Gedanken, Gedicht

morgens lesen

Wenn die Knie in die Knie gehen
der Mut ein Mütchen ist
der Atem stockt und der Puls rast

Wenn der Morgen anbricht
die Sonne am Himmel erscheint
die Treppe knackt und knistert

Wenn die Waschmaschine läuft
der Staubsauger dröhnt und
die Wäscheberge sich stapeln

Dann ist Alltag
der Kaffee dampft
der Einkauf ruft und
weiche Knie haben keine Berechtigung mehr

©️piri ulbrich

Fragen, Gedanken

Sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist?

Wann ist es denn am schönsten? Woher weiß ich das? Kann’s nicht noch schöner werden? Andersrum gefragt: Wann ist es am schlimmsten? Kann’s nicht doch besser werden? Was bringt es aufzuhören?

Mich treiben in letzter Zeit sehr viele Fragen um. Meist welche, auf die ich keine Antwort habe. Viele Gefühlsfragen und Warum. Warum hat mich dieser Mensch so verletzt? Ist doch jetzt, im Nachhinein, völlig egal. Ich war verletzt, aber vielleicht war es gar keine Absicht? Es heißt ja nicht, dass ich es nicht ansprechen kann – soweit es mir wichtig ist. Wenigstens sagen, dass ich gekränkt bin. Möglicherweise ändert es etwas im Miteinander. Das erwarte ich auch von anderen, dass sie mir Rückmeldung geben, wenn ich ihnen wehgetan habe. Ehrlich sein, in Wort und Gestik, ohne bewusst weh zu tun – das wünsche ich mir. Und dazu gehören ganz viele Fragen, auch wenn’s erst mal keine Antworten gibt. 

Kuddelmuddelgedankenchaos

Gedicht

minus mal minus

Wie kann das gehen,
dass minus mal minus
plus ergibt?

Logisch, sagt mein Bruder.
Dieses alte Luder
erklärt‘s mir nicht.

Lässt mich im Stich,
geht raus zum spielen,
ich muss spülen.

Dann macht es klick,
ich renn ihm hinterher
und schrei
das ist ja wirklich
gar nicht schwer.

©️piri ulbrich