang, weil das nicht ja im Unterbewusstsein gar nicht gehört wird – übrig bleibt müssen.

Müssen, muss ich viel zu viel! Dabei ist müssen müssen, gar nicht das Riesenproblem. Denn einiges von dem müssen, ist tatsächlich auch ein wollen!

Allerdings, und das werde ich mir endlich hinter die Ohren schreiben, muss ich nicht sofort auf anderer Menschen Vorwürfe mir gegenüber reagieren. Meistens ist es nur deren Frust geschuldet. Sie haben Dampf abgelassen und der Druck ist aus dem Kessel. Sehr viel von diesem Druck landet dann bei mir. Werkstatt, Junioren, Helferinnen, Garten, etc. pp. Die Wunschtochter braucht jemanden um sich auszuheulen. Deren Tochter, die mich inzwischen phasenweise auch als Oma sieht, holt sich Rat bei mir. Doch so ungern, wie ich Ratschläge haben möchte, so ungern und noch viel weniger, gebe ich selbst welche. Es steht mir nicht zu und außerdem sollte jeder seine/ihre eigene Verantwortung tragen. Ich höre dennoch zu! Höre der Pastorenfreundin zu […]

Erinnerungen, Gedanken

Heute …

… feiere ich Geburtstag! Allein – ohne Geburtstagskind – und ich habe große Sehnsucht!

Vor 10 Jahren war es ein sehr freudiger Tag. MamS ist mit viel Elan und Hackfleischklopsen und Gummibärchen zur Arbeit gefahren. Es sollte dort sein letzter Geburtstag sein. Dass es sein letzter Geburtstag überhaupt wurde, das ahnte damals niemand. Er schien gesund, fröhlich in Erwartung seines Ruhestands ausgesprochen euphorisch zu sein.

Der Sommertag war dann auch sehr schön!

Umso schwerer fällt es mir heute zurückzublicken. Kein halbes Jahr später war er nicht mehr da. Niemand mehr da, mit dem ich mich streiten kann. So richtig streiten kann, dass die Fetzen fliegen und gleich darauf die herzlichste Umarmung kommt. Er fehlt mir unendlich. Er fehlt den Junioren. Sie sind heute nicht in die Werkstatt gefahren.

Auch deswegen nicht, weil wir gestern Abend auf einem wunderschönen Chorkonzert waren. Der Kerle hat einen neuen französischen Freund und das Leben geht weiter.

Behinderung, Frage, Gedanken, Musik

ist das jetzt böse?

Nicht wirklich – obwohl die beiden Herren wahrscheinlich diese Wortwahl auch auf den Kieker haben. Dieser Jungendlichkeitswahn geht mir auf den Keks. Aber, im Grunde genommen geht mich das auch gar nichts an. Erstens bin ich über fünfzig und zweitens habe ich keine Zöpfe.

Ich habe meine Füße im Wasser stehen, werde da gleich auf die Nägel roten Lack pinseln, mir mein Buch schnappen und heute bis in die Puppen lesen. Die Junioren sind auf Achse!

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Kann man eigentlich eine Fischkonserve ohne sich vollzuspritzen aufmachen? Hat das schon mal jemand geschafft?

Gedanken, Gedicht

ist es ein Trost?

Weine aus die entfesselte Schwere der Angst
Zwei Schmetterlinge halten das Gewicht der Welten für dich
und ich lege deine Träne in dieses Wort:
Deine Angst ist ins Leuchten geraten

© Nelly Sachs

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Meine Angst verflüchtigt sich von Zeit zu Zeit. Ich wünschte mir, ich könnte sie ins Leuchten bringen und sie bewundernd angucken. Denn, dann könnte ich sie benennen und angehen, sie umarmen, annehmen und als ein Teil von mir sehen. Ich müsste sie nicht lieben müssen – aber auch nicht bekämpfen…