Behinderung

der König ist müde

… es lebe die (kleine) Hexe!

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Grüße gehen in die Welt – weit, fern und ganz nah!

Behinderung, Kuddelmuddel

keine Schafe da

Da, wo noch vor vielen Jahren die amerikanischen Soldaten stationiert waren und am 11. Januar 1985 ein Pershingunfall war, da ist jetzt ein Naherholungsgebiet, das auch herrlich rollstuhltauglich ist. Die Waldheide von Heilbronn!

Wir waren heute dort spazieren – ganz ohne Auto. Mit dem Bus haben wir eine kleine Ausfahrt gemacht und wollten eigentlich schon gleich wieder runterfahren, als wir die vielen Autos auf dem Parkplatz gesehen haben. Haben wir zum Glück nicht gemacht, denn auf dem weitläufigen Gelände sind wir nur sehr wenigen Menschen begegnet. Allerdings waren auch die Schafe nicht da und die Bienenvölker fliegen woanders. Ein älterer hutzeliger Herr fiel mir auf. Er schob einen schweren Rollstuhl und darin saß ein stattlicher Mann. Dieser war der Sohn, sehr kontaktfreudig. Er winkte uns neugierig zu sich. Ein bisschen Smalltalk und abtasten, ob sich die Leut eventuell kennen. Das taten sie aber nicht! Mein Kerle kannte den behinderten Mann nicht. Wir zogen weiter! Gingen einen schmalen Weg und setzten uns in die Sonne auf eine Bank. Das war gut so. Die beiden Männer begegneten uns so ein zweites Mal. Mir war in der Zwischenzeit so einiges durch den Kopf gegangen. Wo ist der Mann in der Woche? Geht er in die Lebenswerkstatt? Was macht er in seiner Freizeit? Ich musste den Vater ansprechen und habe erfahren, dass die betagten Eltern mit 88 Jahren ihren Sohn daheim alleine betreuen und pflegen. Sie kennen nicht die Offenen Hilfen, die uns inzwischen eine lieb gewordene Institution geworden ist. In meinem Hirn ratterte es. Der Mann braucht andere Menschen um sich, nicht nur seine Eltern und diese brauchen ab und zu ein wenig Entlastung. Weiß ich doch ganz genau, wie das ist, wenn man jemanden pflegt. 24/7 – das ist auch für zwei fitte so alte Menschen heavy!  Kackfrech habe ich nach der Telefonnummer gefragt und dem Vater versprochen, dass ich den Kontakt herstelle. Was sie schlussendlich draus machen, liegt nicht in meiner Hand. Aber die Mutter, die beim Ausflug nicht dabei war, mit der ich aber vor einer halben Stunde sehr ausführlich telefoniert habe, ist nicht abgeneigt und mir scheint, sie hat sich gefreut. 

… und ich denke Zufälle gibt es nicht. Unser toller Hausarzt ist auch deren Arzt. Ob meine Junioren nun was mit R. machen, glaub ich nicht – sie sind vom Naturell dann doch zu unterschiedlich, aber es gibt Angebote bei der OH, die genau das Richtige für R, sind. Ich hoffe sehr, dass ich da einen Stein angestoßen habe … 

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Plebs

Bin ich eigentlich ein Plebs, (oder heißt es Pleb? — seht ihr, daran kann man meine Ungebildetheit auch schon festmachen) wenn ich manch anscheinend wichtige Persönlichkeit aus der Geschichte und deren Geschichte dahinter nicht kenne? Ja, ich weiß nicht alles – ich gebe sogar zu, dass ich nur ein Bruchteil dessen weiß, was manch andere für ihre Allgemeinbildung halten. Jeder weiß etwas anderes und mein Streuobstwiesenwissen kann sich bestimmt sehen lassen. Wenig ist es nicht. Aber auf meiner Wiese blüht halt kaum das Geschichtshintergrundblümchen! Manches interessiert mich auch gar nicht. Wenn mich etwas interessiert, dann lerne ich gerne dazu …

Jeder Mensch kann lernen, dazulernen – auch diejenigen, die zum Beispiel meinen Sohn als doofen ungebildeten behinderten Krüppel bezeichnen. Kotzen möchte ich – der jungen Mutter direkt vor die Füße, die zu ihrem Vorschulmädchen gesagt hat, dass der Zwerg im Rollstuhl ja sowieso dumm ist: „Man kann ihn ja noch nicht mal verstehen und daran siehst du,“ so sagte sie dem Kind, „wer nicht richtig sprechen kann, der bringt es zu nichts!“ Ich hab nichts getan, noch nicht mal reagiert, hab mir nur meinen Teil gedacht…

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Himmelsende

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, Aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. | Konrad Adenauer

Manch jemand weiß nicht einmal was ein Horizont ist! Ich werde ’nen Teufel tun und den jungen Schnösel dessen zu bezeichnen. Es kann sehr gut sein, dass er ein Einserabitur hingelegt hat und nun erst einmal seine Ruhe haben will. Eins weiß ich aber gewiss, dass seine Mama die Wohnung bezahlt und der Papa fürs Essen sorgt. Nur grüßen kann er nicht, deswegen die nicht sehr nette Bezeichnung für den stets braungebrannten durchtrainierten, besonders schick angezogenen (ich mag seine Klamotten sehr) jungen Mann. Die Freundin sieht ein bisschen billiger aus. Sie trägt zumindest nicht das Logo eines Markenherstellers stolzgeschwellt auf ihrer Brust. Ihre T-Shirts sind zuweilen ein wenig labberig und meistens ungebügelt. Seit sie im Nachbarhaus wohnt, ändert sich allerdings ihr Kleidungsstil.

Eins möchte ich dennoch schreiben, denn, auch wenn sie total Maulfaul sind, so sind doch meine zwei schweren Wasserkisten heute wie durch Geisterhand vor meine Haustür geflogen. – Aus dem Augenwinkel sah ich noch ein weißes Guccihemd um die Ecke biegen …

… und was hat das mit dem obigen Zitat zu tun? Die jungen Leute nichts, aber andere Personen, über die ich hier nichts schreiben werde, weil man mir daraus – eher den Junioren – einen Strick drehen kann und das will ich weiß Gott nicht – gibt eh schon genug Querelen!