Bücher

Tijan Sila

Radio Sarajewo

Zwischen Gequatsche der Junioren und Essen machen und zuhören, die Junioren in der Badewanne bewachen, sie abtrocknen et. pp. habe ich heute nichts anderes gemacht, als gelesen. Tijan Sila, der diesjährige Bachmannpreis-Gewinner, ich habe das Buch: Radio Sarajewo verschlungen. Es ist in einer vermeintlich einfachen Sprache geschrieben, leicht zu lesen und dennoch schwer zu verkraften. Eine Kriegsgeschichte. Eine Familiengeschichte. Eine Geschichte eines Jungen. Manchmal stockte mir der Atem, um danach atemlos weiter zu lesen. Wie ein Zwang. Immer weiter. Ich, die noch nie einen toten Menschen gesehen hat, war fasziniert von der Schilderung des Jugoslawienkriegs. Wütend habe ich gelesen – bis zur letzten Seite gefangen von den schönen, brutalen Sätzen.

Behinderung, Bücher, Gedanken

zweifeln

Ich zweifle immer! Hab ich in einem Kommentar geschrieben. Manchmal bin ich auch am verzweifeln. An den Umständen meistens. Daran, dass ich so vieles nicht kann. Und dann probiere ich’s erst gar nicht. Dumm ist das, hätte MamS gesagt: „Versuch‘s doch wenigstens erst einmal. Du kannst, wenn es nicht geht, immer noch aufgeben! Dann aber mit erhobenen Kopf!“

Ich zweifle, ob ich was zu sagen habe. Ist nicht schon alles gesagt worden? Muss ich zum fünfundvierzigsten Mal das auch noch sagen? Mit anderen Worten? Aber wahrscheinlich machen es genau die anderen Worte aus…

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16:34 Uhr – Ich muss aufpassen, ganz dringend sogar, dass ich nicht in meiner Traurigkeit und den Selbstzweifeln erstarre. Die Junioren tun ihr Möglichstes mich rauszureißen. Gerade eben haben wir Ela ausgelesen! Also wird unser nächster Ausflug in ein Planetarium gehen. Über schwarze Löcher – ihr wisst, für mich sind die unergründlich – wollte der Kerle so einiges erfahren. Wiebke wollte eher wissen, ob man mit Rollstuhl ins All fliegen kann.

Bücher, Gedanken

müde und frierend

Die Nacht rächt sich. Dreieinhalb Stunden Schlaf sind zu wenig. So habe ich mir heute einen Schönheitstag gegönnt und mir endlich einmal wieder die Haare gefärbt und geschnitten. Mein Pony ist ein bisschen arg kurz geworden. Wächst zum Glück. Meine Haare glänzen in Anthrazitgrau. Sie glänzen endlich wieder und sind nicht rattenweiß. 

Der Kerle guckt und das Töchting spricht es aus: „Mama, diese Pampe in deinem Gesicht – geht das wieder weg?“ Ich hoffe doch sehr. Allerdings bin ich davon auch nicht wacher geworden!

Mein Lesebuch fordert mich heraus  – Monika Held, Der Schrecken verliert sich vor Ort – ganz schön harter Tobak. Wunderbar geschrieben!

P.S.: Mein Vater hat nachts auch geschrien!