Bücher, Familie, Gedankenchaos, Junioren

Tagebuchbloggen | keine Unterhaltung

Ohne Wecker bin ich wieder einmal zu früh aufgestanden! In der Nacht war für mehr als eine Viertelstunde, so gegen halb vier, ein heftiger Radau am Himmel. Rausgeguckt habe ich nicht, dazu war ich zu träge. Die Rotorblätter eines Hubschraubers drehten sich fast auf der Stelle überm nahen Wohngebiet. Was sie wohl gesucht haben? Möglicherweise Banden, die mit dem Vollernter durch die Weinberge fahren und dort die Trauben klauen. Diese Unsitte greift mehr und mehr um sich. Es geht los – die Weinlese beginnt! Befreundete Wengerter suchen Erntehelfer, ein Knochenjob!

Der Kerle hustet mehr als sonst. Ein bisschen hört sich’s an, wie bellen. Mich beunruhigt das, ist doch nach der Freizeit ein Teilnehmer positiv auf Corona getestet worden. Mein Kopfkino rattert. Ausgerechnet der Kerle? Hoffentlich nicht. Aber gestern hat er schon gespuckt und war schlapp. Ernsthaft, ich habe Angst! Mein Sohn wiegt 12,5kg bei einer Körpergröße von knapp einem Meter. Er isst nicht genug… Wir wollen in 14Tagen zur Mutter-Kinder-Kur fahren, das können wir knicken, wenn irgendjemand von uns Corona bekommt, und wenn’s den Kerle trifft, dann wird’s (das weiß ich jetzt schon) dramatisch. Ich möchte nicht dran denken, demungeachtet kreisen meine Gedanken ständig darum. 

Schnell noch einen Kaffee, dann die helle Wäsche in die Waschmaschine, T-Shirt bügeln, draußen Kübel begießen, vielleicht für mich noch ein paar Seiten lesen; vom arroganten Porschefahrer und Loftbesitzer, der gehörig auf die Schnauze fällt. Doris Knecht schreibt locker, flockig und haargenau.

 

Bücher, Gedankenchaos

Bücherkauf

Die Stadt, in deren Nähe wir wohnen, hat nur noch eine Riesenbuchhandlung und eine kleine, in der mir aber das Angebot nicht gefällt. Auf der Fahrt an den Bodensee sind wir in Ulm vorbeigekommen. Haben dort Pause gemacht. Das Münster angeschaut. Von innen und von außen, haben drinnen das   Legomünster bewundert. Ich habe eine Kerze angezündet, ein bisschen geweint, mich erinnert und die wunderbare Kirche bestaunt. Gebetet hab ich auch!

Ulm bietet aber noch sehr viel mehr, als diese große Kathedrale. Diese Stadt lebt, hat viele junge Menschen und skurrile Gestalten. Und Ulm hat einige kleine Buchläden. Eigentlich wollte ich keinen betreten. Erstens, weil ich noch genügend Lesestoff herumliegen habe und zweitens haben wir im Dorf eine gut sortierte Bücherei, die mir fast jedes Buch auch besorgen kann. 

Diese wohnzimmergroße Buchhandlung am Eck hat mich magisch angezogen, lagen dort überhaupt keine Ratgeberschmöker aus, Kein Sorge dich nicht, lebe und kein inneres Kind, kein Du kannst alles, wenn du nur willst und kein Lauf dir den Frust von der Seele. Genauso wohltuend war die Buchgestaltung. Keine mittelalterliche Magd oder Wanderhebamme, kein Stirb langsam Tod Cover, und keine Blümchen in hellblau oder rosa. Nichts schreiendes, aber auch nicht unbedingt langweilige einfarbig eingebundene Bücher. Im Großen und Ganzen sehr ästhetisch schlicht und ergreifend. Mein Schriftsetzerauge hat zustimmend gezwinkert, als Grafikerin fühlte ich mich nicht erschlagen von viel zu viel Gestaltung. Meiner Begleiterin habe ich in der Zeit – und ich war lange im Laden – einiges an Langmut abverlangt. Und als die Buchhändlerin mein Interesse bemerkte, kamen wir ins reden. So einen Laden hätte ich zu gerne hier – und das dazugehörige Café wäre mit Sicherheit mein Stammcafé…

Schade, Ulm ist zwar in Baden-Württemberg – aber viel zu weit weg vom Dorf!

Bücher, Junioren

Wildesland | Vorlesebuch

Der Kerle liebt Problembücher. Wildesland von Cornelia Franz ist so eins. In diesen heißen Zeiten passt eine Sommergeschichte, die in Norwegens Wäldern spielt, genau  richtig. Es fängt mit einem Autounfall an – und schon hat es meinen Sohn gepackt. Ein Abenteuerbuch mit Moltebeeren, gebratenen Regenwürmern und einem Jungen, den das schlechte Gewissen plagt!

Was machen wir wenn wir erst abends raus können, weil die Terrasse zu heiß ist? – Vorlesen. Für den Kerle Romane und fürs Töchting darf es dann auch schon mal das Hexenbuch zum einhundertdrölften mal sein. Hauptsache es macht allen Spaß – und das tut es!