Behinderung, Familie, Gedankenchaos, Junioren, Kuddelmuddel

auf und ab

Mein Seelenleben fährt wieder Achterbahn! Mich plagt schlechtes Gewissen. Ich habe schon wieder Angst niemanden gerecht zu werden. Wenn etwas besonders gelungen war – auch mit defekten Aufzügen an beiden Bahnhöfen und dem resultierenden Treppensteigen mit Rollstühlen – ganz schön anstrengend, sag ich euch. Mit einem abgeschlossenen Klo, für das der genormte Euroschlüssel nicht passt und Wiebke fast in die Hose gemacht hätte. Mit Junioren, die bei extremer Hitze animiert werden müssen zu trinken. Wenn so ein gemeistertes Wochenende vorbei ist, dann falle ich tief. Die Anspannung ist weg. Der normale Alltag hat genügend Spannung, und die wird dann, wie der berühmte Tropfen zu viel. Ich muss, so sagt Wiebke und sie kann es kognitiv nicht verstehen, schnell ein neues Tablet besorgen. Mit dem Sozialamt habe ich obendrein auch noch Ärger. Carsten hat mal wieder abgenommen, obwohl es ihm offensichtlich kognitiv gut geht. Aber der Körper ist extrem schwach. Inzwischen habe ich mir unter dem Stress meine Unterschenkel aufgekratzt – die Neurodermitis blüht. 

Es wäre jetzt so schön, wenn jemand mit mir hier sitzen würde… Entschuldigt diese Momentaufnahme, relativiert es bitte nicht. Ich weiß selbst, dass andere Menschen auch Stress und Kummer haben. 

Gedankenchaos, Kuddelmuddel

kapier‘s doch endlich

Akzeptier’s doch endlich!
Nimm’s an!
Ändert nichts, wenn du dauernd darauf herum kaust.
Hast eine schöne Zeit gehabt, verlang doch nicht immer noch mehr!

So manchen Spruch kann ich nachts, wenn ich geweckt werde/aufwache, mir selbst im Halbschlaf aufsagen. Ich höre dabei die genervten Stimmen derer, denen ich von meiner Angst erzählen möchte. Dann fange ich gar nicht erst an, dass ich nach schönen Tagen in ein Loch falle. Besonders wenn ich allein bin. Es klingt so überaus anspruchsvoll…

Gedankenchaos, Kuddelmuddel

Sonntagsgedanken

Das Leben ist das was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu machen. | John Lennon

Was für Pläne machen wir denn? Sollten wir überhaupt Pläne machen? Ist es nicht besser – in unserem Fall  – heute einfach den Tag so zu nehmen, wie er kommt?  Ich müsste noch. Sollte noch. Will noch. Darf ich das auch? Oder stehe ich mir selbst im Weg? Sind es zu viele Vorhaben? Zu viel Druck? Machen es die Junioren besser, wenn sie in den Tag hineintrödeln. Sollte ich nicht dafür sorgen, dass sie nach Draußen kommen, an die frische Luft? Jedenfalls sind meine Pläne perdu. Hier liegt ein Buch, eins mit guten Sprüchen – Sprüche haben immer einen wahren Kern. Ich mag Sprüche. Nur keine, die mir statt Antworten gegeben werden. 

Wiebke mag das liebevoll gekochte Mittagessen nicht, auch keinen Kuchen – dieser Plan vom schönen Sonntagsessen ist gescheitert. Sie isst Himbeeren, trinkt Kakao und ist fröhlich dabei. Carsten will vorschlafen. Am Abend ist das EM-Endspiel. Den geplanten Spaziergang kann ich k(n)icken.

Gestern hatten wir auch keinen Plan und gestern hatten wir mit der quirligen jungen Frau ein paar schöne Stunden…

Meine Worte verflogen im Gewirr des Sonntagnachmittag | petra ulbrich