Wo ist eigentlich mein Gott geblieben?
Wo ist er, der mich auffängt, wenn ich strauchle? Wo ist die Hoffnung auf ein Stückchen Mitmenschlichkeit? Momentan fällt es mir noch schwerer an ihn zu glauben, als nach dem Tod von MamS. Noch nicht einmal in der Kirche mag ich singen oder gar laut beten. Ich bete im Stillen auch daheim und weiß nicht einmal, ob das irgendwo ankommt. Wie Jesus am Kreuz frage/rufe ich, warum er mich verlassen hat. Warum mir meine Zuversicht abhanden gekommen ist. Mein Glaube an das Gute ist ins Wanken geraten. Was geschieht? Ich bin müde. Meine Gedanken rotieren, werden immer mehr und finden keinen Weg – nirgendwohin.
Was ist das für eine verrückte Zeit? Wo um alles in der Welt ist mein Gott geblieben?
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✨Das war übrigens Frage Nr. 50!
9. Juli 2026 08:58 — 8:58
Gute Frage, vielleicht DIE Frage!
9. Juli 2026 10:02 — 10:02
Mein Gott hat mich auch verlassen, dabei hat er die Tür so zugeknallt, dass es kein Zurück mehr gibt. Also das gilt zumindest für den jüdisch, christlich, muslimischen Gott. Das es irgendetwas geben könnte, halte ich aber für möglich, nur, glaube ich nicht, dass mich das in einen Himmel führt …
9. Juli 2026 10:08 — 10:08
Ich habe schon lange die Zuversicht aufgegeben, dass man sich auf ihn verlassen kann. Trotzdem denke ich an ihn in meinen schlimmsten Stunden und hoffe auf Hilfe, um die Last zumindest für einen Moment ablegen zu können.
Will sagen, mir ergeht es nicht anders.
9. Juli 2026 10:31 — 10:31
Ich glaube und fühle, dass er da ist. Überall, in allen Dingen und Wesen. Auch in uns.
9. Juli 2026 15:32 — 15:32
Liebe piri,
deine Zeilen haben mich sehr berührt. Ich glaube nicht, dass Gott uns verlässt – auch wenn es sich manchmal genauso anfühlt. Für mich ist Gott nicht nur in einer Kirche oder in einem gesprochenen Gebet. Er ist in der Stille, in einer tröstenden Umarmung, in einem Menschen, der zuhört, in einem Sonnenstrahl, der plötzlich das Herz erreicht, und manchmal sogar in den Tränen, die wir nicht mehr zurückhalten können.
Ich glaube, Gott ist nicht gegangen. Vielleicht ist er gerade jetzt näher, als du ihn fühlen kannst. Nicht weil dein Glaube zu klein geworden ist, sondern weil dein Schmerz so groß ist, dass er alles andere überdeckt.
Dass du im Stillen betest, bedeutet für mich nicht, dass deine Worte ins Leere gehen. Ich glaube, sie finden ihren Weg – auch wenn keine Antwort hörbar ist. Vielleicht erwartet Gott keine lauten Gebete. Vielleicht genügt schon ein leises „Ich kann nicht mehr.“
Ich wünsche dir von Herzen, dass du irgendwann wieder spüren kannst, dass Gott nicht nur an einem Ort wohnt, sondern mitten im Leben – und auch mitten in deiner Dunkelheit.
9. Juli 2026 16:02 — 16:02
Solche Zeiten kenne ich auch. Eine Referentin auf einem Willow Creek-Kongress nannte die Zeit, in der man so fühlt „in Gottes Dunkelkammer“ und das Bild hat mir geholfen. Da ist dann etwas noch nicht so weit, nicht fertig entwickelt, es hat noch keine Kraft.
Manchmal stolpern wir auch darüber, dass Gottes Antwort auf unsere Bitten und Fragen anders ausfällt, als wir es uns erhoffen.
Und ja, manchmal fühlt es sich auch nach abgrundtiefer Verlassenheit an.
Bei mir ist es auch so, dass ich an gewissen Tagen das Vater unser oder das Glaubensbekenntnis nicht komplett mitsprechen kann, weil ein innerer Widerstand mich abhält. Dann lasse ich mich von der Gemeinde tragen. Und ich hoffe und vertraue darauf, dass auch Gott das tut, selbst wenn wir es gerade nicht spüren.
Ich habe vor ein paar Tagen in einem Büchlein gestöbert, das solche Fragen aus muslimischer Sicht betrachtet und festgestellt, dass die Unterschiede, wie Menschen diese Fragen beantworten, gar nicht so groß sind. Merkwürdigerweise gab mir diese Erkenntnis Trost.
Darüber hinaus schätzt ich mal, er ist zurzeit an allen Enden und Ecken der Welt im Dauereinsatz der Katastrophenhilfe. Und frage mich: muss er seinen Energie auch einteilen? Oder ist diese Kategorie einfach nur menschlich?
10. Juli 2026 00:11 — 0:11
Ich würde ja sagen: Den gibt es nicht. Aber mir glaubt ja keiner …