Behinderung, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

es tut mir nicht gut

Was geht es euch an? Warum erzähle ich so ausgiebig Episoden – denn es sind nur Ausschnitte, möglicherweise Nebensächlichkeiten – aus meinem/unserem Leben? Warum mache ich mich so nackig? Ich weiß noch nicht einmal, ob es mir guttut! Es ist ambivalent. Alles an mir ist widersprüchlich. Manchmal denke ich, dass ich selber gar nicht weiß, was echt ist. Ist nicht alles echt? Nur bringe ich die ganzen Facetten nicht in einem Körper, in einem Leben unter. Gefangen in den Umständen, den äußerlichen Einschränkungen geschuldet bin ich innerlich zerrissen. Aber muss ich das so ausbreiten? Das Netz vergisst nichts, auch wenn ich meine Beiträge lösche. Alles bleibt – irgendwo! Ich will das nicht. Und doch möchte ich gehört, gelesen werden, gesehen sein, als Person wahrgenommen werden und nicht immer nur die Mutter sein, die ihre Kinder überbehütet. Ich mache das natürlich, weil ich die Junioren unendlich liebe. Weil sie mein ein- und alles sind.  Aber auch, weil mir, wenn sie ausgezogen sein sollten, kaum genug Geld bleibt, weil ich niemals volkswirtschaftlich gearbeitet habe und demnach eine sehr geringe Rente bekomme. Pflege macht arm!

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Angst ist mein ständiger Begleiter. Seit ich Jugendliche bin, schon vor der Geburt meines ersten Kindes. Angst nicht zu genügen. Vieles was ich mache, ist ein Schrei nach Anerkennung – auch dieses Blog! Aber ich weiß nicht, ob es gut ist, dass ich alles öffentlich mache.

Behinderung

ein gutes Gespräch

Mittags war die Ernährungsberaterin zu Gast bei uns, mit viel Elan und mit vielen guten Ideen. Sie war wirklich sehr motiviert und ich habe ihr angesehen, dass es ihr eine Herzensangelegenheit ist uns zu helfen, Carstens Essendsituation zu verbessern. Für uns ist sie neu, ihre Vorgängerin hatte sich nicht so viel Mühe gemacht – aber da dachte ich, ich könnte es alleine packen!

“Ach Frau Ul…,” sagte sie nach einer Weile: “ich kann Ihnen leider nichts Neues sagen. Kann Ihnen nicht weiterhelfen! Alles, was möglich ist, alles haben Sie schon gemacht. Eine PEG kommt ja nicht infrage, weil sich dadurch die Lebensqualität nur verschlechtert. Wenn Carsten damit nicht kotzen würde, dann wäre es eine Option, aber so … ? Ich bin mit meinem Latein am Ende!”

Dennoch bin ich ihr dankbar, hat sie mir doch bestätigt, dass ich alles richtig mache. Nur helfen, helfen tut mir das nichts und Carsten erst recht nicht. Ich muss also weiter hoffen, dass der Kerle damit auskommt, was er zu sich nimmt und nicht noch mehr abnimmt und immer weniger wird!

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Stattdessen neue Schneidarbeiten!

Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

draußen und drinnen

Draußen dudelt irgendwelche elektronische Musik. Ich bin nicht auf der Höhe der Zeit! Ab und zu könnte ich das sogar auch hören – vielleicht sogar gerne, denn es sind eingängige Töne. Auf die Dauer wäre mir das zu langweilig und eintönig. Doch wahrscheinlich ist es genau die richtige Musik für hart arbeitende Gartenbauer. Diese schaffen wie die Brunnenputzer. Der schafft, wie ein Brunnenputzer heißt es im Südwesten gerne über fleißige und arbeitsame Menschen. Ein Sprichwort, das den Nagel durchaus auf den Kopf trifft.

Erklärung: Das Brunnenputzen war ein wirklich hartes Stück Arbeit. Brunnen mussten regelmäßig gereinigt werden, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Zunächst wurde die Brunnenröhre von allerlei hinein gefallenem Unrat freigeräumt. Eine schwere Arbeit, zu der oft mehrere kräftige Personen nebst Zugtieren eingesetzt wurden. Dann wurde der Brunnen trocken geschöpft. Hierbei musste man schneller Wasser heraus befördern als neu in den Brunnen einfloss. Der Brunnenputzer bürstete und spülte die Wände und die Sohle so lange, bis das Spülwasser klar blieb. Während dieser Zeit musste ständig weiter geschöpft werden, sodass er seine Arbeit unter höchstem Zeitdruck und möglichst ohne Pause verrichtete. Die Verletzungsgefahr war wegen der schnell auf- und abfahrenden Schöpfeimer groß. Je kürzer sein Aufenthalt unten war, desto besser, denn es drohte der Erstickungstod durch Gasansammlung.

Sie sind fleißig, wenn mir auch das Ergebnis nicht gefällt. Aber ich wohne hier nur zur Miete und habe bei größeren Projekten am und ums Haus herum keinen Einfluss. Hauptsache für mich ist, dass sie keine Wüstenei hinterlassen und dass sie wenigstens ein paar neue Pflanzen setzen. Krach ist, der Bagger brummt, Bohrhammer brauchen sie hoffentlich keinen mehr, aber das Ratschen der Steine geht mir durch Mark und Bein. Durch diese Bauarbeiten ist uns unser Hauptweg versperrt – sprich, wir kommen mit den Rollis nur über Umwege zum Auto. Einmal ums Karree! Helfer kommen nicht rein, Gäste finden den Eingang nicht und wie die Ernährungsberaterin heute da durch kommen kann, kann ich noch nicht genau sagen.

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Drinnen herrscht auch ein bisschen Chaos. Wiebke liegt im nassen Bett und will nicht aufstehen. Carsten pooft noch. Mein Töchting beschwert sich lautstark über den Krach und macht im Gegenzug selber welchen. Zeit für Action! Mein Kaffee ist alle. Habe keinen Kaffee mehr daheim. Schlecht geplant! Außerdem ist es drinnen wärmer als draußen und momentan noch ziemlich entspannt. Minna muss nachher gleich rattern – waschen und draußen kann ich die Bettwäsche nicht aufhängen, auch wenn die Junioren luftgetrocknete Überzüge zu gerne hätten …

… ich frage jetzt den Nachbarn, ob er Kaffee für mich hat! Euch wünsche ich einen Bilderbuchtag zum ausmalen, ganz nach euren Ideen.