mal wieder die Flügel

Die Flügel sind gestutzt

Ich kann nicht mehr fliegen
Stürze ab und bleibe liegen

Damals, als die Zeit noch schön
Niemand hat sie so gesehn
Wie ich

Damals, als die Flügel länger waren
In den bunten jungen Jahren
War ich klein

Mit den großen schweren Zeiten
Und den begrenzten Möglichkeiten
Kam die Schere […]

© petra ulbrich

∙∙∙∙∙

16:34 Uhr – ich bin ja berühmt-berüchtigt für meine Nachträge. Aber wenn der Kerle krank im Bett liegt, dreht mein Gedankenkarussell erst recht seine Runden. Zwischen Sorge und Hilflosigkeit schleicht sich eine leise Zukunftsangst ein – dieses ungute Gefühl, dass wir so vieles planen können und doch nicht wissen, was das Leben für uns bereithält.

Kommentare unterliegen meiner Zustimmung! Alles was mich triggert, und das ist meine Entscheidung (auch wenn sich einige dann gekränkt fühlen), wird nicht freigeschaltet. ❤️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.

Kategorien: Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Gedicht, Junioren

7 Kommentare

  1. Tragisch schön dein Gedicht

  2. Scheisse. Scheisse. Scheisse. Du sagst es. Und immer diese Angst.

  3. Ich glaube das Jedem irgendwann Flügel gestutzt werden,
    dem einen schon mit 15,
    dem Anderen mit 30 und anderen vielleicht erst mit 60 Jahren.
    Dem Kerle gute Besserung.

  4. Vielleicht ist das Gemeine am Älterwerden gar nicht, dass einem die Flügel gestutzt werden. Sondern dass man irgendwann genau weiß, wie lang sie einmal waren.

    Und ausgerechnet dann beginnt man, das Wetter vernünftiger einzuschätzen.

    • Hallo Bock, das finde ich eine sehr interessante Auslegung meines Gedichts. Auch für mich sehr aufschlussreich. Danke, ich hatte ganz andere Gedanken dabei.

  5. Hallo liebe piri!

    Das geht mir sehr nah. Gerade dieses Bild von den gestutzten Flügeln – von den Möglichkeiten, die einmal größer schienen, und von der Schere, die irgendwann ins Leben kommt. Und trotzdem glaube ich, dass Flügel nicht einfach verschwinden. Manchmal werden sie nur stiller und müssen erst wieder lernen, sich zu öffnen. ❤️

    Liebe Grüße

    Anne

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