wie oder als?
Immer wieder höre oder lese ich es falsch. Wie ist gleich und als ist größer oder kleiner! Jedenfalls anders! Wenn auch noch in einem Gedicht die beiden Wörter vertauscht sind, dann ist der Sinn komplett ein anderer als beabsichtigt. Mich nervt das. „Ja, dann vergiss es und wende dich anderen Dingen zu!“ Nur, was ich einmal – besonders, Gedichte – gelesen habe, das beschäftigt mich eine Weile. Ich werde zum Klugscheißer. Für manche Menschen ist das ein rotes Tuch, sie verdrehen die Augen, wenn ich ansätze* zu erklären!
Meine Mutter hat das Problem für sich, sehr souverän gelöst – sie sagte (fast) immer alswie!
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14:14 Uhr – *ich gebe es zu, dass ich das falsch geschrieben habe. Aber, dass deswegen gleich ein Shitstorm kommt, das ist nicht okay!
mein armes neurodivergentes Hirn
Seit sechs Uhr morgens läuft mein Hirn ohne Pause: Menschen, Gespräche, Erledigungen, kein Rückzug, nicht einmal fünf Minuten für mich – völlig zugequatscht. Sätze prasseln auf mich ein. Im Haus bewegt sich ständig jemand, ein Hund läuft durch den Raum, ein junger Hund ist aufgeregt, fremde Menschen sind da. Nichts davon ist schlimm. Aber alles kommt gleichzeitig.
Mein Kochfeld funktioniert nicht – es ist neu und nichts geht. Sogar ein Elektrikerbekannter bekommt‘s nicht hin.
Irgendwann fühlt sich jedes weitere gesprochene Wort körperlich an. Die schnellen Sätze bleiben nicht mehr draußen, sondern setzen sich unter meine Haut. Mein Körper verspannt, während ich äußerlich noch so tue, als wäre alles völlig normal. Die Wunschtochter redet ununterbrochen, deren Sohn habe ich von der Schule abgeholt Sie wollen mittags zu McDonald’s. Ausgerechnet! Ich bin nicht begeistert, gehe dennoch mit.
Mein Kopf rattert mit diesem dumpfen inneren Vibrieren, bei dem kein Gedanke mehr richtig zu Ende kommt. Alles ist gleichzeitig da: Stimmen, Bewegungen, Erwartungen, kleine Entscheidungen. Ich kann nichts mehr sortieren. Im Hirn ist nur noch Gedränge.
Der Tag ist noch nicht vorbei. Um kurz nach drei kommen Carsten, Wiebke und die Bandkollegin. Ich freue mich auf sie. Aber genau das ist das Absurde. Ich möchte, dass für einen Moment nichts mehr auf mich trifft. Keine Stimme. Kein Gespräch. Keine Fragen. Keine Bewegung. Nur Ruhe. Am liebsten würde ich mich in die hinterste Ecke des Kellers setzen, die Tür zumachen, das Licht löschen und warten, bis mein Körper still wird.
Mein armes neurodivergentes Hirn braucht keine Lösung. Es braucht fünf Minuten, in denen niemand etwas will.