Gedankenchaos

Feldenkrais

Dass die Bauchschmerzen jeden Morgen kommen und erst, wenn überhaupt, am späten Nachmittag verschwinden, daran habe ich mich gewöhnt. Scheint das doch ein Teil meiner Persönlichkeit zu sein. Ob Beruhigungstabletten, Tees etc. pp. wirken, daran zweifle ich – ist doch das alles auch schon ausprobiert worden. Feldenkraisübungen stehen ab sofort wieder täglich auf meiner Agenda. Feldenkrais beruht auf der Annahme, dass die meisten Menschen in bestimmten Situationen immer wieder die gleichen Bewegungsmuster vollführen. Das Gehirn hat gelernt, diese Bewegung automatisch abzurufen. Leider gilt das auch für ungesunde Bewegungsabläufe und Fehlhaltungen – und da ich leider immer den Nacken einziehe, wegducke und den Bauch verkrampfe, möchte ich mit diesen entspannenden Techniken mehr und mehr zur Ruhe kommen und gleichzeitig fitter werden. Vor Jahren habe ich Feldenkrais entdeckt – es hat mir immer gutgetan. Schon dieses kleine ‚machen‘ gestern und heute war wohltuend.

Überhaupt will ich meine wiederkehrenden Muster aufbrechen. Sicher, manches kann ich nicht ändern – will ich auch nicht, aber ich möchte nicht mehr so abhängig von einem bestimmten Menschen sein. Möchte nicht, dass jemand Macht über mich besitzt.

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QiGong möchte ich dennoch nicht missen. Obwohl die Philosophie dahinter nicht so ganz die meine ist. Vielleicht muss ich tatsächlich loslassen. Aber genau das fällt mir schwer. Loslassen, ohne zu wissen, was danach kommt! Wissen, Wissen ist Macht – und die Macht über mich möchte ich zurück!

Gedicht, Junioren

ein Morgen

Ein Morgen wie gewaschen
der Himmel noch mit Lauge bedeckt
sonnengrauverhangene Gedanken
pustet der Wind

Nachtschlafende Gefühle erwachen
kitzeln zaghaft an der Nase
die junge Frau im gelben
Regenmantel eilt vorbei

Maibrückentage
Milch fehlt, auch Kakao
der Notaufnahmetag fehlt
beim einkaufen

In den Juniorenzimmern erwacht
das Leben

© piri ulbrich

Gedankenchaos, Kuddelmuddel

Gute Nachtengel

Der Engel sitzt auf dem Schiff, das weiß ich. Auch wenn ich ihn natürlich nicht sehe. Das Schiff ist viel zu weit weg. Und ob man einen Engel sehen kann, ist sowieso nie ganz sicher. Mal ist er sichtbar, mal nicht. Aber sicher bin ich, dass er winkt. Weil ich das an einem Tag wie diesem brauche. An dem alles wie nichts ist. Obwohl die Sonne scheint. Obwohl der Strand noch leer ist und obwohl es wirklich schlechtere Orte gibt als diesen hier. Der Engel winkt, weil ich nicht vergessen soll, dass da draußen die Welt ist, und dass dieser Fluss mittendurch fliest. Und dass am Ende des Flusses das Meer liegt, und dass dahinter wieder ein Ufer kommt, an dem ein anderer Mensch sitzt und in die Ferne schaut. Und dass unsere Blicke sich treffen, irgendwo in der Mitte.