Kuddelmuddel

Leben und sterben

Der wievielte Anlauf für diesen Beitrag das jetzt ist, kann ich nicht sagen.

Die Tochter einer, leider schon verstorbenen, kleinwüchsigen Freundin hat gestern ein süßes kleines Mädchen geboren  – Hanna, herzlich willkommen! 

Gestern ist aber auch meine Mutter gestorben. Wie ihr wisst, hatte ich kein gutes Verhältnis zu ihr und dennoch hat mir ihr Tod den Boden unter den Füßen weggezogen. Schon angeschlagen, bin ich nun völlig auseinander gefallen. Ja, das trifft es! Ich sehe mich vor meinem inneren Auge in einzelnen Stücken völlig desorientiert wahllos über den ganzen Hof verteilt liegen. Nicht zusammensetzbar. Jedes Puzzleteil einzeln funktionsfähig, aber als Ganzes nicht existent. Der Kopf kann nicht trauern, aber der Körper revoltiert. Er sackt einfach weg, trägt nicht mehr, fällt auseinander. Eine natürliche Reaktion auf den Tod eines nahen Angehörigen.

Wisst ihr, was ich hoffe? Dass ich nun endlich auch wirklich richtig um den Tod meines Mannes trauern kann – ich muss nun nicht mehr die starke Tochter sein, die ihr Schicksal so meisterlich angenommen hat – ich muss nun nichts mehr beweisen!

Eine Chance …

…ein Lied für MamS!

Kuddelmuddel

…und wer küsst mich?

Brotfertig – noch nicht einmal mehr offene Augen für das neue Buch! Wenn jetzt die gute Fee käme, ich würde ihr alles aufladen…

  • Meine Mutter ist auf der Intensivstation 19:00 Uhr: und wird in den nächsten Stunden/Tagen sterben. 
  • Der nette Gärtnernachbar hat einen Allergieschock nach Bienenstich. War gerade für ihn in der Apotheke. 
  • Carsten hat sich die Zehen vom linken Fuß angestoßen. Der ganze Fuß ist blitzeblau. Von der Apotheke habe ich kleine Kühlakkus mitgebracht. 
  • Wiebke leidet still mit und braucht natürlich auch einen ‚Kühlstrumpf‘. 

Mir geht‘s* gut – ich möchte nur die nächste Fee. 🧚‍♀️ 

*den Umständen entsprechend 

Behinderung, Bücher, Kuddelmuddel

Lesenachschub

… und Stadtgang mit zwei Rollstühlen!

Oder, Versprechen muss man einhalten!

Wiebke wollte sich vom Taschengeld einen neuen Schlumpf kaufen und Carsten brauchte dringend für seinen Trecker einen Gülleanhänger. Den, für Gülle haben wir nicht bekommen. Der Kerle ist flexibel – ein Saatgutanhänger tut es auch!

Ich hatte den beiden Herrschaften versprochen mit ihnen in die Stadt zu gehen. Nur hatte leider keiner der wenigen Helfer Zeit oder Lust das mit uns zu machen. So sind wir einfach alleine los. Wenn man will, geht alles – langsamer und ruhiger. Anstrengender für mich, aber das will ich den Junioren nicht zeigen. Wir haben Spaß in der Stadt, wir hatten auch heute unseren Spaß. Ein kleiner Junge hat laut gelacht, als er Carsten sah. Die Mutter zog ihren Sohn an sich und ich habe mich für sie geschämt. Diese Chance, denn Carsten hat fröhlich gewunken und ich wollte gerade das Kind bitten, sich doch mit uns zu unterhalten – so eine Chance kommt so schnell nicht wieder und der etwa 5jährige hätte sicherlich keinen Knacks bekommen, wenn er mit Carsten gesprochen hätte. Viel Konjunktiv, ich weiß…

Aber uns wurden auch die Türen aufgehalten und es gab mindestens 10mal mehr lächelnde, als blöd schauende Menschen. Ganz besonders möchte ich dem jungen Buchhändler für seine Geduld danken, er hat das richtige Buch für den Kerle gefunden. Und ich, ich hab auch was für meinen Stapel.

So war der Stadtgang ein voller Erfolg – nur Milch, Brot, Butter und Gemüse habe ich immer noch nicht.