Behinderung, Familie, Gedanken

Spruch | Ende August

Wir legen uns unsere Lebensgeschichte im Kopf so zurecht, dass sie uns schlüssig erscheint. Diese Erinnerungen formen unsere Identität.

Alle unsere Erinnerungen sind verklärt. Das war mir gestern wieder einmal sehr bewusst, als ich mit Carsten über seine Konfirmation sprach. Der Kerle hatte ganz andere Geschichten im Kopf, hatte ganz andere Erzählungen für ein und dieselbe Begebenheit. Seine Kuchen waren viel größer und sein Spruch: „Wann gibt es endlich die Geschenke?“, hat er, seiner Meinung nach, nicht in der Kirche gesagt – das ist ihm im Nachhinein nämlich auch peinlich!

Aber es war so. Direkt nach dem Vater Unser hat er, das Mikrofon noch vor seiner Nase, diesen herzerfrischenden Spruch gebracht. In der Kirche wurde es auf einmal sehr heiter …

In Zeiten, wie diesen, wo alles auf mich einstürmt und ich nicht richtig abschalten kann, wo ich jede Fliege sehe, wo ich jeden Menschen, der mir begegnet genau beobachte, wo mir vieles zu viel wird, da brauche ich fröhliche, nette Erinnerungen – und wenn sie verklärt sind, dann ist mir das im Moment völlig egal!

Bücher, Kuddelmuddel

Blind Date

 

Blind Date mit einem Buch! Das hatte ich noch nie und ich war aufgeregt. Anhand der kurzen Beschreibung konnte ich mir gar nichts vorstellen, ich wollte nur nichts Langatmiges lesen, keine Bandwurmsätze und nichts irgendwie Beschwerliches. 

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden …

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

“Und so fing ich mit meiner Sammlung verlorener Dinge an. Vielleicht dachte ich, wenn ich jeden verlorenen Gegenstand rettete, den ich fand, würde jemand das Einzige auf der ganzen Welt retten, an dem mir wirklich etwas lag, und ich würde es eines Tages zurückbekommen, um mein gebrochenes Versprechen doch noch einzulösen.” Anthony Peardew

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Nett, locker zu lesen und gerade so dick, dass ich das Buch auf der Rückreise aus Hamburg im Zug lesen konnte. Liebevoll geschrieben und skurril. Dennoch werde ich das Buch zwar nicht verlieren, aber aussetzen – im Bücherschrank der Nachbargemeinde, denn leider haben wir hier im Dorf noch keinen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Kuddelmuddel

Terminvergabe

Jetzt habe ich Bauschmerzen, Magenschmerzen bis zum Erbrechen und Durchfall – wirklich übel und das nicht erst seit gestern. Das alles habe ich der ‘eisernen Lady’ am Empfang der Gastroenterologischen Praxis erzählt: “Wir können leider nichts tun. Der nächste freie Termin ist am 10ten!” Ja, dachte ich, ist ja nicht mehr so lange hin! “Am 10. 12 um 8:30 Uhr!”  “Okay und was mache ich, wenn’s schlimmer wird?” “Dann müssen Sie wohl leider ins Krankenhaus und dort in die Notaufnahme!”

Leute, ich weiß, wie es in der Notaufnahme aussieht. Ich möchte nicht der xte Zeitverschwender der Ärzte dort sein und wirklichen Notfällen die Mediziner wegschnappen. Aber ich habe seit Wochen Bauchweh!