Bubble 🌙✨

Oh Himmel, die Berge!

Ich mag nicht in dieser Bubble festsitzen, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden und da drinbleiben. Die Algorithmen der Suchmaschinen sind schwer zu durchbrechen. Ich bemühe mich, vielseitig zu sein, und werde doch immer wieder zurückgeschubst. Auch Außenseiter haben Ecken, in die sie immer wieder gedrängt werden.

Hast du nicht die gleiche Schulbildung oder kommst du nicht aus derselben Gesellschaftsschicht, dann tust du dir unglaublich schwer. Unsere Werte, unsere Freundschaften, unsere Beziehungen, auch unser Geschmack und Lebensstil prägen uns und lassen kaum Lücken offen, durch die wir schlüpfen könnten. Ich möchte ausbrechen, möchte sowohl nach oben als auch nach unten offen sein, möchte diese Bubble durchbrechen und meinen Horizont erweitern …

∙∙∙∙∙

Ich baue Schubladen
für all diejenigen,
die bisher in keine passen.

Wenn ich denn schreinern könnte!
Ich täte es gerne.
Viel lieber, als Schubladen bauen,
würde ich Mauern in den Köpfen einreißen.

Würde für jeden ein Dach bauen
um nicht nass zu werden –
um beschützt zu sein
– vor Schubladendenken.

© petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

Kategorien: Gedankenchaos, Gedicht

4 Kommentare

  1. Die „Algorithmen der Suchmaschinen“ sind, wenn auch nicht Ursache, doch Teil vieler Probleme, welche die Menschen heute haben. Schablonen. Das Gefühl bleibt auf der Strecke, und die Instinkte verkümmern.

  2. Solange man direkt nach dir sucht und dich findet, klappt es doch.
    Die Algorithmen Sache radikalisiert mMn und führt immer mehr zur Bestätigung eigener Ansichten und keinem Austausch.

    • Darum ging es mir gar nicht. Nicht um die Sichtbarkeit im www. es ging mir um die allgemeinen Schubladen, in die Menschen gesteckt werden und da nicht mehr rauskommen. Um die Klassengesellschaft, die es auch in Deutschland gibt. Um die Abgrenzung nach oben und unten und darum, dass kaum noch jemand über seinen eigenen Tellerrand schaut. Ja, sogar andere Menschen, die nicht in seiner Bubble sind, abwertet oder wenigstens bewertet.

      Ich könnte mich in Rage schreiben, wenn ich denn 10-Finger-System könnte. Internet ist nur der Spiegel der nichtfunktionierenden Gesellschaft.

      • Ich stimme dir in allem zu. Es hat die Situation noch verschlimmert…. Aber nicht für alle. Du machst dir ja auch Gedanken darüber.

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