Kuddelmuddel

warten

… oh Gott, wie ich das hasse zu warten! Zu sitzen und nichts tun können, statt warten. Es ist so verdammt zermürbend, immer nur geduldig auszuharren. Auf E-Mail  warten, auf eine Antwort hoffen, dass jemand antwortet. Auf meine erwartungsvolle Frage, ob die Eltern von den Kindern, die ein ähnliches Syndrom wie Carsten und Wiebke haben, sich melden. Sie tun es nicht. Dabei sind wir – die Junioren eingeschlossen – gespannt, wie ein Flitzebogen.  Ach, warum melden sie sich nicht? Rufen sie ihre Mail nicht ab? Fast drei Tage lang nicht? Jetzt habe ich endlich jemanden gefunden, jemanden deutschsprachigen, und was ist? Ich bekomme keine Mail!

Wisst ihr, ich habe heute mit keinem erwachsenen Menschen gesprochen. Das Töchting beschäftigt sich und ist fröhlich. Zufrieden und mit sich und der Welt im reinen! Wunderbar! Der Kerle hat sein Tablet und wird von mir nicht andauernd ans Essen erinnert – ihm geht es gut. Draußen regnet es – endlich und beide Junioren sind  im gemeinsamen Spiel vertieft. Es ist so schön, dass sie sich gegenseitig haben.

Ich warte! Ich bin bei den beiden überflüssig. Wenn ich versuche zu zeichnen kommen immer diegleichen Bilder heraus. Ich male Gesichter, traurige, fröhliche – aber meist traurige, wartende – auf irgendeine Antwort wartende.  Verrückt! Ich werde verrückt. Außerdem bin ich alleine – da gehen einem schon mal die merkwürdigsten Gedanken durch den Kopf wenn man wartet …

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Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Kuddelmuddel

kreisen

Ich drehe mich im Kreis mit meinen Gedanken.
Oft sind es unnötigen Gedanken.
Es geht um die Familie, um die Junioren. Wir sind eine Familie. Ja, auch die, aus der ich stamme. Meine Nichten und Neffen wollen gesunde Kinder. Wollen einen guten Stammbaum haben.
Wir wissen nur, wie wir uns fühlen. Ich weiß, wie ich mich fühle. Aufgewühlt. Verantwortlich. Andere Familien fühlen, haben eine andere Verantwortung. Fühlen sich so, wie sie sich fühlen. Bei mir/bei uns ist das eben so.
Aus. Ende. Es ist so.
Atmen nicht vergessen. Nicht vergessen zu leben! Gedanken auch mal woanders kreisen lassen. Wenn ich Kommentare bekomme, dann freue ich mich sehr – viel mehr noch, als über Likes!

 

Behinderung, Kuddelmuddel

Unruhe, die nicht zu zügeln ist

Viel zu viel! Viel zu viel stürmt mal wieder auf mich ein. Das Wort mit A am Anfang und ngst am Ende waren mein Begleiter heute.

“Geh weg, lass mich in Ruh!“ Stattdessen hat sie mir die Füße unterm Allerwertesten weggezogen – zum Heulen, weinen, zetern bin ich gar nicht gekommen.  Gestern hat es hier gestürmt – die Küstenbewohner hätten darüber gelacht, aber hat das gereicht. Heute habe ich aufgeräumt, Menschen getröstet, zugehört. So sehr zugehört, dass sich der Kerle benachteiligt vorkam. Er war völlig allein und dran beruhigt zu werden. Meine diffusen Ängste haben Ringelreihen mit mir gehopst – daher kommt meine Abneigung gegen tanzen. 

Panikattacken gehen vorbei, schleierkatzengraue Angst in den Knochen schüttelst du nicht ab.

Viel ist, viele Winzigkeiten, die nicht zueinanderpassen. Im Geheimen will ich das Puzzle schon lange nicht mehr zusammenbauen. Die Menschen um mich herum bewundern meinen Mut, aber helfen, helfen tut mir niemand… 

… aber wie soll ich das alleine schaffen? Mit vor lauter Angst gelähmten Händen! Wenn mir nicht bald Helfer zur Seite stehen – nicht nur die Pastorenfreundin oder der Montagshelfer, der 2 linke Hände hat und gerne auf dem Sofa liegt, oder sporadisch E.  oder M. alle vier Wochen – wenn nicht bald ein größerer Helferstab zu Verfügung steht, dann zerberste ich noch innerlich.

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Sorry – es ist ziemlich kuddelmuddelig. Aber so könnt ihr erfahren, wie es in mir drinnen aussieht! Kommentare sind herzlich willkommen! Likes, um des ‘likens’ willen, dürft ihr gerne bleiben lassen. Auf dem Blog sind sie eh nicht zu sehen.