Behinderung, Familie, Gedankenchaos

wohlwollend unverstanden

Meine Zeit rennt. Ich stehle mir ein paar Minuten und weiß, dass sie mir später fehlen. Dass ich, wenn wir heute Nachmittag zur  Nachgeburtstagsfeier einer Helferin gehen, bei der Pflege und Vorbereitung in extremen Zeitdruck gerate. Es wird eng. Dumm ist, dass ich meine gestohlenen Momente nicht wirklich genießen kann. Die innere Anspannung ist zum Platzen gefüllt. Immer auf dem Sprung zu sein, lässt keine Ruhe zu.

Pflegende Angehörige kennen das Phänomen, aber drum wissen und abstellen sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

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Mein Tagesablauf ist völlig konträr den euren gegenüber, fast jedem anderen Menschen gegenüber, der/die niemanden pflegt. Wir können uns gegenseitig noch so viel bemühen und zu verstehen versuchen, wir können es nicht nachvollziehen. Ich nicht, wie es ist Homeoffice zu machen und gelegentlich ins Büro gehen und ihr nicht, welche psychische Anstrengung zur physischen es ist, die Junioren bei Laune zu halten. Wir dürfen alle nicht vergessen: die Beiden sind erwachsen und wollen nicht wie Kinder angesehen und behandelt werden. Da kommt der Begriff Ableismus wieder. Sie sind ‚selbstständig‘, obwohl sie in jeder Lage auf Hilfe angewiesen sind. Mich nervt es, wenn wir bemitleidet werden. Mich nervt es aber auch, wenn Menschen zum Trost sagen, dass sie in bestimmten Dingen auch Hilfe gebrauchen. – So, und jetzt sagt, dass man es mir nie recht machen kann und dass es schwierig ist zu kommentieren!

Wir kennen uns nur virtuell und nur ein Bruchteil des Ganzen. Meine Beiträge sind Momentaufnahmen und im Kontext nicht vollständig. 

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Sorry fürs Kuddelmuddel: Fortsetzung folgt …

Alltag, Familie, Gedankenchaos

Wattetage

Abend und immer noch in Unruhe. Unbehaglich mit mir selbst obendrein. Fusselig quasselnd rede ich den Junioren seit Tagen jeden Schluck Flüssigkeit in den Mund. Zusätzlich zur Einsamkeit sind die Träume auch noch versteckt.

Wenigstens kratzt in der Ferne eine Geige ihr jammervolles Lied.

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– viel zu viel heute –

Behinderung, Familie, Gedankenchaos

Herz in die Hose

Fang das Sonnenlicht ein bis es verschwindet. 

Mir sitzt, wieder einmal, mein Herz in der Hose. Meine Angst ist präsent, viel zu gegenwärtig. Und dann ist da auch noch People Pleasing, ich will es allen recht machen, suche Fehler zuerst bei mir. Eigene Bedürfnisse stelle ich hintan. 

Heute Nacht habe ich einen Podcast gehört, in dem es um Geschwisterkonstellationen ging. Ertappt – ich bin die Älteste von sechs Geschwistern – schon zu Kinderzeiten habe ich mich gekümmert und habe nur außerhalb der Familie rebelliert (auch wenn es anders aussah). Schon damals habe ich alles ‚falsch gemacht‘ und wollte es doch allen recht machen und nur geliebt, gesehen, anerkannt werden.  

Jetzt, tagsüber unruht es in mir sehr. Der Freundin habe ich geschrieben, sie hat geantwortet, ich habe nur die ersten Zeilen gelesen und traue mich nicht weiter. Hab ich Sch..ße gemacht, in dem ich gefragt habe, ob ich was falsch gemacht habe? O je. Angst komm raus, du bist umzingelt! Aber wenn sich die Angst immer um sich dreht und in den eigen Schwanz beißt? 

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Pflege und Versagensangst hängt eng beieinander und ist nicht mein alleiniges Problem. Angst nicht gerecht zu werden – sich selbst, den Freunden, dem System, der Nachbarschaft, der Gesellschaft, etc pp, macht einsam.