Allgemein, Gedanken

Septemberlicht & keine Zeit

Hier ist viel los – nicht immer schönes, aber auch nicht nur schlimmes oder fürchterliches. Es pulsiert das Leben im Coronarhythmus. Manchmal wird mir angst und bange, wenn ich daran denke, dass die neue Welle auf uns zurollt. Wir werden jedenfalls noch mehr isoliert und wenn es Winter ist, dann ist das Leben kleiner.

Das Septemberlicht habe ich vor Tagen eingesprochen – hört es euch an und schreibt mir mal, wie es euch gefällt!

Behinderung, Familie, Gedanken

Wegfahrwehdam, Rückenweh und anderes

Es stimmt nicht, dass alle wegfahren. Und doch kommt es mir so vor. Ein Freund fährt heute zum bestimmt vierten Mal in Urlaub – mit dem Wohnmobil – und ich bin neidisch.  Die paar Tage, die ich woanders war, kann ich an meinen zehn Fingern abzählen. Raus will ich, am liebsten ans Meer, am allerliebsten an die Ostsee! Dabei ist es völlig egal, ob es Sommer, Winter, Frühling oder Herbst ist, dieses Wasser liebe ich. Auch ist es egal, ob Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern! Es ist überall schön, man kann es nicht miteinander vergleichen. Ich möchte wegfahren, raus aus dieser Enge, fort von den festgefahrenen Beziehungen, etwas anderes als Weinberge sehen, nicht selbst kochen und mit den Junioren abends in einem Bett kuscheln und vorlesen. Seeluft regt den Appetit an – Carsten würde wenigstens für eine Weile gut essen. Wiebke könnte gegen den Wind anschreien und wir alle Fisch satt essen. Es wird nichts werden. Wir haben keine Begleitung …

Rückenschmerzen habe ich, weil es an der Zeit war, das Wohnzimmer umzustellen. Kaminzeit wird es langsam wieder und draußen ist es eh dunkel. Dass ich immer noch nicht fit bin, habe ich gemerkt, als der Teppich schon aufgerollt und die Sofas mitten im Raum standen – da gab es kein zurück, da musste ich durch. Im Frühjahr wurde der Kamin nicht richtig geputzt. Ich habe es einfach nicht geschafft, aber so, wie er war, konnte der Kamin nicht bleiben. Meine hellgrauen Haare waren schlussendlich dunkelgrau und mein Rücken jubilierte. Was bin ich froh, dass das nur eine vorübergehende Erscheinung ist, denn mein Rücken ist eigentlich topp!

Mein Fotoapparat ist immer noch kaputt, der Junioren ihre Speichenschutze am Rollstuhl halten nur noch mit Klebeband zusammen und die Greifreifenüberzüge – ja sowas gibt es – sind dermaßen schmutzig und nicht sauber zu bekommen, dass ich gleich im Doppelpack eine neue Ausstattung bestellt habe. Das geht jetzt alles den Weg durch die Instanzen: Rezept mit Begründung und Diagnose der Behinderung zum Sanitätshaus bringen, dieses reicht das Rezept bei der Krankenkasse ein, da wird es geprüft, eventuell noch einmal bei uns nachgefragt und erst dann können die Teile bestellt werden. Wiebkes neue Brille drückt. Ich vermute, mein Töchting mag diese Brille nicht und hat absichtlich die Bügel ein bisschen richtig gebogen. Okay, heute habe ich die alte Brille mit neuen Gläsern abgeholt – damit sollte dies Problem vom Tisch sein.

… und jetzt gibts ‘nen Kaffee und Schokolade – Nervennahrung – heute Nachmittag brauche ich starke Nerven und Geduld und den Klappe halten Spruch muss ich mir dick hinters Ohr schreiben!