Behinderung, Familie, Gedanken

Was für eine Nacht

Wie viele Stunden ich geschlafen habe, kann ich nicht sagen. Sehr oft war ich wach. Das Kopfkissen war zu flach. Das Kopfkissen war zu hoch. Das Kopfkissen zu fest und meine rechte Körperhälfte hat gekribbelt und wehgetan. Besonders die Schulter – Arthrose! Verschleiß! Rechts konnte ich nicht liegen und links war es eine Tortur. Mit einer zusätzlichen alten Wolldecke, die schwer auf mir lag, konnte ich zur Ruhe kommen. Vielen Autisten geht das so, dass sie etwas Schweres brauchen. Es gibt sogar Gewichtsschlafdecken zu kaufen, mir reicht es oft, den Druck auf die Unterschenkel und Füße zu erhöhen. Heute Nacht brauchte ich ihn überall. 

… und dann habe ich geträumt. Vom Alkohol. Vom heimlichen Trinken. Von Doppelkorn und davon, dass eine bekannte Frau – ich konnte sie nicht erkennen, aber ich war es nicht – meine Kinder im Rausch versorgt hat. Ich konnte nur zugucken. Ich war ja unter der schweren Decke! Es war bedrohlich. Angstbeladen. Mehrmals bin ich aufgestanden in der Nacht, habe nach dem Kerle und dem Töchting geguckt. Schlafen – sie haben geschlafen! Wie Carsten allerdings in dem Gestank schlafen kann, verstehe ich nicht. Seine Ausscheidungen sind die eines erwachsenen Mannes! 

Im eigenen Bett kam der Traum wieder und ein alter Bekannter. Der, vom fallen, in ein tiefes schwarzes Nichts. Jetzt habe ich das Gefühl, ich falle immer noch und nicht nur meine rechte Körperhälfte schmerzt. Alle Gelenke sind dick, tun weh und ich verfluche meine Schmerzmittelallergie.

Heute Mittag bringt uns eine befreundete Mutter Essen vorbei. Ich bin so dankbar – alles wird gut! Aber erst einmal dürfen die Junioren baden …

Behinderung, Familie

müde

Viel zu früh wach geworden. Viel zu wenig geschlafen. Ein kleines Frühstück nur und dann die Junioren wecken, die natürlich viel zu spät eingeschlafen sind und denen es um halb zehn viel zu früh ist.

Carsten hat wenigstens eine winzige Kleinigkeit gegessen. Wiebke streikt und nimmt den Kakao mit und bringt ihn wieder mit heim.

Um elf kam G., um kurz nach zwölf waren wir im Solebecken – es flutscht!Schwimmen macht Spaß und mit ihr als Helferin ist das für mich kein Stress. Alles easy!

Jetzt sind wir Daheim. Draußen regnet es immer noch. Statt Sonntagsbraten gab es Milchreis mit Zimtzucker und Apfelmus – die Herrschaften sind abgefüttert und ich sitze endlich – völlig kallone – auf dem Sofa und möchte zu gerne zur Seite fallen, um ein Stündchen zu schlafen. Der Tsunami ist abgeebbt, aber er hat Spuren hinterlassen. Die Aufräumarbeiten werden Tage dauern. Meine Ohren pfeifen ihre eigene Melodie, mein Wattekopf schwebt über den Wolken und der Kerle spielt zu meinen Füßen mit einem alten Autotransporter. Das Töchting sortiert ihre Schlümpfe und findet für den einen oder anderen kein passendes Gegenüber. Immer ist irgendwas nicht okay. Macht nichts – beginnt sie halt wieder neu und neu und neu …