Behinderung, Familie, Junioren, Kuddelmuddel

Selbst- und Fremdbeschäftigung

Entschuldigt meine nachlässigen Antworten. Auch bin ich gerade nur wenig in anderen Blogs unterwegs. Die Junioren brauchen meine volle Aufmerksamkeit. Diesen Beitrag schreibe ich mit unzähligen Unterbrechungen, weil ständig jemand nach mir ruft.

Der Kerle hockt im dunklen Zimmer auf seinem Bett und hört Musik, bei der ich mich ernsthaft frage: Sag mal, wie alt bist du eigentlich? Kindersommerliedergedöns, gepaart mit Uraltschlagern und Musik aus den 80ern. Nebenbei schaut er Grease und Saturday Night Fever. Mir kommt – entschuldigt – leichte Übelkeit auf. Damals mochte ich das schon nicht, und jetzt erst recht nicht wieder aufgewärmt. Er darf das natürlich hören, aber bitte in Zimmerlautstärke!

Das Töchting verteidigt ihren Bruder, mag die Musik aber ebenfalls nicht. Sie hört dafür ein Lied – in immer neuen Interpretationen. Immer wieder Peter Maffays Eiszeit. Wenigstens so leise, dass ich zwar komplett mitsingen könnte, aber nie genau weiß, wann sie wieder zur nächsten Version wechselt.

Beides nervt! Auch deshalb, weil ich nicht noch ein drittes Geräusch zu dieser Kakophonie beitragen möchte. Mich auf ein Buch zu konzentrieren, ist momentan schlicht unmöglich.

Da beide Herrschaften offenbar kein Durstgefühl haben, muss ich regelmäßig mal in das eine, mal in das andere Zimmer gehen und dem jeweiligen Persönchen jeden einzelnen Schluck förmlich in den Mund reden.

Ich würde jetzt so gerne ein kühles alkoholfreies Radler zischen – nur habe ich keins mehr!

Wenigstens muss ich keine fremden Menschen aus dem Haus vertreiben, wie ein befreundeter pflegender Angehöriger. Mir reichen meine zwei als Bevölkerung völlig aus. Die sind wenigstens real. Bei ihm sind die ungebetenen Gäste leider fiktive Gestalten. Und habt ihr schon einmal versucht, nicht anwesende nervige Figuren zu verscheuchen?

Veröffentlicht von piri

✉️ Ihr dürft mir gerne eine E-Mail schreiben. ✉️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mirund meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.

8 Gedanken zu „Selbst- und Fremdbeschäftigung“

  1. Sonja sagt:

    Was du da als letztes schreibst, stelle ich mir beinahe unmöglich vor!

  2. Gerhard sagt:

    Kannst Du den beiden nicht sagen, dass Du ein Buch lesen möchtest?!

    1. piri sagt:

      Natürlich kann ich denen das sagen, es interessiert sie nur nicht. Sie sind eben auch kognitiv beeinträchtigt!

  3. M. - K. sagt:

    Ja, das kenne ich und es ist – fast – aussichtslos.

    Vielleicht passt die heutige Musik ein wenig zu Deinem Glamour Gefühl, lächel?

    Auch das, immer und immer wieder zum Trinken zu animieren ist mir bekannt, hilft Dir aber nicht weiter.

    Hab einen feinen Abend, es bleibt in den nächsten Tagen heiß, eventuell klappt es ja dann mit dem gekühlten Wunschgetränk.
    Liebe Grüße!

    1. piri sagt:

      Welche Musik?

  4. M. - K. sagt:

    Die vom Film „Saturday Night Fever“ meinte ich.

  5. anneeulia sagt:

    Und ich liebe Grease und ich liebe Peter Maffay nur Eiszeit finde ich von ihm so lala…
    Das mit dem nicht anwesenden nervigen Personen zu verscheuchen gelingt nur,
    wenn alle das auch tatsächlich wollen.
    Meine Mutter probierte es mir meine imaginären Freunde madig zu machen.
    Tatsächlich gelungen ist Ihr das bis heute nicht.
    Sie bekamen nur andere Namen und sind seitdem ich denken kann bei mir.

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