Schlagwort: behindert

versetzt

Ich bin versetzt worden – nicht absichtlich – aber es macht etwas mit mir. 

Ich, die immer überpünktlich bin – Autisten haben diese Angewohnheit, erst wollte ich Macke schreiben, aber das ist negativ besetzt – war vorbereitet und ich habe mir die Zeit freigehalten. Wäsche zusammenlegen, dazu hatte ich, laut meinem inneren Plan, genug Zeit danach. 

Es kam aber die Frau nicht, die mir bei dem Blindenantrag für Carsten helfen wollte. Wäsche zusammenlegen konnte ich auch nicht, weil das meine Ordnung durcheinandergebracht hätte. Ein Anruf bei ihr landete auf dem Anrufbeantworter. Jetzt sitze ich hier, habe inzwischen mit der Wäsche begonnen, und warte auf den Rückruf ihrerseits. Ich kann nicht aus dem Haus, weil ich dann meinerseits nicht erreichbar wäre (meine ich). Mein ganzes Konzept stürzt zusammen. Mir geht es verdammt schlecht damit, weil ich nämlich so darauf gehofft habe, heute etwas abschließen zu können.

Außerdem, oder vielleicht deswegen, ist mein Kiefer total angespannt, das Provisorium in meinem Mund fühlt sich als Fremdkörper an – die Zahnbehandlung wird langwierig und teuer. Wenigstens den Junioren geht‘s prächtig. ❤️ 

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10:18 Uhr – es hat sich geklärt. Eine von uns – wer tut nicht zur Sache – hat den Tag verwechselt. Sie kommt morgen.

Erkenntnis

Ich wohne gern allein in mir. Hin und wieder freue ich mich über Besuch. Und zu Dir hinüber würde ich sogar eine feste Brücke bauen.

Diejenige, für die diese Zeilen bestimmt sind, wird es erkennen! Ich denke allerdings – und das ist ganz neu für mich – dass ich viel mehr, als nur eine Brücke bauen könnte.  Es liegt an mir, ich habe mein Misstrauen hinterfragt und festgestellt, dass es (oft) total unnötig ist.

Samstagmorgengedanken

Es ist gar nicht mal so früh an diesem Samstagmorgen. Ich strolche durch verschiedene Blogs und denke mir: ich muss raus aus dieser Bubble, ich fühle mich gefangen. Aber wie schaffe ich das, die immer gleichen Themen zu durchbrechen? Ich lese bereitwillig Dinge, die mich überhaupt nicht interessieren, nie interessiert haben – über Büroarbeitsplätze, über Bücher, die ich nie lesen werde, und über Reisen, die ich niemals machen kann. Ich stecke fest. Auch der Umstände wegen, weil ich nicht flexibel genug bin. Sind es die äußeren Umstände oder mache ich sie mir selbst?

Vermutlich sowohl, als auch. Ich habe mich in meiner Bequemlichkeit eingerichtet. Es ist ja auch einfach, dazusitzen und machen zu lassen, statt selbst zu tun. Selbst zu tun braucht erstens Mut und zweitens Kraft und drittens den Tritt in den Hintern, um anzufangen.

Als Erstes muss ich mich zwingend öffnen und neu orientieren – ich möchte die Menschen in der Bubble nicht verlassen, sie sind mir wichtig, ich möchte nur auch mal woanders hin. Dazu braucht es aber Offenheit von anderen Leuten außerhalb und keine geschlossene Blase. Es braucht Türen, die auch mal andere, vielleicht vordergründig unbequeme Menschen, in ihr Reich reinschauen lassen und nicht gleich sagen: die ist aber blöd! Die hat vor ein paar Jahren den Laden dermaßen aufgemischt, die lassen wir nicht wieder rein, weil sie total was anderes sagt.

Wisst ihr, wenn man diesen Stempel hat, wenn man anders ist und vielleicht auch noch anders aussieht, eine andere Sozialisierung hat und anders denkt, dann muss man ganz schön strampeln, um in anderen Gruppen Fuß zu fassen.

Ich weiß, wovon ich rede! Ich bin ausgegrenzt worden, auch deswegen, weil ich provozierend war und unkonventionelle Ideen hatte, Thesen aufgestellt habe, die den Finger in die Wunde gelegt haben und die den Mitmenschen den Spiegel vorgehalten haben. Niemand mag in eine Fratze gucken, ich auch nicht. Da wurde mir gesagt: du hast hier nichts zu suchen, guck nach Gleichgesinnten und lass uns mit deinen kruden Ideen in Ruhe. Da wird man zum Einzelkämpfer. Aber als einzelner kannst du nichts machen – da wirst du höchstens einsam und suchst dir halt ne Bubble, wo du zwar nicht wirklich reinpasst, aber geduldet bist. Und ganz im Inneren sehnst du dich nach anderen und stößt an verschlossene Türen.

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