Gedankenchaos, Gedicht

verloren in der Welt

Verlieren und finden

Ich habe mich verloren

will mich suchen
in der Welt

Will mich finden
im Gebüsch
der Gedanken

Ich habe mich gefunden

suchend

in der Welt

Nur meine Gedanken

verlieren sich
im Nirgendwo

© petra ulbrich

∙∙∙∙

20:15 Uhr – Nachtrag: Müde bin ich von Geschwisterquerelen. Emotional ausgelaugt und traurig darüber, dass ich von ihnen immer nur DU-Botschaften* höre. Ich bin es leid, es macht mürbe! Meine Kraft brauche ich für was anderes.

* traditionelle, übliche Rückmeldung an den Gesprächspartner in Konfliktsituationen die den Konflikt leicht eskalieren läßt. In der Du-Botschaft verbirgt sich Tadel, Vorwurf, Schuldzuweisung; das Problem an der angespannten Situation liegt immer beim anderen. 

Familie, Gedankenchaos

hinterher laufen

Ich werde niemanden hinterher laufen, die schneller sind, als ich. Weil ich sie sowieso nie einholen kann. Einzig und allein wäre gut, die Person würde anhalten und warten, wenn ich es ihr Wert bin.

Es trennt sich die Spreu vom Weizen ( das Gute vom Schlechten, das Verwertbare vom Nutzlosen). Menschen, die so gar kein Interesse an der Behinderung der Junioren haben, obwohl es sie und ihre Nachkommen  betrifft, weil die Genveränderung auch in ihrem Erbgut liegen könnte, diesen Menschen laufe ich nicht mehr hinterher. Ich bin meiner Informationspflicht nachgekommen. Was sie damit anfangen, liegt nicht mehr in meinen Händen.

 

Behinderung, Junioren

Tübingen-Bericht

Erwartet nicht zu viel! Denn so manches, was wir in der Uniklinik erfahren haben, ist sehr speziell und – Pardon – geht euch nichts an. Nur so viel: die Junioren scheinen, so die Aussage des Humangenetikers, die ersten bekannten Menschen zu sein, die dies Syndrom haben. Denn erste wissenschaftliche Publikationen sind von 1999 und da war der Kerle schon 23 Jahre alt. 

Besprochen haben wir noch die Schmerzmedikation, denn sowohl der Kerle, als auch das Töchting haben massive Schmerzen – ich denke, wir werden mit einer guten Schmerztherapeutin und einem neuen Canabismedikament diese gut händeln können. 

Mein Fazit ist, dass wir in der Uniklinik Tübingen mit dem MZEB eine gute Anlaufstelle gefunden haben, denn dort arbeiten Ärzt*innen, die wunderbar empathisch und zudem auch fachlich kompetent sind. Unser Gespräch dauerte gefühlt eine kurze Ewigkeit und verflog in Sekunden …