Gedicht

Zähle die Mandeln

Zähle die Mandeln,
zähle, was bitter war und dich wachhielt,
zähl mich dazu:

Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah,
ich spann jenen heimlichen Faden,
an dem der Tau, den du dachtest,
hinunterglitt zu den Krügen,
die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet.

Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist,
schrittest du sicheren Fußes zu dir,
schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens,
stieß das Erlauschte zu dir,
legte das Tote den Arm auch um dich,
und ihr ginget selbdritt durch den Abend.

Mache mich bitter.
Zähle mich zu den Mandeln.

Paul Celan

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Ansonsten stecke ich – nicht aus familiären Gründen, eher der Sachsen-Anhaltinischen Wahl geschuldet – wieder in einer diffusen Angst. Es ist erschreckend wie diese blaue Partei dort steht. Merkt denn keiner, dass sie menschenverachtend sind?

Gedicht

möchte

möchte nicht aufgeben
nur verzweifeln
will ich auch nicht
werde mich anstrengen
und kämpfen um mein Glück
will nicht verlieren
doch gewinnen auf Kosten andrer
geht nicht
wünsche mir inneren Frieden
werde gelassen Dinge angehen
die ich beeinflussen kann
erbitte mir Hilfe
will nicht hilflos dastehen
wenns nicht weitergeht
verlange von mir und den Anderen nichts
was nicht zu machen ist
erhoffe mir aber Verständnis
eine starke Hand
die mich hält und immer ein offenes Ohr
mir gefällt es nach vorne
zu schauen nicht zurück
denn Vergangenes soll Vergangenes sein

© petra ulbrich

Gedicht

Sommerferien

Manchmal beginnt Urlaub
dann, wenn die Zeit zur Ruhe kommt.

Der Blick wird groß,
Gedanken werden still,
und Schönes darf kommen.

Was bleibt,
sind Erinnerungen,
und ein Gefühl,
dass der Sommer lang ist.

© petra ulbrich

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Dies Gedicht habe ich zum Abschluss des Sprachcafé für Frauen geschrieben. Es war eine wunderbare Zeit mit den sehr unterschiedlichen Frauen aus (fast) allen Ländern der Welt. Ich habe viel gelernt und begriffen, dass die deutsche Sprache einer der schwierigsten überhaupt ist.