Asperger Syndrom, Behinderung, Gedanken

also

In der Nacht hat es also auch hier geregnet. Viel zu wenig bis jetzt und ich hoffe, dass es mehr regnet – ein Landregen quasi. Nur kein Land unter, wie in anderen Regionen prognostiziert. Mein Garten ist nicht unbedingt der gepflegteste, ich mag es eher ein bisschen wilder. Unser Nachbar zur einen Seite kratzt akribisch jede Spalte frei und alles, was nicht in sein Bild passt, wird rigoros rausgerissen. Zur anderen Seite die Nachbarsfamilie lässt alle Kräuter und Blumen gedeihen – auch die, die wir gemeinhin Unkraut nennen. Unser Garten ist Puffer…

Ich mag meine Nachbarn. Mit manchen hätte ich gerne mehr Kontakt. Nur fehlt mir oft die Zeit, wenn sie Zeit haben. Abends bin ich fix und fertig und dann sind auch die Familien unter sich. Wir wohnen zwar auf dem Dorf, doch kennen tun sich nur die Alteingesessenen, die miteinander in die Schule gegangen sind und die in den Vereinen zusammensitzen. Genau deswegen bin ich für die Junioren so rührig…

Wie komme ich jetzt zum Regen zurück? Keine Ahnung!

Alltag, Behinderung, Einsamkeit, Gedanken, Junioren

nach Mitternacht

Mitternacht ist längst vorüber und immer noch schlafe ich nicht. Dabei sollte ich lange schon – müde bin ich sowieso – im Reich des Morpheus unterwegs sein. Da allerdings die Träume, die mich dort erwarten, welche sind, die weder sanft noch ruhig sind, scheue ich den Schlaf.

Gerade nachts kreisen Gedanken gerne. Keine Außengeräusche übertönen, nichts lenkt ab. Keine Fenster können geputzt werden. – Wenn ich es denn wenigstens täte! Nein, die kleinen biestigen Gedanken drängen in den Vordergrund. Es geht mal wieder darum, dass ich Entscheidungen treffen muss, ohne mich beratschlagen zu können. Mir fehlen Helfer:innen! Menschen, die mehr Zeit für uns übrig haben, nicht nur einen halben Nachmittag! Aber diese gibt es nicht. Wenn schon eine große Behindertenorganisation händeringend ehrenamtliche Mitarbeiter:innen sucht und nicht findet, wie soll ich da – mit meiner schlechten Vernetzung – welche finden?

Kuddelmuddelgedankenchaos kurz vor der nächtlichen Wendezeit der Junioren.

Behinderung

Momentaufnahme

Wenn’s um meine Junioren geht, dann werde ich zur Hyäne!
Und wenn Fachkräfte ihr Fach nicht beherrschen, dann kann es auch schon mal laut werden.
Wenn der Kerle vergisst zu trinken und er nicht erinnert wird, am Abend völlig dehydriert auf der Matte steht und mein Töchting die Zunge heraushängen lässt (auch sie hat keinen Durst), wie ein Hündchen, dann finde ich das bei 25 Grad gefährlich.
Wenn beide Junioren bei diesen Temperaturen am Nachmittag die Strickjacken anhaben, dann frage ich mich, ob die Betreuer vielleicht auch noch Jacken anhaben und gerne schwitzen! Der Kerle hatte einen roten Kopf, als ich ihn aus dem Bus geholt habe.

Ich weiß, dass das alles nicht böswillig passiert – aber Nachlässig- oder Bequemlichkeit ist auch nicht schön!