Familie, Gedankenchaos

eine wie diese

Hab ich was zu erzählen? Doch nichts Weltbewegendes. Ein ganz normales Leben einer pflegenden Mutter. Nichts, was Influenzer großartig berichten. Und doch möchte ich gesehen werden – aber was soll ich erzählen:

  • dass heute Morgen des Töchtings Zimmer total vollgekrümelt war, damit gestaubsaugt wird.
  • dass ich im Bad ein Parfüm fallen gelassen habe und nun das Zimmer nicht wirklich duftet.
  • dass der Kerle so getrödelt hat und er nichts mehr trinken konnte, weil der Bus vor der Tür stand.
  • dass meine Kaffee kalt geworden ist.
  • dass vor der Haustür eine Palette mit Holzschnitzeln steht, von der ich nicht weiß, wann ich sie im Garten verteilen soll.
  • dass ich keine Ahnung habe, was wir heute Abend essen.

Alles total langweilig. Gleich muss ich zum Doktor und ich bereite mich jetzt schon auf die Wartezimmerzeit vor.

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14:04 Uhr: Wartezeit kann ich wirklich gut überbrücken – ich habe immer ein Buch dabei!  Der Doc und ich haben über Geschwisterproblematik gesprochen, er musste lachen als ich sagte: „Unrat vorbei schwimmen lassen!“

Familie

gleichzeitig im Leben

Regenbogen

Das Leben ist manchmal schon ein verrückter Gemischtwarenladen. Trauer, Sonnenschein, Sehnsucht, Chaos und mittendrin bitte noch gute Laune.

Heute wird ein wunderschöner Spätsommertag. Perfektes Wetter für einen Ausflug mit MamS und unseren Junioren. – Raus, los, irgendwohin, Spaß haben, gemeinsam lachen. Ja, und dann die Erkenntnis: Ach ja … du bist nicht mehr da. Scheiße! Ich hätte dich heute verdammt gerne dabei. Nicht nur weil du beim anziehen und versorgen hilfst! Alleine motivieren, anziehen, versorgen, organisieren und dabei selbst nicht völlig den Überblick zu verlieren, das kostet enormes Improvisationstalent.

Du fehlst mir vor allem als Lieblingsmensch. Als Gesprächspartner, dem ich alles erzählen konnte. Du fehlst, als Kummerkasten und Partner beim Quatschmachen und lachen. Und natürlich fehlst du mir als der Mensch, an den ich mich einfach kuscheln konnte. Du fehlst. Jeden Tag.

Wir werden heute einen wunderschönen Tag haben, obwohl du fehlst. Wir sind zu einem Fest eingeladen und werden feiern.

Das Leben fragt nicht, ob es gerade passt. Wir leben!

Familie

Indirekt an meine Geschwister

Meine Zeit und Energie sind mir zu wertvoll, um Menschen hinterherzulaufen, denen weder ich noch meine Kinder wirklich wichtig zu sein scheinen. Wer meine Beiträge im Chat wiederholt unbeantwortet lässt, meine Kinder nicht wahrnimmt und ihnen mit wenig Empathie begegnet, muss damit rechnen, dass ich klare Konsequenzen ziehe und den Kontakt begrenze oder beende – auch innerhalb der Familie.

Geschwister zu sein, ist kein Freibrief für Lieblosigkeit, Ignoranz oder respektloses Verhalten. Familie bedeutet für mich mehr als gemeinsame Gene oder ein gemeinsamer Stammbaum. Sie zeigt sich durch Interesse, Wertschätzung, Verlässlichkeit und einen respektvollen Umgang miteinander.

Zum Glück gibt es Menschen in meinem Leben, denen ich wirklich wichtig bin. Menschen, die mich wertschätzen und meine Junioren so annehmen und lieben, wie sie sind: im Rollstuhl, mit kognitiven Einschränkungen und mit all den besonderen Eigenschaften, die sie einzigartig machen.

Wer das nicht sehen oder anerkennen möchte, darf seinen Abstand gerne beibehalten. Ich werde niemandem mehr hinterherlaufen, der mir und meinen Kindern nicht mit Respekt und echtem Interesse begegnet. Gemeinsames Blut ersetzt weder Empathie noch Charakter.