Behinderung, Frage, Gedanken, Musik

ist das jetzt böse?

Nicht wirklich – obwohl die beiden Herren wahrscheinlich diese Wortwahl auch auf den Kieker haben. Dieser Jungendlichkeitswahn geht mir auf den Keks. Aber, im Grunde genommen geht mich das auch gar nichts an. Erstens bin ich über fünfzig und zweitens habe ich keine Zöpfe.

Ich habe meine Füße im Wasser stehen, werde da gleich auf die Nägel roten Lack pinseln, mir mein Buch schnappen und heute bis in die Puppen lesen. Die Junioren sind auf Achse!

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Kann man eigentlich eine Fischkonserve ohne sich vollzuspritzen aufmachen? Hat das schon mal jemand geschafft?

Alltag, Behinderung

Sommerabend

Der Kerle guckt Fußball-EM der Frauen und kommentiert das Spiel, jedes Spiel, wie ein Stammtischtrainer.
Das hat mich schon vor Jahren immer bei MamS genervt – einerseits, andererseits hat es mich amüsiert, wie engagiert man doch bei einem Fußballspiel sein kann!

Selbst gucke ich mit halben Auge zu und versuche meine Ohren auszuknipsen. Das gelingt mir nicht. Auch deswegen nicht, weil auf der anderen Straßenseite gerade einmal wieder die Feuerwehrtore mit Karacho aufgestoßen werden und Blaulicht samt Martinshorn angestellt wird. Solche Töne künden meist nichts Gutes an. Erst vorgestern hat’s am Feldrain gebrannt: „Wie Zunder! Zum Glück waren wir bald da!“

0:0 – und die Kommandos kommen spärlicher. 1:0 für die deutschen Fußballerinnen – die Euphorie ist gigantisch. Der Abend ist gerettet! Unverhohlene Schlachtgesänge, spitzbübisch, hämisch und feixend – mein Sohn kann ganz schön patriotisch gehässig sein.

Behinderung, Familie, Gedanken

große Klappe

Wenn einer ein Charmeur ist, dann ist das mein Sohn!
Nein, ich bin wirklich nicht voreingenommen. Ehrlich nicht, aber zwei Minuten nach dem Aufwachen nach einer Vollnarkose, der Krankenschwester (Pflegerin) im Aufwachraum ein Kompliment zu ihrer wunderschönen Frisur zu machen, das muss man erst mal nachmachen! Verblüfft hat er auch den Anästhesisten: „Wir kennen uns schon seit fast dreißig Jahren, wollen wir nicht endlich mal Du sagen?“ Der nette Doktor grinste und nannte seinen Vornamen.

Am Morgen war der Kerle etwas kleinlaut – allerdings nur kurz. Jetzt, Zuhause, redet er wieder wie ein Wasserfall. Seine Schwester tut es ihm gleich. Weder den einen, noch die andere kann ich abstellen, wie man ein Radio ausmacht – so halte ich beiden Quatschköppen jeweils ein Ohr hin und hoffe, dass bald mal fünf Minuten Funkstille ist.