Behinderung, Kuddelmuddel

auffällig

Ich falle auf, weil ich bin was ich bin. Dabei bin ich kaum zu sehen.

Als Mutter bin ich präsent, da werde ich gesehen und da möchte ich manchmal einfach nur stiller Helfer im Hintergrund sein. Wie oft bin ich die tolle taffe Mutter, die das schwere Schicksal wunderbar meistert. Ja sicher, das bin ich auch – aber nicht nur! Als Frau werde ich übersehen, zumindest ist das meine Wahrnehmung und als Künstlerin sind meine Sachen, die ich mache, ganz nett. Ich hätte gerne einen Austausch mit konstruktiver Kritik und ehrlichen Antworten. Ich weiß, ich bin ungerecht, aber warum bekomme ich auf einen Mutterbeitrag so viel Resonanz und auf das Tropfengedicht keine? Okay ich bin schon wieder viel zu direkt, das schreckt ab – manchmal hasse ich meine autistische Seite schon sehr.

Kuddelmuddel

Hurra

Kerle rasiert, Töchting frisiert, beide gebadet und frisch parfümiert.

Haare gewaschen, in Form geschnitten, kein Undercut, der war nicht erwünscht.

Einen Zopf nur geflochten, fürs Bett fein gemacht, ein Lied noch gesungen …

… es ist jetzt verklungen, im Zimmer ist Stille, der Tag geht zur Ruh.

Müde vom Wandern, in Museumshallen, es hat beiden gut und prächtig gefallen.

Das Abendessen haben wir vergessen, es gab Kuchen und Eis reichlich als Delikatessen.

Sie schlafen bald, die müden Junioren. Es war ein ausgefüllter Sonntag ohne Sorgen und morgen beginnt er wieder – der Ernst des Lebens!

Ich bin dankbar für die junge Frau, die mit uns im Museum war und für den Anruf einer alten Bekannten, die (vielleicht) eine Freundin für mich werden kann.

Gedicht, mp3

Regentropfen

Es war einmal ein Regentropfen,
der wollte nur ans Fenster klopfen.
Er litt in seinem kurzen Leben,
denn ihm war nicht viel Zeit gegeben.

„Ich bin so schön, so bunt,
so schillernd.“
Sang er aus den Wolken trillernd.

Klatsch, platsch – bedenklich
der Tropfen in den Eimer springt,
dass es gar hässlich
blechern klingt.

„Ach meine Zeit, wie kurz
ist sie bemessen“,
so jammerte er im Sturz,
doch unterdessen –

Ihr ahnt schon,
ist die Zeit verronnen
es sammeln sich in Wassertonnen
Tropf für Tropf
die Wassermassen.

Jeder einzelne kann es kaum fassen.
Und so ist, wenn sich Wolken lichten
vom Regentropfen
nichts mehr zu berichten!