Wir backen nicht nur zur Weihnachtszeit. Selber gemachte Kekse schmecken doch um Klassen besser.
Verlinkung zu Annes Wortperlen kommt so bald, wie möglich!
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eine fiktive Liebesanzeige
Möchte wieder Schmetterlinge im Bauch haben, dass es kribbelt. Möchte mich auch mit 70 noch einmal verlieben. Das Herz ist noch jung und schlägt links.
Zu mir gehören aber meine behinderten Junioren. Sie sind ein großer Teil meines Lebens – und wer darin nur ein Hindernis sieht, hat ohnehin nicht verstanden, worauf es wirklich ankommt.
Ich wünsche mir einen Menschen mit Humor, Neugier und einer eigenen Meinung. Jemanden, mit dem ich über Literatur, Gott und die Welt diskutieren, Spiele spielen und Museen entdecken kann.
Ich suche keinen Versorger und keine perfekte Romanze. Ich suche jemanden, der das Leben immer noch spannend findet und den Mut hat, sich noch einmal zu verlieben. Jemanden, der neugierig geblieben ist, gerne lacht und weiß, dass ein gutes Gespräch manchmal spannender ist als jede Fernsehserie.
Romantik, Humor und Tiefgang kennen kein Alter. Und manchmal müssen es keine Schmetterlinge sein – Flugzeuge im Bauch tun’s auch!
Entschuldigt meine nachlässigen Antworten. Auch bin ich gerade nur wenig in anderen Blogs unterwegs. Die Junioren brauchen meine volle Aufmerksamkeit. Diesen Beitrag schreibe ich mit unzähligen Unterbrechungen, weil ständig jemand nach mir ruft.
Der Kerle hockt im dunklen Zimmer auf seinem Bett und hört Musik, bei der ich mich ernsthaft frage: Sag mal, wie alt bist du eigentlich? Kindersommerliedergedöns, gepaart mit Uraltschlagern und Musik aus den 80ern. Nebenbei schaut er Grease und Saturday Night Fever. Mir kommt – entschuldigt – leichte Übelkeit auf. Damals mochte ich das schon nicht, und jetzt erst recht nicht wieder aufgewärmt. Er darf das natürlich hören, aber bitte in Zimmerlautstärke!
Das Töchting verteidigt ihren Bruder, mag die Musik aber ebenfalls nicht. Sie hört dafür ein Lied – in immer neuen Interpretationen. Immer wieder Peter Maffays Eiszeit. Wenigstens so leise, dass ich zwar komplett mitsingen könnte, aber nie genau weiß, wann sie wieder zur nächsten Version wechselt.
Beides nervt! Auch deshalb, weil ich nicht noch ein drittes Geräusch zu dieser Kakophonie beitragen möchte. Mich auf ein Buch zu konzentrieren, ist momentan schlicht unmöglich.
Da beide Herrschaften offenbar kein Durstgefühl haben, muss ich regelmäßig mal in das eine, mal in das andere Zimmer gehen und dem jeweiligen Persönchen jeden einzelnen Schluck förmlich in den Mund reden.
Ich würde jetzt so gerne ein kühles alkoholfreies Radler zischen – nur habe ich keins mehr!
Wenigstens muss ich keine fremden Menschen aus dem Haus vertreiben, wie ein befreundeter pflegender Angehöriger. Mir reichen meine zwei als Bevölkerung völlig aus. Die sind wenigstens real. Bei ihm sind die ungebetenen Gäste leider fiktive Gestalten. Und habt ihr schon einmal versucht, nicht anwesende nervige Figuren zu verscheuchen?