“Wie geht es dir?“ Tja, was soll ich da antworten? Mein Infekt fährt Aufzug: Von der Lunge (mit Hustenanfällen), über Halsweh in die Nasennebenhöhlen, rauf bis in die Stirn (mit Druckkopfschmerzen) zurück in die Lunge. Überall bleibt ein bisschen was hängen und nichts kuriert sich richtig aus. Ansonsten geht‘s mir gut und solange die Junioren morgens in der Werkstatt sind, habe ich (fast) alle Ruhe der Welt …
Schlagwort: Leben
Power
Es war schwierig, eine Überschrift zu finden, denn ich möchte weder Mitleid noch Lob für mein Verhalten.
Der gestrige Tag war eine Herausforderung, schon im Vorfeld. Die Junioren waren angespannt, und wenn sie angespannt sind, reicht ein falsches Wort, um die Situation eskalieren zu lassen. Ich wäge jedes Wort dreimal ab, doch trotzdem tappe ich ins Fettnäpfchen. Das Töchting pinkelt in die Hose und ist peinlich berührt. Anstatt mich sie umziehen zu lassen, wehrt sie sich mit Händen und Füßen dagegen überhaupt hochgenommen zu werden. Ich muss meine gesamte Kraft aufbringen, um sie aufs Klo zu setzen.
Gleichzeitig wirft mir der Kerle vor, diktatorisch zu sein. Das schaukelt das Töchting hoch, und sie schreit noch mehr. Nebenbei läuft mir die Zeit davon. Wir müssen rechtzeitig los, und ich muss beide ins Auto setzen und die Rollstühle in den Kofferraum heben. Die dicken Winterjacken sind zwar sehr weich, aber dennoch unbequem und schränken die ohnehin schlechte Beweglichkeit noch weiter ein.
Wie soll ich das allein auf dem Friedhof schaffen? Wie komme ich mit zwei Rollstühlen zur Aussegnungshalle?
Wir haben es geschafft. Ein unbekanntes Pärchen hat mir geholfen, den Berg hochzuschieben, und Bekannte haben mir geholfen, wieder zum Auto zu kommen. Von den aufgeregten Junioren fiel der Druck ab, von mir noch lange nicht! Erst spät in der Nacht, als beide schon lange schliefen, kam ich zur Ruhe. Ich war ausgepowert!
Heute sind wir noch einmal unterwegs (auf Wunsch der Junioren) und fahren zum Spielnachmittag ins entfernte Dorf zu Freunden.
wie das wohl ist?
Am Samstag ist von meiner Freundin die Enkeltochter auf die Welt gekommen und der Papa von der Welt gegangen.
Wiebke fragt mich heute Morgen: „Wie das wohl ist, wenn man morgens aufwacht und ist tot?“ „Wenn man tot ist, wacht man nicht mehr auf,“ entgegnet Carsten, „aber die kleine J. hat die Seele ihres Uropas gekriegt und so ist das immer auf der Welt! Jemand stirbt, jemand anderes wird geboren.“ Mein Part war nur noch zu sagen: „Das ist der Lauf der Welt!“