Fragen, Gedankenchaos, Kuddelmuddel

wo sind eigentlich die Menschen?

Ich suche Menschen, die nicht laut widersprechen. Ich suche welche, die einen eigenen Gedanken haben. Die sagen:

Ich sehe das anders – und ich kann dir erklären, warum.

Mir sind Menschen genehm, die nicht ständig versuchen, Zustimmung zu geben, oder zu bekommen. Die auch unbequeme Fragen ehrlich beantworten. Die nicht bloß das schon Gesagte neu verpacken, sondern etwas hinzufügen: eine Beobachtung, eine Erfahrung, einen Gedanken, eine Perspektive. Ja – solche Menschen gibt es. Aber wo sind sie?

Wer wirklich kritisch denkt, muss nicht überall seinen Senf dazugeben. Manchmal ist erst einmal zuhören die bessere Wahl. Wenn dann was geredet wird, muss es nicht unbedingt das sein, was der Raum gerade hören möchte.

Das ist der Unterschied zwischen eine Meinung haben und etwas zu sagen haben. Ich suche solche Menschen!

Veröffentlicht von piri

✉️ Ihr dürft mir gerne eine E-Mail schreiben. ✉️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mirund meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.

7 Gedanken zu „wo sind eigentlich die Menschen?“

  1. Horst Schulte sagt:

    Vielleicht liegt dieses Defizit daran, dass viele von uns so maßlos überfordert sind. Viele wichtige Themen sind hochkomplex. Man kann sie oft nicht einfach in wenigen Sätzen durchdringen. Politiker und Journalisten handeln diesbezüglich ohnehin nach ganz anderen Regeln. Ich könnte wenige Namen nennen von Politikern, bei denen ich nicht das Gefühl hätte, das du ja zu Recht beklagst.

    1. Lorenzo sagt:

      Ich wollte dir zustimmen.

  2. ClaudiaBerlin sagt:

    Ich habe ganz gute Erfahrungen durch Zuhören und interessiertes, persönliches (!) Nachfragen gemacht. Sogar Dritte, die bei den Gesprächen dabei waren, wunderten sich, wie bereitswillig sich Menschen öffnen und auch vertiefte Nachfragen beantworten – WENN sie echtes Interesse spüren!
    Das bedeutet, dass man selbst sich nicht im Modus „wann komme ich endlich zu Wort“ befinden darf. Volle Aufmerksamkeit und Zuwendung fürs Gegenüber – das ist im Grunde doch das, was sich alle wünschen. Bekommen sie es, kommt man schnell zu ehrlichen Gesprächen jenseits von Smalltalk.

    1. piri sagt:

      Eine wunderbare Erfahrung und in der Regel fahre ich im realen Leben damit auch gut. Umsonst kommen Menschen nicht zu mir, um sich bei mir auszusprechen.
      Eine Person redet allerdings ohne Punkt und Komma, man merkt ihr an, dass sie kaum Gelegenheit zu reden. Eigentlich sehr schade – so kommt auch kein Gespräch auf Augenhöhe zustande.

      Allerdings meine ich, in erster Linie das www. bzw. die Blogkommentare, Die sind so oft so nichtssagend, mich reizt es dann immer schonungslos zu löschen. Da kommt dann leider wieder mein Mitgefühl auf, weil ich denke: sie haben ja sonst nichts zu sagen!

  3. altesweibsbild sagt:

    Ich wäre schon mit Menschen zufrieden, so genügsam bin ich inzwischen, aber ich verstehe, was du meinst. Mir fehlen ja einige Jahre social life und manchmal bekomme ich vor staunen große Augen, was ist da bloß passiert, mit den Menschen?

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