Behinderung, Bücher, Familie, Gedanken, Kuddelmuddel

Überraschung im August

Eigentlich ist das heute ein Schiettag! Denn, ich fahre nicht, wie geplant, in 3 Wochen zur Kur. Die Kurzzeitunterbringung der Junioren findet nämlich nicht statt. Irgendwas ist schiefgelaufen. Möglicherweise sogar mein Fehler, weil ich mich auf Zusagen verlassen habe und diese nicht nachgeprüft habe. Dumm gelaufen. Es gibt in der Zeit, in der ich zur Kur fahren will, nirgends 2 Kurzzeitplätze für meine Kinder. Eventuell im Altersheim – aber das kommt nicht in die Tüte. Den Schreier heute Morgen hättet ihr nicht hören wollen und die zuständige Krankenkassenangestellte hat leider einiges hören müssen. Kismet, keine Kur, keine Kurzzeitunterbringung, keine Erholung.

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Dafür Post. Schöne Post. Aber auch eine offizielle Zustellung vom Amtsgericht – damit befasse ich mich später, hat irgendwas mit einem Baum zu tun, der auf dem elterlichen Grundstück steht und den eine Nachbarin gefällt haben möchte…

Die bunten Karten kommen von einer Hochebene hier im Ländle. Dieser netten Schreiberin kann ich antworten und ich werde ihr auch schreiben, dass ich mich sehr gefreut habe. So sehr, dass ich versuche, ihre Telefonnummer herauszubekommen. Und dann war da noch das Buch! Lebe, lache, liebe und sag den Sorgen Gute Nacht! Kein Absender. Kein handschriftlicher Hinweis. Kein Zettel mit einer Nachricht. Geld war in dem Buch noch drin. – Aber von wem ist diese Buchüberraschung? Ein Seelenbuch! Ich möchte Danke sagen für das Seelenbuch! Bitte melde dich! Wer hat mir das himmelblaue Tröstebuch geschenkt?

Leute, ich bin überwältigt. Wirklich! Dieser Zeitungsartikel, den Mut dieses Interview zu geben, hat einiges in Gang gebracht. Ich bin insgesamt mutiger geworden, habe mir etwas zugetraut, habe Menschen vertraut, habe mich auf Abenteuer eingelassen …

Mittags war ich gleich noch bei der Krankenkasse und habe einen neuen Kurantrag ausgefüllt. Noch vor einiger Zeit hätte ich den Kopf mindestens für 8 Wochen in den Sand gesteckt. Nebenbei habe ich gesehen, dass es bald in Heilbronn einen Unverpackt-Laden gibt, hab’ mir endlich eine gescheite Handcreme gekauft – weil mir in Hamburg ein leicht dicklicher Mann mit Bart und kurzen Hosen in der S-Bahn erklärt hat, dass ich meine Nägel völlig falsch pflege. Rafael, man sah es ihm nicht an, war Naturwissenschaftler und hatte außer den Tipp mit der Fingerpflege noch so einiges auf dem Petto. Das Gespräch habe ich genossen, auch wenn der Typ nicht mein Typ war, so haben wir uns doch wundervoll intelligent unterhalten. Und, mir soll niemand sagen, dass man im öffentlichen Verkehr nicht ins Gespräch kommt. Ein Rollifahrer schimpfte mit seinem Begleiter. Na ja, eher frotzelten sie miteinander. Das fand ich toll! Ich habe mich einfach eingemischt und mit gequatscht und die Frau dann später neben mir auch. Dabei habe ich mich verfahren – aber das war’s mir wert.

… übrigens habe ich in der Zeit in Hamburg und Umgebung keine 10 Fotos gemacht. Ich habe geguckt und alles in mich aufgesogen – hoffentlich zehre ich noch lange davon!

… und jetzt könnt ihr wieder Kuddelmuddelgedankenkarrussel dazu sagen. Ist es ja auch, stimmt ja!

Behinderung, Gedanken

Abendspruch

Die Schönheit sind die Fehler!

Ein Carstenspruch, einer der mein wehes Herz zum Strahlen gebracht hat.

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Manchmal geht das Leben schon seltsame Wege und manchmal gibt es mehr als eine Hand. Ja, es ist sehr rätselhaft – aber ist es das Leben nicht immer?

Behinderung, Familie, Gedanken

Warum?

Warum tust du dir das an? Das hast du doch gar nicht nötig! Nein, nötig habe ich gar nichts. Wer hat schon was nötig? Blasphemie schimmert wieder durch. Ein gewisser Grad an Überheblichkeit. Genau das wird mir oft vorgeworfen. Manchmal bin ich es wahrscheinlich auch, aber in den meisten der Fälle, ist da eher sehr viel Unsicherheit und die leiseste ungerechtfertigte Kritik wirft mich um.

Jetzt auch wieder. Ich mag nicht erzählen was war. Möchte nur sagen, dass ich mir vorkam, wie ein Kindergartenkind, dem nicht gesagt wurde, dass es nicht bei rot über die Straße gehen darf – das es aber getan hat und dafür bitterlich bestraft wurde. Völlig verdattert, keiner Schuld bewusst, aber mit großer Schuld beladen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
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Meine Befindlichkeiten schwanken zwischen Unzufriedenheit und schlechten Gewissen. Beides nicht prickelnd! Carsten hat die Nacht zum Tag gemacht und schläft noch. Wiebke singt wunderbare nichtverständliche Texte und hat einen Heidenspaß dabei. Sie ist rundum zufrieden – ich wäre schon froh, ich wäre zufriedener.

Euch wünsche ich den Sonntag so, wie ihr ihn gerne habt. Ohne äußerlichen Zwang und Tamtam.