Kategorie: Kuddelmuddel

empfindlich sein

Wenn ich morgens aufstehe, mein Körper schmerzfrei ist, konzentriere ich mich ganz auf meine Atmung. Nachts bin ich ein paarmal mit Würgereiz und schweren Husten aufgewacht. Ich habe das Gefühl, dass meine Luftröhre blockiert. Ohne nachzudenken stehe ich auf, mache das Radio an, die Kaffeemaschine, setze mich erst einmal wieder hin und versuche wach zu werden.

Ich funktioniere. Aber dann kommen die Gedanken: Was muss ich machen heute? Was mag das Töchting anziehen? Wie finde ich den Kerle vor? Bekomme ich von meiner Tochter ein Kuscheltier an den Kopf geschmissen, weil sie noch schlafen will? – In diesem Moment macht die Luftröhre wieder zu – ich kenne das, es macht mir keine Angst, nervt nur! Gestern im Auto war das auch, ich musste husten, husten, husten und die Tränen liefen mir die Wange runter. Beim Auto fahren ist das keine Freude.

Zurück zum Morgen: Heute hat niemand gebadet, das bedeutet 10 Minuten länger schlafen. Dann geht‘s aber hopp hopp. Erstaunlicherweise schaffe ich das. Genervt bin ich dennoch manchmal, weil den Junioren das und das und das nicht passt, oder weil sie beide schon stereo auf mich einreden und ich keinen von ihnen gerecht werden kann. Ängste kommen auf, Selbstzweifel!

Meine Energie ist auch nicht unerschöpflich, aber zu viel Energie zu haben (momentan), macht für später auch Angst. Was ist, wenn ich das nicht mehr kann?

Mein Magen grummelt. Ein ‚komisches Gefühl‘, fast so wie in der Schule, als ich die Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Ich assoziiere es mit Angst und diese ist irreal. Diese diffuse, nicht spezifische Angst mach misstrauisch und empfindlich gegenüber Ratschlägen und Menschen. Wenn Freundinnen mir versprechen zu kommen und es dann nicht tun, ja nicht erreichbar sind, dann zweifle ich an mir. „Es ist mir was dazwischen gekommen und ich habe vergessen dir Bescheid zu sagen.“ Ich bin empfindlich geworden, mich stresst mehr. Wenn ich versetzt werde, denke ich zuerst daran, was ich falsch gemacht habe.

Ich huste, ich kann die Luft nicht rauslassen – ganz real und im übertragenem Sinn auch nicht.

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schreiben

Wenn ich nicht schreiben könnte, würde ich vielleicht krank. Sicher ist: Ich brauche es. Und es braucht wohl auch mich …

Heute schreibe ich, weil ich schreiben will, einfach so. Wort für Wort drauflos. Ohne Sinn und Verstand.

Heute schreibe ich, um mir zu beweisen, dass ich es kann.  

Heute schreibe ich, weil ich gemerkt habe, dass meine Selbstzweifel überhand nehmen, weil ich denke, ich kann nicht mehr schreiben.

Heute schreibe ich, weil ich aufschreiben möchte, dass die letzte Zeit Scheiße war und mir das gar nicht gefällt. Drama ist nicht gut, aber Drama kann ich.

Heute schreibe ich, weil das völlig egal ist, denn an manchen Umständen kann ich nichts ändern. 

Ich schreibe auch, um mir ein Lächeln abzuringen, hatte ich doch in letzter Zeit wenig zu lachen. Wenigstens lächeln und dem Leben trotzen.

Heute schreibe ich, weil ich es kann. Vielleicht schreibe ich auch um es der Angst zu zeigen, der Unsicherheit entgegen und auch ein bisschen aus Langeweile heraus.

Heute schreibe ich auch, damit hier was steht. 

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