Kuddelmuddel

2 und 2

Zwei Pärchen sind unterwegs! Ein Geschwisterpaar und eins, das keines ist – oder doch? Ist auch egal. Ich freue mich für alle. Geboostert sind die vier, und so dürfen sie verreisen. Bis Samstag! Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Für mich. Für die Junioren und vielleicht, so hoffe ich, auch ein bisschen für die Helferin und den Helfer. Ich kann verschnaufen. Schlafen. Mich ausruhen. Muss keine Windel wechseln. Niemanden aufs Klo setzen.

Ich wäre gerne ins Kino gegangen. Stattdessen liege ich im Bett, um fit zu sein, fürs Frühstück morgen. Kortison ist kacke. Macht die Haut dünn. Dafür bekomme ich Luft. Kann atmen. Mein Kopfkino rattert. Ich habe die Arztberichte vom April/Mai 2020 gelesen und bin blass geworden. Das war kurz vor knapp. Meine Erinnerung stottert. Ich glaube, ich will nur scheibchenweise an die Zeit auf der ITS denken. Dass es dort keine Spinnen gibt, die sich von der Decke abseilen, das ist mir klar. Aber was ist mit den Priesterträumen? Oder mit den Katakomben in Rom? Ich erinnere mich an Fantasien und will mich nicht erinnern. Nur bekomme ich die Bilder nicht aus dem Kopf. Es ist gut, dass die Junioren bis Samstag eine wunderschöne Zeit haben werden. Da bin ich mir sicher.

Und ich, ich werde mir die Alptraumbilder angucken und sie auslachen. Wenn das nicht funktioniert, dann entkräfte sie verstandesmäßig…

… aber erst einmal schlafe ich diese Nacht durch. Ich brauche nicht um kurz vor zwei Uhr aufstehen. Junioren drehen, etc. pp. Auch ein Luxus!

Kuddelmuddel

in die Ecke, Freundin

Für eine Weile werde ich die Freundin in die Ecke stellen. Nicht, weil ich nichts mehr zu erzählen hätte. Sondern, die Mücken tanzen. Draußen ist es etwas zu warm für die Jahreszeit und in mir drin kämpfe ich mit einigen Wehwehchen nicht nur im Kopf. Ich bin stark. Stärker, als so manch andere. Aber die sehr verspäteten Folgen meines Multiplen Organversagens – auch Sepsis – haben mich geschwächt. Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht. Sicherlich wieder nicht nach Schema F und leider muss ich da alleine durch…

Gedankenchaos, Kuddelmuddel, Musik

meine Freundin und ihre Musik

Wir mochten beide gerne deutsche Texte. Aber niemals Schlager. Der Plattenschrank ihrer Eltern war reich bestückt. Viel Playbach von  Jacques Loussier, aber auch Ingrid Caven.  Meine Eltern hörten kaum Musik und wenn dann Wanderlieder. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mit uns in ein Konzert gegangen ist. Gesungen hat sie dennoch viel – Volkslieder aus der Mundorgel. Wir Freundinnen haben zusammen geschwiegen und gelauscht. Zarah Leander, Greta Garbo, später Reinhard Mey  – oft seine französischen Lieder – Jacques Brel und Adamo, Alexandra … Aber auch Opern, Kirchenmusik – nur niemals Schlager und Operetten und Musicals. Unsere Musik musste ernsthaft sein und wahrhaftig. Ganz schön vermessen für Teenager. Da sind wir wieder einmal aus der Reihe getanzt. Sind aufgefallen und abgestempelt worden, als die, die sich für was besseres halten.

… übrigens liebe ich diese weißen Vögel – das Lied. Georgette Dee hat es auch gesungen und noch ganz viele andere.