Alltag, Behinderung, Gedanken, Gedicht

Dankeschön

Engel

Gerade heute habe ich ihn gebraucht. Diesen Engel im blauen Kleid und die dazugehörigen Zeilen. Danke Gaby, ganz arg herzlichen Dank!

Ansonsten möchte ich nichts erzählen, denn anscheinend muss man in diesem reichen Deutschland mehr als zusammenbrechen, um Hilfe zu bekommen. Es wird keine passwortgeschützen Beiträge mehr geben, ich kann mich nicht nackig machen – und bin im Moment nicht bereit dazu. Für psychosoziale Probleme gibt es auch unter Notfallnummern keine Lösungen. Ich kann gut verstehen, dass dies Leser*innen überfordert. Ganz im ernst – mich tut‘s das auch

Alltag, Behinderung, Junioren

Bauchweh

Das Töchting hat Bauchweh. Immer wieder Bauchweh. Sie sitzt einfach zu viel. Sie rennt nicht, macht keinen Sport und bewegt sich generell zu wenig. Eine große Misere! Aber was kann man da machen? Gar nicht so einfach. Wiebke sitzt auf dem Rollstuhl, hat gar nicht die Möglichkeit durch die Gegend zu springen. Sie hat Verstopfung. Kein schönes Thema und überhaupt nicht leicht zu handhaben, denn wenn sie Abführtropfen nimmt, wird’s Bauchweh eher schlimmer. Heute bleibt Wiebke mit Wärmflasche – die allerdings niemals auf dem Bauch liegt, eher nur als Staffage mit im Bett und irgendwie oll ist – jedenfalls liegt das Töchting im Bett und wimmert ein bisschen.

Die Ernährung der Junioren ist heikel – der Kerle isst bekanntlich schlecht und das Töchting, tja Wiebke, sie isst zwar alles, aber sehr unregelmäßig. Da sie keine Zähne hat, muss ich auch Obst sehr klein schneiden. Püriert mag sie das gar nicht: „Bin doch kein Baby mehr!“ Ich habe mir extra einen Smoothiemaker angeschafft, der steht, wie so manch anderes Küchengerät im Schrank…

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Momentaufnahmen – kuddelmuddelige 

Alltag, Behinderung, Familie, Gedicht

Wahnsinn

Wahnsinn ist oft die Logik eines sehr akuraten Geistes, der überlastet ist.
| Oliver Wendell Holmes

Der abnehmende Mond scheint ins Zimmer, aber es ist nicht mehr dunkel. Ich habe geschlafen bis um halb acht. War bitter nötig, denn die Nacht davor war hellbettschwermüdewach. Und dann der Tag, gestern, mit der Nominierung! Der dazugehörige Beitrag bleibt noch bis Dienstag oben stehen und dann geht’s normal weiter. Vielleicht nicht ganz, denn die Junioren bekommen wieder ihre Namen dazu.

Es herrscht eine beängstigende Stille. Der Kerle schläft wie ein Stein und Wiebke singt auch nicht. Nur von Zeit zu Zeit rauscht ein Auto vorbei – mir ist unheimlich zumute. Gedanken können rattern und mein Blick schweift aus dem Fenster. Ziemlich wüst sieht es aus, unaufgeräumt und grau mit weißen Tupfen. Diese aber nicht von Schnee, sondern es sind Knospen von Gänseblümchen. Zu kurz, um sie in die Vase zu stellen…

Warum mache ich das eigentlich alles hier? Könnte ich nicht auch mein Buch nehmen und die schöne Kuscheldecke, oder den nächsten Zug nach Nirgendwo? An die Ostsee oder Timbuktu? Carsten würde jetzt sofort mitfahren wollen. Wir hatten gestern Nachmittag kurz Besuch. Eine sehr junge Frau erzählte von ihrer Au Pair-Zeit in USA, der Kerle wollte alles wissen und natürlich alles sehen: „Da fahren wir auch hin!“ Wie gerne würde ich das tun. Aber, erstens ist das mit einem Rolli schon eine Herausforderung und zweitens fehlt mir dazu das nötige Geld, ganz abgesehen davon, dass wir dann immer noch keine Begleitung haben. Wir kommen ja noch nicht einmal in die Weinberge, die hinterm Haus beginnen.

Das Töchting singt Kauderwelschlieder, wie immer und mag auch nicht aufstehen. Ganz krumm liegt sie und guckt Schlümpfe (Comik-Geschichten) an. Ich trinke meine Tasse leer, zieh die Aufbaunahrung auf, geht ins Kerlezimmer und bekomme wahrscheinlich gleich ein mürrisches Knurren. Aber verhungern lassen werde ich ihn nicht – wenigstens kotz Carsten grad nicht!

Kuddelmuddelgedankenchaos

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