Alltag, Behinderung, Gedankenchaos

Kunstbanausen

Wenn man mit Kunstbanausen vereist, dann ist es kaum möglich, eigentlich gar nicht, das Otto Dix Museum zu besuchen: „Mit dieser Art Kunst kann ich nichts anfangen!“ Zwei Frauen – eine alte und eine mittelaltjunge – ziehen Schnute, da hilft auch des Kerles Erklärung nicht, dass er nicht mehr wuppa macht. Die Damen haben keine Lust. Die kleine Gruppe teilen, ist leider auch nicht möglich – das Töchting bleibt nicht bei der anderen Frau. Na ja, dann ist dem eben so!

Darf ich deswegen traurig sein? Mir entgeht vieles, was ich machen möchte. Mir entgeht es freiwillig – traurig bin ich dennoch um die verpassten Chancen. Was wäre die Alternative? Den Mitreisenden etwas aufzwingen? Alleine bleiben können sie nicht, ergo kann ich nicht alleine ins Museum.

Manchmal möchte ich noch rabiater meinen/unseren Alltag schildern – aber ob das tatsächlich geglaubt wird? Oder ob mir Effekthascherei vorgeworfen wird? Ansatzweise nachvollziehen, kann das tatsächlich nur jemand, der in einer ähnlichen Lage steckt …

Behinderung, Gedankenchaos

Unterwegs – Bodensee

Leute, mit zwei Rollstuhlfahrenden und einer ausgesprochen vergesslichen älteren Dame unterwegs zu sein, ist schon eine kleine logistische Meisterleistung. Dabei war das Wetter wirklich gut! Nur leider war die Dame nicht gut zu Fuß und benötigte immer wieder eine Sitzgelegenheit für eine kleine Verschnaufpause. So kamen wir zwar voran, allerdings im ermüdenden Schneckentempo.

Welcher Teufel hat mich da bloß geritten, als ich das geplant hatte.

Gedankenchaos

Sehnsuchtsangst

Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen – oder die Arme auszubreiten und zu fliegen.

Isabel Abedi