Behinderung, Familie

Abends zur Essenszeit

Himmel überm Dorf
Himmel überm Dorf

Manchmal gibt es Tage, die schon gebraucht zur Welt kommen. Dann wieder kann es aber auch sein, dass sich solche am Abend auflösen und sich friedlich mit Kartenspielen und Pilzomelett zur Ruhe begeben. Der heutige war so einer:

  • Wiebkes Rollstuhlräder haben beim Rückwärtsfahren blockiert
  • Carstens Rollstuhlsitz war voller Marmelade
  • Kaffee war keiner mehr da
  • aller allergiegeplagten Augen tränen
  • meine Nase – ach, sprechen wir lieber nicht drüber
  • wegen zweier defekter Rollstühle war an einen, noch so kleinen Spaziergang nicht zu denken

… und dann löst sich alles in Wohlgefallen auf und der Abend ist gerettet!

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Außerdem bin ich langweilig! So sagt Carsten wenigstens. Mir ist aber gar nicht langweilig. Ich habe viel zu tun, bin beschäftigt – sogar sehr beschäftigt. Damit, dass ich den Laden hier am Laufen halte und die Junioren und andere Besucher unterhalte. Ich brauche jetzt ein Bier! Der Laden um die Ecke hat noch auf – ich hole mir jetzt ein Tannenzäpfle!

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Nachtrag um 22:02 Uhr: jetzt spinnt auch noch mein Handy – ich muss ins Bett. Schlaft gut, träumt süß von sauren Gurken!

Behinderung, Familie

höfliche Lebensart

Zur Lebensart gehört, dass man auch gegen sich selbst höflich sei.

Jean Paul

Höflich sein zu sich selbst, was bedeutet das für Euch?

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Für mich bedeutet es zum Beispiel, dass ich mich bei Bedarf zurückziehe. Dass ich mir Nischen schaffe und mir Zeit und Raum gebe. Nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn ich meinen Junioren gerecht werden möchte. Carsten hat heute Nacht bis um zwei Uhr am Tablet gespielt und Wiebke um sechs Uhr begonnen (mit) zu singen. Ein jeder von ihnen hat sich von dem anderen belästigt gefühlt. Abbekommen habe ich es.