Asperger Syndrom, Gedanken, Kuddelmuddel

vergleichen

Vorab – ich schreibe dies ungefiltert und werde vermutlich Kommentare provozieren, die mir schaden wollen. Egal! Ich will auch nicht hören, dass dies hier mein Blog ist und ich hier machen kann, was ich will. Da lasse ich mir sowieso keine Vorschriften machen. Die Gedanken gehen eher dahin, dass keine:r mehr lesen mag, weilˋs als meckern oder jammern ausgelegt werden kann. Mein Selbstbewusstsein ist eh in der Hose.

Schon seit ich denken kann, werde ich verglichen oder vergleiche ich mich mit anderen. Das geht immer schief, weil nichts wirklich gleich ist. Die Voraussetzungen sind anders, die Themen andere und die Menschen dahinter sowieso. Angstbeladene Menschen, wie ich, hegen oft Zweifel überhaupt liebenswert zu sein. Besonders dann, wenn sie auf wohlmeinende Aufmerksamkeiten kratzbürstig reagieren. Mein Bestreben ist es nicht zu polarisieren, aber um meiner selbst Willen, um Authentizität zu wahren, handele ich viel zu oft schroff. Das erschreckt andere, sie deuten meine – für mich Hilferufe – als Forderungen und ziehen sich zurück. Ich fange an zu vergleichen, sehe, dass andere geliebt werden, dass sie glücklich scheinen, ohne Probleme sind und – die Blogs – lieber gelesen werden.

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… neue Seite, da ich unterbrochen wurde.

Behinderung, Kuddelmuddel

keine Schafe da

Da, wo noch vor vielen Jahren die amerikanischen Soldaten stationiert waren und am 11. Januar 1985 ein Pershingunfall war, da ist jetzt ein Naherholungsgebiet, das auch herrlich rollstuhltauglich ist. Die Waldheide von Heilbronn!

Wir waren heute dort spazieren – ganz ohne Auto. Mit dem Bus haben wir eine kleine Ausfahrt gemacht und wollten eigentlich schon gleich wieder runterfahren, als wir die vielen Autos auf dem Parkplatz gesehen haben. Haben wir zum Glück nicht gemacht, denn auf dem weitläufigen Gelände sind wir nur sehr wenigen Menschen begegnet. Allerdings waren auch die Schafe nicht da und die Bienenvölker fliegen woanders. Ein älterer hutzeliger Herr fiel mir auf. Er schob einen schweren Rollstuhl und darin saß ein stattlicher Mann. Dieser war der Sohn, sehr kontaktfreudig. Er winkte uns neugierig zu sich. Ein bisschen Smalltalk und abtasten, ob sich die Leut eventuell kennen. Das taten sie aber nicht! Mein Kerle kannte den behinderten Mann nicht. Wir zogen weiter! Gingen einen schmalen Weg und setzten uns in die Sonne auf eine Bank. Das war gut so. Die beiden Männer begegneten uns so ein zweites Mal. Mir war in der Zwischenzeit so einiges durch den Kopf gegangen. Wo ist der Mann in der Woche? Geht er in die Lebenswerkstatt? Was macht er in seiner Freizeit? Ich musste den Vater ansprechen und habe erfahren, dass die betagten Eltern mit 88 Jahren ihren Sohn daheim alleine betreuen und pflegen. Sie kennen nicht die Offenen Hilfen, die uns inzwischen eine lieb gewordene Institution geworden ist. In meinem Hirn ratterte es. Der Mann braucht andere Menschen um sich, nicht nur seine Eltern und diese brauchen ab und zu ein wenig Entlastung. Weiß ich doch ganz genau, wie das ist, wenn man jemanden pflegt. 24/7 – das ist auch für zwei fitte so alte Menschen heavy!  Kackfrech habe ich nach der Telefonnummer gefragt und dem Vater versprochen, dass ich den Kontakt herstelle. Was sie schlussendlich draus machen, liegt nicht in meiner Hand. Aber die Mutter, die beim Ausflug nicht dabei war, mit der ich aber vor einer halben Stunde sehr ausführlich telefoniert habe, ist nicht abgeneigt und mir scheint, sie hat sich gefreut. 

… und ich denke Zufälle gibt es nicht. Unser toller Hausarzt ist auch deren Arzt. Ob meine Junioren nun was mit R. machen, glaub ich nicht – sie sind vom Naturell dann doch zu unterschiedlich, aber es gibt Angebote bei der OH, die genau das Richtige für R, sind. Ich hoffe sehr, dass ich da einen Stein angestoßen habe … 

Behinderung, Gedanken

Alptraum

Die letzte Nacht verbracht, mit Träumen von Krieg und Tod. Immer wieder war ich wach. Immer wieder kamen diese Bilder. Einmal bin ich aufgewacht von meinem eigenen Schrei. Dieser Konflikt, dieser Krieg in der Ukraine macht mich hilflos. Die Bilder vom Massaker in Butscha kann ich nicht ertragen. Sie machen mich wütend und traurig zugleich.

Warum? Was bringt es Menschen abzuschlachten? Was macht das mit mir? Warum geht mir das so nah? Mir sacken die Beine weg und immer wieder sehe ich meine Kinder auf der Straße liegen. Mit gefesselten Händen, die Räder des Rollstuhls rollen noch …