Gedanken, Gedicht

Windtreiben

Der Wind braust ums Haus
wirbelt Blätter
Gedanken und Gefühle

Treibt mich
zum Wald
zu Prügel und Moos

Trägt mich weiter
zum Baum
und umhüllt

mich
mit
Zweigen und Geschichte

© petra ulbrich

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Es weht heftig. Unser Sichtschutzzaun zum Nachbarn neigt sich bedenklich, aber da er sowieso weg soll, stört mich das nicht. Die Geräusche sind gruselig und fast komme ich mir vor, als sei ich im Hexenhäuschen. Liegt das daran, dass wir gestern Märchen gelesen haben? 

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Musik am Pfingstmontag

Heute Nacht, als ich nicht schlafen konnte, habe ich einmal wieder die Mediathek des DLF strapaziert. Da habe ich auch den Beitrag von Vivian Kanner gehört und seitdem habe ich einen Ohrwurm. Ich mag spröde Menschen – vielleicht auch deswegen, weil ich selber Risse habe. 

Eigentlich – dieses Wort mag ich nicht, und doch gebrauche ich es immer und immer wieder – eigentlich möchte ich noch länger schlafen. Gestehe es mir aber nicht zu, da wir heute eine Helferin haben, mit der wir spazieren gehen können. Dazu muss ich vorher aber beide Junioren baden. Das setzt mich unter Druck. Der Kerle und das Töchting möchten noch nicht aufstehen. Verständlich, es ist Feiertag! Aber sie sollten auch sauber, angezogen, mit Frühstück versorgt und einigermaßen ausgeglichen sein. Das ist mein Dilemma …

Irgendwo auf der Welt gibts ein kleines bisschen Glück!

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Tagebuchbloggen

Wir sind alle ein schwarzes Loch an Bedürfnissen.

Nennt man das so? Das, was ich mache? So ganz stimmt das nicht – denn ich habe aufgehört aufzuschreiben, was hier geschieht. Für manche Leser zu profan, für andere nicht nachvollziehbar und für wieder andere zu aufgemotzt. Wenn aber eines meiner Kinder daheimbleiben muss, weil es etwas erhöhte Temperatur hat, sich ansonsten aber gut fühlt und gerne in die Werkstatt wollte, aber nicht darf, dann überkommt mich immer wieder einmal der heilige Zorn auf Corona! Dann werden die Tage lang, weil das Gegenüber nicht da ist, mit dem sie sich reiben könnten. Mir bringt das auch meinen Plan durcheinander. Einkaufen wird aufs Nötigste reduziert und holterdiepolter erledigt.

Es ist kalt draußen – der Mai hat begonnen! Ein milchiger Himmel grüßt. Kein Regen – noch nicht! In der Straße ist es ruhig, kein Auto ist in Klopapier eingewickelt und getanzt hat heute Nacht auch niemand. Wir wären gerne in einen Zoo gegangen oder auch nur in einen Tierpark, aber die Junioren werden sowieso schon zweimal in der Woche getestet, noch öfter will ich ihnen das nicht zumuten. An schwimmen, essen, Kino gehen, mag ich gar nicht mehr denken, dann wird mir der Kloß in meinem Bauch erst recht zum Wackerstein! Ich lasse den Kerle und das Töchting schlafen, die Maiwanderung und angrillen fällt eh ins Wasser …

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Auf

Noch eine Woche – oder doch länger – wer weiß das schon, bleiben die Junioren daheim! In Zeiten, wo Homeoffice propagiert wird und dringend angeraten ist, bin ich mir nicht sicher ob ich den Kerle und das Töchting in die Lebenswerkstatt schicken soll.

Für mich ist das hart, aber was ist die Alternative? Wer nimmt mir die Entscheidung ab? Doch, wie schaffe ich das auch? Außerdem wird es noch kälter werden. Für Morgen ist viel Schnee angesagt – vorhin waren es hier minus sieben Grad und unsere Haustreppe glitzerte eisig.

Auf! Ich lasse die Junioren noch schlafen…