Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

PEG

Das muss ich erzählen, denn es ist schön. Noch lange kein Happy End, aber nicht mehr diese große Angst. Die Angst, dass mir der Kerle vor Augen verhungert! Diese Entscheidung, eine PEG-Sonde legen zu lassen, war richtig. Sie nimmt mir den Druck raus, wenn auch mit der PEG nicht alles gleich gut ist. Es gibt immer noch Phasen, in denen ich zittere – besonders, wenn der Kerle unvermittelt anfängt zu husten. Oder, wenn das Töchting weint, weil sie das eine oder andere nicht essen bzw. trinken mag. Unser Leben ist nicht normal, wird es nie sein! Essen wird immer ein Thema bleiben, schon deswegen, weil man essen muss. Dabei mögen beide Junioren gerne ausgefallene Sachen – nur kann ich im Voraus nicht sagen welche. Kann sein, dass ich genau das verkehrteste anbiete. Da unterscheiden sie sich nicht von Kindern. Sie sind nur keine Kinder mehr. Das macht es kompliziert. Ich will und darf nicht über ihre Köpfe hinaus bestimmen, muss und will respektieren, dass sie einen eigenen (starken) Willen haben, der berechtigt ist. Ich muss aber auch dafür sorgen, dass sie gut versorgt sind. Ich muss Entscheidungen treffen, die nicht immer Wohlwollen hervorrufen. Frust gibt es auf allen Seiten. Zumindest ist der Kerle ernährungsmäßig sicher. Er wird nicht verhungern.

Nicht genug Nahrung zu bekommen, schwächt nicht nur den Körper. Auch die kognitiven Fähigkeiten leiden. Der Kerle war geistig überhaupt nicht mehr fit, er war, gelinde gesagt, völlig von der Rolle. Jetzt fragt er wieder. Jetzt redet er wieder. Jetzt interessiert er sich wieder für Politik. Jetzt wird es wieder anders anstrengend. Die PEG legen zu lassen, war eine der besseren Entscheidungen, die ich im letzten Jahr getroffen hatte.

Behinderung, Gedanken

Kaffee bitte

Ein Gin ohne Tonic, weil keins mehr im Haus war und ohne Gürkchen – ganz einfach als Longdrink! War lecker und hat mir gestern Abend die nötige Bettschwere gebracht.

Den Morgenkaffee habe ich in der Küche stehen lassen und ich bin tatsächlich zu faul um ihn zu holen. Im Bett ist es kuschelig warm. Luxus pur! Morgens um 7:00Uhr. Noch ruft das Töchting nicht, sie schlummert tief und fest. Der Kerle sowieso. Ihn werde ich um kurz vor neun anstöpseln und dann kann er weiterpennen.

… ach, ich liege ja auch noch im Bett. Das genieße ich sehr!

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Fortsetzung folgt …

Behinderung, Familie, Gedanken, Gedanken, Gedicht, Gedicht, Kuddelmuddelgedankenkarussell, Ursprungsfamilie

Im neuen Jahr

Im neuen Jahr
grüße ich
meine nahen
und die fernen Freunde
grüße die
geliebten Toten
grüße alle
Einsamen
grüße die Künstler
die mit
Worten Bildern Tönen
mich beglücken
grüße die
verschollenen Engel
grüße mich selber
mit dem Zuruf
Mut

Rose Ausländer

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Immer wenn etwas besonders schön war, dann ist das Loch, in das ich falle, sehr tief. Mich treibt etwas um. Etwas, was nicht in die Öffentlichkeit gehört, aber es beschäftigt mich und ich hätte jetzt gerne jemanden an meiner Seite mit dem ich reden könnte […]

Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, Musik

Kuddelmuddels

Patti Smith wird heute 75Jahre alt.

… Fortsetzung folgt! Es kommt noch mehr Kuddelmuddeliges, aber erst mal brauche ich einen Kaffee. 

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09:18Uhr: Nennt mich kleinlich, nennt mich … ach, es ist mir nicht egal, wie ihr mich nennt. Heute Morgen ist mir wieder aufgefallen, wie genau ich doch geschriebenes und gesagtes nehme. Da wird mir mangelnder Humor vorgeworfen: „Es war doch nur ironisch überspitzt gemeint!“ Als Asperger-Autistin bin ich sehr sensibel, wenn jemand so sagt und es anders meint. Es bringt mich durcheinander. Da weiß ich nicht mehr, was wahr ist. „Denk doch nach, dann wirst du es herausfinden!“ Meistens ist es so, wenn ich denke, dann bedenke ich alles aus den verschiedensten Gesichtspunkten und je mehr ich über Dinge nachdenke – wie sie wohl gemeint sein könnten, umso mehr verwirrt mich das Gedachte. Denn es kommen immer mehr Eindrücke auf mich zu und schlussendlich weiß ich gar nicht mehr, was nun echt ist.

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11:45Uhr: Enttäuschungen sind für mich schwer zu verkraften. Ich hatte mich so gefreut und dann kam die Absage. Natürlich ist es wichtig, dass auch diese Freundin uns nicht krank besuchen kommt und ich wünsche ihr von Herzen gute Besserung für ihre Erkältung. Schade ist es dennoch. Schon vor ein paar Wochen hat mir eine andere Freundin abgesagt.Auch sie war krank und musste sogar an der Wirbelsäule operiert werden. Menschen, mit denen ich gerne zusammen bin, enttäuschen mich nicht – ich habe vollstes Verständnis – ganz ehrlich. Aber traurig sein darf ich doch, oder?