Behinderung, Gedicht, pflegende Angehörige

morgens zu lesen

Ich kriege schon, was ich will, sagtest du.
Und du täuschtest dich.

Kein gemeinsames Singen
vorm schlafen gehen
Noch kommen Drachen
die mich bewachen
Die Sterne leuchten
zwischen Fenster und Wand
Der Duft der Dunkelheit
ist ein Hauch Freiheit

Doch kommt der Tag
mit den Fesseln
der Vernunft
und ich kriege, das was ich will
Eine Aufgabe, die keiner
so macht, wie ich es tue.
Aber du täuscht dich dennoch.

© petra ulbrich

Alltag, Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddelgedankenkarussell

Morgenmonolog

Steh auf! Hab doch schon Kaffee gemacht. Bist aber wieder ins Bett gehuscht. Ist auch fein warm. Das Leben wartet. Lass es warten – es läuft mir nicht weg! Mach das Radio aus, ich will nichts über mögliche Kriege und Viren hören. Du kannst zwar die Augen schließen, die Ohren nicht. Ich habe Angst vor einer/jeder Eskalation. Steh auf, tu was, dann hast du keine Zeit Angst zu haben. Aber warum rüsten alle auf? Beschießen, umbringen – sich gegenseitig schädigen, ist keine Lösung. Steh auf! Nein, ich habe noch 10 Minuten! Deine Tasse ist leer, du willst doch, bevor du die Junioren weckst, noch einen Kaffee trinken. Was ziehe ich an?

Ach, schon wieder Verzögerungstaktiken. Steh jetzt endlich auf…

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Nachtrag um halb acht: Junioren bleiben heute Daheim – ist ein sehr müder Morgen mit extrem schlechter Laune. „Im Bett bleiben ist die beste Alternative!“ Carstens hat es mal wieder auf den Punkt gebracht.

Gedanken, Gedicht

Windtreiben

Der Wind braust ums Haus
wirbelt Blätter
Gedanken und Gefühle

Treibt mich
zum Wald
zu Prügel und Moos

Trägt mich weiter
zum Baum
und umhüllt

mich
mit
Zweigen und Geschichte

© petra ulbrich

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Es weht heftig. Unser Sichtschutzzaun zum Nachbarn neigt sich bedenklich, aber da er sowieso weg soll, stört mich das nicht. Die Geräusche sind gruselig und fast komme ich mir vor, als sei ich im Hexenhäuschen. Liegt das daran, dass wir gestern Märchen gelesen haben? 

Behinderung, Gedanken, Junioren, Kuddelmuddel, Kuddelmuddel, Musik, Musik, pflegende Angehörige, Stress, Unruhe

Musik am Pfingstmontag

Heute Nacht, als ich nicht schlafen konnte, habe ich einmal wieder die Mediathek des DLF strapaziert. Da habe ich auch den Beitrag von Vivian Kanner gehört und seitdem habe ich einen Ohrwurm. Ich mag spröde Menschen – vielleicht auch deswegen, weil ich selber Risse habe. 

Eigentlich – dieses Wort mag ich nicht, und doch gebrauche ich es immer und immer wieder – eigentlich möchte ich noch länger schlafen. Gestehe es mir aber nicht zu, da wir heute eine Helferin haben, mit der wir spazieren gehen können. Dazu muss ich vorher aber beide Junioren baden. Das setzt mich unter Druck. Der Kerle und das Töchting möchten noch nicht aufstehen. Verständlich, es ist Feiertag! Aber sie sollten auch sauber, angezogen, mit Frühstück versorgt und einigermaßen ausgeglichen sein. Das ist mein Dilemma …

Irgendwo auf der Welt gibts ein kleines bisschen Glück!