Schlagwort: Persönliches Budget
nicht nur zur Weihnachtszeit
Carsten ist ein begnadeter Bäcker, aber es stimmt auch – Plätzchen schmecken zu jeder Jahreszeit! Wenn sie dann mit so viel Liebe gebacken werden, dann sind es die weltbesten Kekse ever.
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Ein kleinwüchsiger Mensch, der nicht auf die Arbeitsplatte in der Küche gucken kann – auch dann nicht, wenn er sich im Rollstuhl streckt – dieser Kerle hat es uns gezeigt. Er hat gezeigt, dass er sich nicht unter kriegen lässt und dass er mit der Hilfe einer Freundin dennoch einen guten Teig zustande bringt. Ausgestochen hat er die Plätzchen am Tisch. Anstrengend war es für Carsten, sehr anstrengend! Er musste genau gucken wohin er das Ausstecherle steckte. Wenn man nicht gut sehen kann, ist das eine Riesenleistung.
Dieser behinderte kleine Mann hat uns wieder einmal aufgezeigt, dass das Leben „herrlich schön“ sein kann. Auch wenn es verdammt schwer ist!
War es sowieso schon schwer
… ist es jetzt – zu Coronazeiten – erst recht eine große Herausforderung!
Mir sind zwei Helfer abgesprungen. Einer sehr unfreiwillig, er ist schwer erkrankt und muss sich nach einer Kopfoperation erst mühsam wieder aufrappeln und einer ist heftig depressiv und kommt nur noch, wenn ihm danach ist. Planen kann ich gar nicht! Unsere Pastorenfreundin ist tapfer und treu. Aber sie ist alt. Die Behindertenorganisation vor Ort bietet keine Kurse an, die Band findet nicht statt, Wochenendfreizeiten gibt es keine und Ausflüge sind dermaßen zusammengestrichen (zeitlich gesehen), dass es eher Stress für mich ist, die Junioren dort anzumelden, als dass es freie Zeit wäre. Zudem machen sie auf den Ausflügen meistens Picknick und weder Carsten (der schon gar nicht) noch Wiebke können Brote aus der Faust essen. Fünfstundenausflüge – und der Tag ist zerrissen! Ich kann mit zwei Rollifahrern alleine keine Ausflüge machen. Dabei hätte ich Ideen. Ach Mist, wir kommen nicht von der Miste!
Manchmal fällt uns die Decke auf den Kopf. Werkstattzeit ist auch gekürzt. Dabei haben es die Junioren noch gut, sie dürfen jede Woche hin. Zwar fast drei Stunden kürzer am Tag, aber immerhin kontinuierlich. Das aber auch nur, weil sie Im Förder- und Betreuungsbereich sind. Die Werkstattleute können nur 14tägig! Was macht man in der freien Zeit, wenn man nicht viel machen kann? Nicht schwimmen gehen darf? Nicht ins Kino kann, weil mit Rollstuhl das nicht möglich ist? Sich nicht einfach in den Biergarten setzen kann? Oder ins Museum, weil die Junioren ohne Mundnasenschutz nicht hineingelassen werden?
Wir brauchen Helfer! Ganz dringend! Wir brauchen Gesellschafter! Ja, genau – wir wollen nämlich am öffentlichen Leben teilhaben!
Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas in den imaginären Hut werfen! Denn je besser ich Helfer bezahlen kann, umso mehr kann ich deren Engagement würdigen. Oder ihr kommentiert mal, denn viel lieber als alle Likes der Welt mag ich echte Kommentare!