Herz in die Hose

Fang das Sonnenlicht ein bis es verschwindet. 

Mir sitzt, wieder einmal, mein Herz in der Hose. Meine Angst ist präsent, viel zu gegenwärtig. Und dann ist da auch noch People Pleasing, ich will es allen recht machen, suche Fehler zuerst bei mir. Eigene Bedürfnisse stelle ich hintan. 

Heute Nacht habe ich einen Podcast gehört, in dem es um Geschwisterkonstellationen ging. Ertappt – ich bin die Älteste von sechs Geschwistern – schon zu Kinderzeiten habe ich mich gekümmert und habe nur außerhalb der Familie rebelliert (auch wenn es anders aussah). Schon damals habe ich alles ‚falsch gemacht‘ und wollte es doch allen recht machen und nur geliebt, gesehen, anerkannt werden.  

Jetzt, tagsüber unruht es in mir sehr. Der Freundin habe ich geschrieben, sie hat geantwortet, ich habe nur die ersten Zeilen gelesen und traue mich nicht weiter. Hab ich Sch..ße gemacht, in dem ich gefragt habe, ob ich was falsch gemacht habe? O je. Angst komm raus, du bist umzingelt! Aber wenn sich die Angst immer um sich dreht und in den eigen Schwanz beißt? 

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Pflege und Versagensangst hängt eng beieinander und ist nicht mein alleiniges Problem. Angst nicht gerecht zu werden – sich selbst, den Freunden, dem System, der Nachbarschaft, der Gesellschaft, etc pp, macht einsam.

 

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

Kategorien: Behinderung, Familie, Gedankenchaos

6 Kommentare

  1. Aber sobald du auf jemanden triffst, der sich auskennt, bekommst du Anerkennung und Respekt gezeigt.
    Ich bin auch ein People Pleaser und habe einmal gelesen, dass das Muster in der Kindheit entsteht. Wenn man Liebe oder Aufmerksamkeit nur dann bekam, wenn man angepasst, brav oder hilfsbereit war, lernt man früh, dass die eigenen Bedürfnisse zurückzustehen haben, damit die Beziehung zu wichtigen Bezugspersonen nicht gefährdet wird. Dieses Muster setzt sich im Erwachsenenleben fort, auch wenn die ursprüngliche Bedrohung längst nicht mehr besteht.

  2. Man kann es nicht allen recht machen – Nur sich selbst – Leider hängt man aber in diesem Muster fest, so wie Nanu schon geschrieben hat. Du gibst jeden Tag dein Bestes und das weißt du.

  3. „…tagsüber unruht es in mir“. Mir gefällt die Formulierung. Vielleicht weil es in mir auch unruht – allerdings ohne erkennbaren Anlass. Kreislauf.

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