Kuddelmuddel

Aspergergedanken

 Im Krankenhaus wusste jeder, dass ich Asperger-Autistin bin, der oder die meine Akte auch nur kurz angeschaut hat. Es stand vorne drauf. Nicht jede Pflegekraft konnte damit umgehen, mussten sie auch nicht, weil ich sowieso anders – krankheitsbedingt – besonders reagiert habe. Manche Situation war dennoch brenzlig, aber ich konnte mich – wenn auch nicht körperlich – immer wieder zurückziehen und mein Schneckenhaus zumachen. Es hat mich niemand gestört oder gar insistiert – ich war dann einfach weg!

Am Anfang Daheim habe ich es genossen, dass ich umsorgt werde. Ich konnte ja auch selber gar nicht viel machen und war froh um jeden Handgriff, der m8r abgenommen wurde. Jetzt, da ich zunehmend gesund werde, jetzt fehlt mir mein Schneckenhaus. Ich fühle mich überbemuttert! Erwartet nicht von mir, dass ich aus dem Nähkästchen plaudere, die Helferin ist und bleibt ein Engel und das Vorlesen das Pastorenfreundin macht mir Freude, aber tagsüber – so empfinde ich es – habe ich kaum eine freie halbe Stunde um einmal ganz ich zu sein. Immer versuche ich es den, zugegebenermaßen, netten hilfsbereiten, die mich ja beim gesund werden unterstützen wollen, Recht zu machen oder zumindest meine Dankbarkeit spüren zu lassen. Aber ganz ehrlich, manchmal gehen sie mir mit ihrer Fürsorge auf die Nerven. Allerdings sagen, ihnen das diplomatisch vermitteln, das kann ich leider nicht – ich mag diese Menschen. Aber zu viel um mich kümmern erdrückt mich. Sorry!

Mag sein, dass dieser Beitrag  undankbar klingt, das soll nicht den Anschein erwecken. Ich weiß die Hilfe sehr wohl zu schätzen, aber ich finde meinen eigenen Platz nicht. Ich fühle mich fremdbestimmt. Und jetzt greift die Zensur!