Manchmal, nachts, in der großen Stille, wache ich auf, lausche und flüstere dann wie lautlos ins Dunkle: „Bist Du da?“
Ich sollte mal etwas Kluges schreiben, nicht nur immer wehmütig an das denken, was nicht geht. Das sehen, was machbar ist, und stolz darauf sein.
Stolz? Warum denn ausgerechnet stolz auf etwas sein, das ich für selbstverständlich halte? Somit komme ich zum Zitat: Oftmals greife ich, nach so vielen Jahren – inzwischen habe ich sogar ein anderes Bett – links neben mich und fasse ins Leere. Oder ich taste Bücher, die ich lesen möchte und nicht lesen will. Nicht lesen kann, weil ich entweder dazu zu müde bin oder mich momentan kognitiv überfordert. Seichte Literatur – was auch immer man sich darunter vorstellt –, meist hochgeschätzte Jugendliteratur – verschlinge ich, es bleibt aber nichts hängen. Ich vermisse MamS – und jetzt bin ich wieder dort gelandet, wo ich immer lande – ich vermisse ein Gegenüber, mit dem ich mich auch mal streiten kann.
Ich vermisse ihn aber nicht nur deswegen. Vor Jahren wären wir an einem Pfingstsonntag wie diesem weggefahren und hätten etwas erlebt. Wären vielleicht sogar an den Gardasee gefahren, in irgendeine Pension, denn die Unterkunft war nicht so wichtig, Hauptsache weg aus dem Alltag, woandershin …
∙∙∙∙∙
Ist das jetzt etwas Kluges? Garantiert nicht! Aber ich mag gerade nicht über Politik schreiben. Weder um die im eigenen Land noch weltweit. Es liegt so viel im Argen. Meine kleinen eigenen (politischen) Differenzen mit den örtlichen Behörden und die Kämpfe um Teilhabe reichen mir vollkommen im Moment.