Gedanken, Gedicht

Küsschen, Herzchen etc. pp

Dann sehnen wir uns
nach Menschen weil wir einsam sind
Komm doch mal rüber
lies ein gutes Buch zum Atem holen
Ich stärke dich
schicke Weite für unsere Herzen
Zusammen sind wir weniger allein
wie soll einer allein auch warm werden

You never walk alone

Gemeinsam gehts besser
du bist nicht allein
Willkommen ob groß oder klein
Warum wir den einen hören
und den anderen überhören?
Wer weiß das schon
Nicht jeder der ruft, meint es gut

Leben wird aus Mut gemacht
Was, wenn man gerade nicht kann

Es einfach lassen?

© petra ulbrich

∙∙∙∙∙

Gedanken zu 7 Wochen ohne – aufgeschrieben zwischen Windeln wechseln, Waschmaschine füllen, Vesperbrot richten, einkaufen und Angst haben.

Draußen hämmern die Baumaschinen, die Straße wird aufgerissen – wir bekommen auf dem Dorf schnelles Internet. Nur wann das so weit ist, ist die nächste Frage. Es dröhnt in meinen Ohren und hat Auswirkungen auf mein Sehvermögen.

Gedicht

Worte

Allein: du mit den Worten
und das ist wirklich allein,
Clairons und Ehrenpforten
sind nicht in diesem Sein.

Du siehst ihnen in die Seele
nach Vor- und Urgesicht,
Jahre um Jahre – quäle
dich ab, du findest nicht.

Und drüben brennen die Leuchten
in sanftem Menschenhort,
von Lippen, rosigen, feuchten
perlt unbedenklich das Wort.

Nur deine Jahre vergilben
in einem anderen Sinn,
bis in die Träume: Silben –
doch schweigend gehst du hin.

Gottfried Benn

∙∙∙∙∙

nachdenkliche Sonntagsgrüße – leicht schwindlige. 

Allgemein, Gedicht

Kopfkino

Wo bin ich hier nur gelandet
Wie sieht die Welt hier aus
Wer weiß das schon
Häuser tragen Fensterläden
Meist hellgrau, leicht streifig
Wann scheint es dunkel
In Fenster und Türen
Ein Licht
Was passiert
Nichts
Allein der Tag geht in den Ruhestand
Irgendwo hinter den Augen
Rattert das Kopfkino

© petra ulbrich