Nein, Autismus ist kein ‚Geschenk‘. Für die meisten ist es ein endloser Kampf gegen Schule, Arbeitsplatz und Menschen, die in Schubladen denken. Aber unter den richtigen Umständen und mit den richtigen Hilfen kann es eine Superkraft sein. | Greta Thunberg
Nachtrag, oder nennt es Ergänzung zum vorherigen Beitrag. Ich stecke momentan mal wieder in der Angst, etwas falsch gemacht zu haben. Eine Freundin hat sich sehr zurückgezogen und ich suche die Ursache (natürlich) wieder einmal bei mir. So etwas scheint typisch für Menschen im Autismus-Spektrum. Eine Bekannte meinte: „Frag sie doch einfach!“ Nein, das geht nicht. Ich möchte niemanden bedrängen …
So, und jetzt stimmt das Zitat gar nicht mehr zu dem, was ich geschrieben habe.
15. Mai 2026 09:18 — 9:18
So wahnsinnig stimmig finde ich das Thunberg-Zitat auch nicht. Ohne mich in Autisten wirklich hineinversetzen zu können, denke ich doch: Mehr als gegen etwas, kämpfen wir alle um etwas, nämlich um unseren Platz in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie, in der menschlichen Gesellschaft…
15. Mai 2026 09:22 — 9:22
Danke Christa, ich denke wir kämpfen um Anerkennung und darum so gesehen zu werden, wie wir sind. Respektiert und akzeptiert zu werden.
15. Mai 2026 10:58 — 10:58
Liebe piri,
So wie Dir ergeht es mir so oft. Aus Angst, dem oder der anderen lästig zu sein oder etwas Unangemessenes, Unpassendes gesagt oder getan zu haben, ziehe ich mich zurück und halte die Klappe und bin unsicher und traurig, weil ich nicht weiß, was ich jetzt mal am besten machen soll, um den Druck heraus zu nehmen. Das sind dann einsame und quälende Momente. In den allermeisten Fällen hilft es, die oder den anderen zu fragen, ob etwas nicht stimmt. Doch dazu gehört Mut, viel davon und den muss ich erst einmal sammeln. Meistens ist dann nichts Schlimmes oder Dramatisches und wenn doch etwas ist, hilft es mir, darüber zu sprechen und so meine Unsicherheit zu überwinden. Ich hoffe und wünsche mir, dass die Freundin Dir dabei hilft, Dich wieder besser zu fühlen.
Viele liebe Grüße,
Amélie
16. Mai 2026 18:20 — 18:20
Ich habe Hebephrenie (eine sehr seltene Form der Schizophrenie) und es war weniger meine Krankheit, die mir Probleme machte, als mein früheres Umfeld. Ich bin seit 10 Jahren von da weg und habe jeden Kontakt ein für alle mal beendet. Jetzt geht es mir gut und ich hatte sein 10 Jahren keine signifikanten Probleme mehr. Ich muss nicht mal mehr Psychopharmaka nehmen. Keiner verlangt von einerm Krebskranken, dass er sich für seinen Zustand entschuldigt, warum also sollte ein psychisch Kranker das tun? Und wir stellen auch selten eine Gefahr dar, sind sogar öfter Opfer als Täter. Narzissten sind viel gefährlicher und schaden Schwächeren mit voller Absicht (ich durfte auch schon die Bekanntschaft mit deren Opfern machen), aber da verlangt keiner, das man die überwacht.
18. Mai 2026 07:36 — 7:36
Ich glaube, das kennen tatsächlich viel mehr Menschen, auch außerhalb des Autismus-Spektrums. (mich eingenommen) Viele suchen die Schuld erst einmal bei sich selbst, wenn jemand plötzlich distanzierter wird. Das hat oft auch mit Erfahrungen, Unsicherheit oder Erziehung zu tun – etwa wenn man früh gelernt hat, niemandem „zur Last“ fallen zu wollen oder Konflikte eher zu vermeiden.
Und ehrlich gesagt empfinde ich ein vorsichtiges „Ich möchte niemanden bedrängen“ nicht automatisch als etwas Negatives. Es zeigt ja auch Rücksicht und Sensibilität. Manchmal wäre ein offenes Nachfragen trotzdem hilfreich, weil man sich sonst in Gedanken verliert, die vielleicht gar nichts mit der Realität zu tun haben.
Herzlichst
Anne