Gedicht

Wollpulloversommergedanken

In einer Zeit wie dieser
Sommersonnenwende vorbei
Die Tage werden kürzer
Kälter, noch nicht

In dieser Zeit
Der Krieg nicht fern
So nah die Furcht
Vor Winterfrost

Noch schwitzen wir
Der Herbst ist nah
Mit ihm die Inflation
Die Energiekrise

Die warmen Decken
Kratzige Wollpullover
Liegen im Schrank
Warten auf ihre Zeit

Jetzt ist Sommer
Gartenzeit
Hitzefrei
– was kommt?

© petra ulbrich – ein altes Gedicht von vor zwei Jahren

Behinderung, Junioren

brotfertig

Es gibt Tausende seltene Erkrankungen, von denen manche nur bei drei, vier Menschen weltweit vorkommen. Früher wurden diese Krankheiten von der Medizin vernachlässigt. Das hat sich zum Glück geändert, wie die Entwicklung zeigt.

Die Verlinkung führt ein bisschen ziellos in die Irre. Wir haben uns aber im ZSE der Uniklinik Tübingen sehr gut aufgehoben gefühlt. Sind jetzt aber erschöpft von den vielen Fragen. Der Kerle ist zur Höchstform aufgelaufen und auch mein Töchting war super. Beide waren kooperativ, sie ließen sich problemlos untersuchen. Nur bei der Blutabnahme hat Wiebke kurz geweint. 

Die einfühlsame Ärztin hat nicht über die Köpfe der Junioren nur mit mir gesprochen, sie hat die kleinen Menschen im Rollstuhl voll und ganz akzeptiert und mit einbezogen. Ich muss meine Kinder sehr loben, ist das doch für Beide eine kognitive Meisterleistung. Auch mich hat diese Anamnesebefragung sehr beansprucht. Große Hoffnung besteht aber auch hier nicht, dass herauskommt welche Erkrankung oder Behinderung die Junioren haben. 

Bestätigt habe ich bekommen, dass meine Kinder gut gepflegt sind, dass sie sehr soziale freundliche fröhliche Menschen sind, dass es ihnen offensichtlich sehr gut geht und dass sie vermutlich oft unterschätzt werden.

Fortsetzung folgt – Wiebke möchte nicht, dass ich schreibe…

Behinderung, Junioren, Musik

eins zu eins

Im wahrsten Sinne des Wortes! Das EM-Fußballspiel Schweiz gegen Deutschland und das klassische Harfenkonzert vorher!

Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.

Der Kerle hatte gestern zweierlei Spaß – zuerst beim klassischen Konzert im hochherrschaftlichem Schloss Monrepos. Wir waren mittelfein angezogen, manche Damen kamen mit langem Kleid und andere in Jeans, gestört hat es niemanden, weil sowieso keiner darauf geachtet hat. Allein die Harfenistin und der Klavierspieler standen im Focus. Nach den ersten Tönen war die Außenwelt eh vergessen. Carsten war fasziniert und Wiebke ganz beseelt. Habt ihr schon mal Smetanas Moldau auf der Harfe gespielt gehört – wunderbar. Ich mag nichts mehr erzählen, weil ich es sonst kaputt rede. Carsten war jedenfalls voll und ganz bis zur letzten Minute dabei! Dann aber drängelte er nach Hause.

Daheim stand es in dem Fußballspiel 1:0 für die Schweiz. Schnell habe ich ihn ausgezogen, ins Bett gesetzt und er hockte auch schon mitten im Spiel. Und dann begann das Drama. Er fieberte, er keuchte, er verdrehte die Augen, schrie, zeterte und verfolgte mit sämtlichen Emotionen das Spiel. Er hatte fast einen Herzkasper und stellte sich schon auf die Niederlage der deutschen Mannschaft ein. 90Minuten waren vorbei. Aber dann, ein Schrei und das erlösende Tor zum Ausgleich fiel. Der Kerle war so erschöpft, dass er sich in der Nacht noch übergeben musste! Aber danach konnte er gut schlafen…