Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

Sonntagabend

 

Gibt es einen originelleren Titel, als ausgerechnet Sonntagabend? Bestimmt! Aber genauso unoriginell war unser Sonntag, vielleicht bis auf die Tatsache, dass der Kerle zwei Toastbrote mit Lachscreme (die Autokorrektur möchte daraus Nachtcreme machen) gegessen hat. Baff bin ich da schon ein wenig. Wann hat mein Sohn das letzte Mal so viel gegessen? Ganz ehrlich, ich mag Lachscreme auch! Aber ich sollte nicht so viel davon essen, denn die Kalorien sind heavy – besonders nachdem ich die Creme selber mache und weiß, was da drin ist. Aber was tue ich nicht alles, damit der Kerle ein bisschen mehr wird?

Und dann war da noch die Nacht: In der Enge der Höhle war es bitterkalt, da halfen auch die unzähligen Decken und Eisbärenfelle wenig – sie wärmten einfach nicht! Eckhard, an den ich mich kuschelte, legte liebevoll den Arm um mich, denn er spürte, mich machte das Geheule der Wölfe nervös.

Sehen konnte ich sie nicht, aber ihre Anwesenheit war spürbar in dieser unendlichen Weite, da draußen im Winter. Wie nah waren sie schon an uns herangekommen? Was haben sie vor? Ich habe Angst. Aber haben diese Tiere nicht auch Angst?

Da schaut eins vorsichtig durch die Öffnung in die Höhle hinein. Ich schreie! Verschreckt springt die Wölfin davon und rennt in der Dunkelheit davon.

Es war Nacht und mir war bitterkalt!

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Morgen ist Frauentag, wieder so ein Tag, den ich nicht brauche! Noch nie gebraucht habe. Von denjenigen, die mich schätzen, fühle ich mich auch ohne so einen Tag geschätzt und diejenigen, die mich nicht mögen – weil ich Frau oder sonst irgendwie anders bin, die können mich auch an diesem Tag, wie an jedem anderen, gerne haben!

 

Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

was darf man, was nicht?

Eigentlich sollte ich ganz anders fragen! Was darf ich schreiben? Beziehungsweise – was wollt ihr lesen? Oder wollt ihr überhaupt lesen, wie das ist, wenn einem, dauernd Steine in den Weg gelegt werden?

Thema: Mutter-Kinder-Kur
Eine unendliche Geschichte, die alle, die damit zu tun haben, unermesslich nervt. Bis Mittwoch hatte ich noch gedacht, dass ich eine Einrichtung gefunden hatte. Denke nie, gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken. Denn wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst, aber richtig denken tust du nie! Dann kam der Donnerstag und ich habe telefoniert. Ich mache das überhaupt nicht gerne. Vermutlich – sicher ist noch immer nichts – habe ich jetzt eine Einrichtung gefunden, die uns als Kleinfamilie aufnimmt und die auch Therapien für die behinderten Junioren anbietet. Ich glaube es erst, wenn ich die offizielle Zusage habe und dann auch erst ganz sicher, wenn ich auf dem Weg bin.

Schmerztherapie der Junioren
Unser Hausarzt hat einen ellenlangen Fragebogen ausgefüllt – jeweils zweimal – für die Cannabisbehandlung. Theoretisch dürfte der Behandlung nichts mehr im Weg stehen, allerdings muss der Medizinische Dienst noch drauf gucken und sein Okay geben. Aber nach der niederschmetternden Diagnose in der Orthopädischen Klinik kann ich mir nicht vorstellen, dass der Antrag auf diese Art Behandlung abgeschmettert wird. Aber, es gibt mehr, als ich mir vorstellen kann und wenn es so läuft, wie bei der Kur? Dann muss ich mich auf einen längeren Diskussionswechsel vorbereiten.

meine Fitness
Um die steht es nicht gut. Ich gehe zwar viel, beziehungsweise ich mache viele Schritte, aber so richtig fit bin ich nicht. Da fehlt mir die Rekonvaleszenz nach meiner Krankheit und zudem habe ich ja auch noch das Lungenemphysem, das nie mehr weggeht. Ich sollte mehr Sport machen – Ausdauersport für die Kondition und Krafttraining. Nur wann? „Es dauert doch nur ein paar Minuten!“ Das sagen alle! Die Kosmetiktante zur Pflege der Haut, es dauert ein paar Minuten ein Essen zu zaubern, ein paar mehr, um den Junioren das auch schmackhaft zu machen, ein paar, sie anzuziehen, mich anzuziehen, ein paar Minuten täglich, die Wäsche zu machen, die Betten zu beziehen (und das mache ich bei Carstens Bett alle zwei Tage), es kosten nur ein paar Minuten die Zeitung zu lesen, einzukaufen, zur Physiotherapie zu fahren oder zur Ergo etc. pp. Ein paar Minuten summieren sich und ein paar Minuten brauche ich auch durchzuschnaufen.

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Jetzt habe ich schon wieder viel zu viel erzählt. Zu wenig davon, wie schön es doch auch sein kann, wenn Wiebke lacht und lacht und lacht, der Kerle Bildungsfernsehen guckt und mich nach Napoleon Bonaparte fragt und was der in Ägypten gemacht hat …