Schlagwort: Leben

Ratschläge und Autistinnen

Gerade eben habe ich den wunderbaren Ratschlag bekommen, dass ich doch die Kommentare selbst schreiben sollte, dann steht da immer nur was ich lesen will👹. Was dieser Ratschlag für Autisten ist, dass kann ein nicht-neurodivergenter Mensch nicht ums Verrecken nachvollziehen und schon gar nicht verstehen.

Mir ist das sogar eine Backpfeife!

Es scheint mir fast so, als ob manche Menschen nicht begreifen, wie unterschiedlich verschiedene Köpfe sind und dass bestimmte Verhaltensweisen nicht einfach in diese oder eine andere Kategorien fallen. Ich bin nicht falsch, du bist nicht falsch – wir sind allesamt anders. Gerade schriftlich fällt es mir schwer – dabei dachte ich, es ist leichter – mich präzise auszudrücken. Aber auch Schriftsprache kann – ich erfahre es gerade einmal wieder schmerzhaft – so oder so ausgelegt werden. Miteinander reden ist immer gut. Nachfragen. Verständniskeitsfragen stellen, so habe ich es bei meinem Vater gelernt, hilft. 

Ich verstehe neurotypische Menschen oftmals nicht. Das, was sie voraussetzen, dass man doch wissen muss – Höflichkeitsregeln z. B. hinterfrage ich. Nicht, weil ich unhöflich sein will, sondern deswegen , weil manche Plattitüde unnötig ist …  

 

Selbstportrait aus nächster Nähe

Selbstportrait aus nächster Nähe
näher noch als nah
ich
sehe mich
ihr seht mich
sehen wir dasselbe
nun
wohl eher nicht
ich sehe mich
sehe ich mich
seht ihr mich
immer so
manchmal
niemals
was sieht man schon
wenn man etwas sieht
wenn man nichts sieht
wenn man glaubt man sähe
etwas
sehen
dies oder das oder jenes
?

blindbesehen

© petra ulbrich 💋

versetzt

Ich bin versetzt worden – nicht absichtlich – aber es macht etwas mit mir. 

Ich, die immer überpünktlich bin – Autisten haben diese Angewohnheit, erst wollte ich Macke schreiben, aber das ist negativ besetzt – war vorbereitet und ich habe mir die Zeit freigehalten. Wäsche zusammenlegen, dazu hatte ich, laut meinem inneren Plan, genug Zeit danach. 

Es kam aber die Frau nicht, die mir bei dem Blindenantrag für Carsten helfen wollte. Wäsche zusammenlegen konnte ich auch nicht, weil das meine Ordnung durcheinandergebracht hätte. Ein Anruf bei ihr landete auf dem Anrufbeantworter. Jetzt sitze ich hier, habe inzwischen mit der Wäsche begonnen, und warte auf den Rückruf ihrerseits. Ich kann nicht aus dem Haus, weil ich dann meinerseits nicht erreichbar wäre (meine ich). Mein ganzes Konzept stürzt zusammen. Mir geht es verdammt schlecht damit, weil ich nämlich so darauf gehofft habe, heute etwas abschließen zu können.

Außerdem, oder vielleicht deswegen, ist mein Kiefer total angespannt, das Provisorium in meinem Mund fühlt sich als Fremdkörper an – die Zahnbehandlung wird langwierig und teuer. Wenigstens den Junioren geht‘s prächtig. ❤️ 

∙∙∙∙∙

10:18 Uhr – es hat sich geklärt. Eine von uns – wer tut nicht zur Sache – hat den Tag verwechselt. Sie kommt morgen.

Copyright © 2026 voller worte – mit und ohne Innenfutter

Theme von Anders Norén↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.