Behinderung, Junioren, Kuddelmuddel

Power

Es war schwierig, eine Überschrift zu finden, denn ich möchte weder Mitleid noch Lob für mein Verhalten.

Der gestrige Tag war eine Herausforderung, schon im Vorfeld. Die Junioren waren angespannt, und wenn sie angespannt sind, reicht ein falsches Wort, um die Situation eskalieren zu lassen. Ich wäge jedes Wort dreimal ab, doch trotzdem tappe ich ins Fettnäpfchen. Das Töchting pinkelt in die Hose und ist peinlich berührt. Anstatt mich sie umziehen zu lassen, wehrt sie sich mit Händen und Füßen dagegen überhaupt hochgenommen zu werden. Ich muss meine gesamte Kraft aufbringen, um sie aufs Klo zu setzen.

Gleichzeitig wirft mir der Kerle vor, diktatorisch zu sein. Das schaukelt das Töchting hoch, und sie schreit noch mehr. Nebenbei läuft mir die Zeit davon. Wir müssen rechtzeitig los, und ich muss beide ins Auto setzen und die Rollstühle in den Kofferraum heben. Die dicken Winterjacken sind zwar sehr weich, aber dennoch unbequem und schränken die ohnehin schlechte Beweglichkeit noch weiter ein.

Wie soll ich das allein auf dem Friedhof schaffen? Wie komme ich mit zwei Rollstühlen zur Aussegnungshalle?

Wir haben es geschafft. Ein unbekanntes Pärchen hat mir geholfen, den Berg hochzuschieben, und Bekannte haben mir geholfen, wieder zum Auto zu kommen. Von den aufgeregten Junioren fiel der Druck ab, von mir noch lange nicht! Erst spät in der Nacht, als beide schon lange schliefen, kam ich zur Ruhe. Ich war ausgepowert!

Heute sind wir noch einmal unterwegs (auf Wunsch der Junioren) und fahren zum Spielnachmittag ins entfernte Dorf zu Freunden.

Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Junioren, Kuddelmuddel

Faschingsdienstag

Erwartet nicht von mir, dass ich dem Fasching huldige. Nein, dazu bin ich viel zu norddeutsch und obendrein ev./luth. puristisch.

Die Junioren hätten heute verkleidet in die Werkstatt gehen können. Sie sind ganz der Mutter ihre Kinder. Carsten sagt, dass er als Rollstuhlfahrer geht und Wiebke ist das völlig Wurscht. Okay, gestern Abend wollte sie noch Lippenstift und Parfüm mitnehmen, heute Morgen siegte das Vorlesebuch!

Im Dorf ist nichts los. Möglicherweise sind die Kinder auf diversen Faschingsumzügen …  Meine gehen ‚arbeiten‘!

Alltag, Bücher, Junioren, Kuddelmuddel

Bücher und Kruscht

Ich habe es aufgegeben etwas zu planen und den Plan dann auch noch auszuführen. Denn während ich den ersten Plan noch nicht einmal vollständig durchdacht habe, reift der nächste schon im Hinterstübchen.

Auf dem Wohnzimmertischchen liegt nicht nur die Geburtstagspost und das Gästebuch, nein, auch noch ein Buchschuber, den ich mir gekauft habe, weil ich Narnia unbedingt noch einmal lesen möchte. Die alten Bücher habe ich nicht mehr gefunden.

Dafür bei meiner Aufräumaktion festgestellt, dass mich die Putzdame vom vergangenen Sommer beklaut hat. Ich schreibe das als blöde Erfahrung ab, denn jetzt erinnere ich mich weder an ihren Namen, noch kann ich ihr nachweisen, das sie eine Diebin ist.

Der Kerle guckt Olympische Winterspiele, das Töchting hat sich in ihr Zimmer verzogen und liest ihren Kuscheltieren Bilderbücher vor. Ich darf alleine Gemüse schneiden und habe deswegen beschlossen Dhal zu machen. Nebenbei habe ich Gelegenheit in Fantasiewelten abzutauchen.