Der Kerle macht es einem verdammt leicht, ihn zu lieben. Carsten ist charmant, meistens gut gelaunt und kann sich für die verrücktesten Dinge begeistern. Auf der Hängebrücke zum Beispiel: Ein bisschen Wind, ordentlich Höhe – und der kleine Mann ist glücklich. „Diese Unendlichkeit der Wälder!“ Andere bekommen Höhenangst, Carsten bekommt Naturlyrik.
Ich stecke voller Liebe, wenn ich ihn in bestimmten Situationen beobachte. Doch manchmal kommen mir die Tränen. Zum Beispiel, wenn er sein Glas sucht, das direkt vor ihm auf dem Tisch steht. Oder wenn er auf seinem Teller verzweifelt nach dem Essen sucht, das für alle anderen eindeutig zu sehen ist. Das tut weh. Ich weine oft heimlich.
Hinter all dem steckt ein Kerle, der unglaublich tapfer ist. Carsten lässt sich von seinem schlechten Sehen nicht ausbremsen. Er kompensiert, was er nicht sehen kann, er hört gut zu, nimmt Stimmungen wahr und bekommt mehr mit, als man denkt.
Er redet viel. Carsten kann reden – und meistens weiß er dabei auch noch erstaunlich gut Bescheid. Er verblüfft mit seinem Wissen, erzählt, erklärt, philosophiert. Ich liebe ihn, diesen charmanten, wissbegierigen, begeisterungsfähigen Kerle, der auf einer Hängebrücke die Unendlichkeit der Wälder entdeckt, während er eine Viertelstunde später sein Glas auf dem Tisch nicht findet.
Carsten eben.
16. September 2026 09:23 — 9:23
So schön und liebevoll geschrieben
16. September 2026 09:32 — 9:32
Danke – Danke auch für die wundervolle Begleitung.
16. September 2026 10:13 — 10:13
Das ist wundervoll liebe Piri
16. September 2026 10:22 — 10:22
Wundervoll berührend.
16. September 2026 12:56 — 12:56
Jedes Wort berührt.
16. September 2026 13:28 — 13:28
Rührend und wunderbar geschrieben
16. September 2026 15:29 — 15:29
Ich kann mich den Kommis nur beipflichtend anschließen.
Liebe Grüße von Amélie
16. September 2026 18:05 — 18:05
Hach…da kann man nur dahinschmelzen, wenn man deine Worte liest!
Schön, dass du uns daran teilhaben lässt ❤️
Liebe Grüße
Anne
16. September 2026 18:38 — 18:38
Das kann ich nur bestätigen. Allein das Grinsen, wenn er so zu einem hochguckt.. man muss mitlachen. Als wir euch das letzte Mal besuchten, saßen der Kerle und mein Liebster im Wohnzimmer ganz nahe beisammen, der Kerle redete ohne Punkt und Komma. „Na“, fragte ich nachher, „Worüber habt ihr so eifrig geredet?“ „Ach, über Fußball“, sagte der Liebste, „aber dann habe ich gemerkt, dass er sich viel besser auskennt als ich – da dachte ich, ich bin einfach mal ruhig uhd lasse ihn reden.“…
16. September 2026 21:37 — 21:37
Liebe Piri, ich bin gerade über deinen Status auf deinen Beitrag gestoßen. Deine Worte haben mich sofort berührt. So viel Liebe, so viel Zärtlichkeit und gleichzeitig diese ehrlichen Momente, die weh tun. Es ist diese besondere Mischung aus Liebe, Stolz, Staunen und diesem kleinen Schmerz, die zwischen deinen Zeilen spürbar ist. Du beschreibst Carsten nicht über das, was er nicht kann, sondern über all das, was ihn ausmacht. Seine Begeisterung, seine Neugier, sein Wissen und diese ganz eigene Art, die Welt wahrzunehmen.
Der Satz über die Unendlichkeit der Wälder ist mir besonders hängen geblieben. Wie schön, wenn ein Mensch so staunen kann. Und dann diese Momente, in denen das Herz gleichzeitig lachen und weinen möchte. Genau darin spürt man, wie viel Liebe zwischen euch ist.
Ich wünsche euch noch ganz viele Hängebrücken-Momente voller Staunen.
Isabel