Diese Stimme ist einfach immer noch stark! 70 Jahre ist die Dame inzwischen. Einst war sie Geliebte von Mick Jagger, aber dem hat sie sich längst entzogen. Carsten meinte zu dem Song: „Ach, das gefällt mir auch!“
Diese Stimme ist einfach immer noch stark! 70 Jahre ist die Dame inzwischen. Einst war sie Geliebte von Mick Jagger, aber dem hat sie sich längst entzogen. Carsten meinte zu dem Song: „Ach, das gefällt mir auch!“
Heute Morgen war die Unruhe greifbar. Nach einer Woche Ferien fällt es den Junioren schwer in die Werkstatt zu fahren. Sie dürfen eine Viertelstunde länger im Bett bleiben, weil niemand baden muss – wie er morgen aussieht, wer morgen badet, das wird sich zeigen. Gestern hatte der Helfer abgesagt, der mit uns nach Leipzig zum Humangenetischen Institut waren wollte. Er hatte mit der, mit mir zerstrittenen, Helferin gesprochen. Meine Sicht der Dinge kannte er nicht. Gleich werden wir miteinander reden. Aber schon gestern gab er mir, nach einem Telefongespräch, die Zusagen, dass er doch mitfährt.
Ich möchte endlich diese unschön endende Episode abschließen – ich kann nicht mehr! Es geht auf Kosten der Junioren.
Carstens schöne Winterjacke ist in der Freizeit verlorengegangen. Er hat seinen Schlafelch verschenkt und vermisst ihn jetzt sehr. Wiebkes orthopädische Schuhe drücken, ihr Hautausschlag ist noch immer da und ich habe überhaupt keine Ahnung woher er kommen könnte. Carsten hat in der Freizeit abgenommen.
Der normale Alltag ist wieder eingekehrt und täglich grüßt das Murmeltier.
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Fließendes Engelhaar
Eis-Schlösser hoch in der Luft
und gefiederte Schluchten –
so habe ich die Wolken gesehen
Aber jetzt verdecken sie die Sonne
sie lassen es regnen und schneien
was hätte ich alles erreichen können
aber Wolken waren mir im Weg
Ich habe die Wolken von beiden Seiten gesehen
von oben und unten und immer noch
erinnere ich mich gerne
an die wolkigen Luftillusionen
aber wirklich verstehen kann ich sie nicht
Junimonde und Riesenräder
das schwindelerregende Glücksgefühl
wenn alle Märchen wahr werden –
so habe ich die Liebe gesehen
aber jetzt geht es um etwas anderes
du lachst, wenn du gehst
und wenn es dir etwas ausmacht,
dann zeigst du es nicht
Gib nicht zu viel von dir preis.
Ich habe die Liebe von beiden Seiten gesehen
Geben und Nehmen und immer noch
erinnere ich mich gerne an
die Illusionen der Liebe
aber wirklich verstehen kann ich sie nicht
Tränen, Angst und Stolz
laut „Ich liebe dich“ zu sagen
Träume, Schäume und große Pläne,
so habe ich das Leben gesehen
Aber jetzt benehmen sich meine Freunde merkwürdig
Sie sagen, ich hätte mich verändert
immer ist etwas verloren und etwas gewonnen
an jedem Tag des Lebens.
Ich habe das Leben von beiden Seiten gesehen
gewinnen und verlieren und irgendwie
erinnere ich mich ich vor allem
an die Illusionen des Lebens
was Leben wirklich heißt, weiß ich nicht.
Der letzte Applaus ist verklungen. Es hängt nur noch der letzte Ton im Raum. Die Musiker packen ihre Instrumente zusammen und die Sänger liegen sich wahrscheinlich hinter der Bühne in den Armen…
Wiebke sagt ganz leise, sehr andachtsvoll: „Noch mal!“ Ich möchte ihr so gerne zustimmen. Aber ich weiß auch, dass die Akteure auf der Bühne fertig, ausgepowert sind und endlich zur Ruhe kommen wollen.
Was will Wiebke noch mal hören? Was will Carsten noch einmal dirigieren? Wo waren wir heute Nachmittag? Wir hatten eine Einladung von einer Posaunistin einer Musikschule. Heute Nachmittag haben Schüler 2er Musikschulen ‚Die Zauberflöte‘ aufgeführt – in einer zeitgemäßen Fassung mit Monostatos als Punker – köstlich. Aber nicht nur die Darbietung war gut. Die Stimmen, allesamt sehr junge, waren ausgezeichnet. Papageno hervorragend auch in seiner darstellerischen Leistung. Immer wieder musste ich kichern. Man sah diesem jungen Sänger an, dass er selbst eine Mordgaudi hatte.
Wir hatten aber auch gute Plätze. Direkt hinter dem Orchester, das für die anderen Zuschauer – wir waren sozusagen VIP – hinter einer Plexiglaswand spielte, mit bester Sicht auf die Bühne, die keine große Kulisse hatte. Ein Beamer warf passende Bilder an die Wand – mehr bedarf es auch gar nicht, die eigene Fantasie malte die Szenen.
Jeder Zuschauer/Zuhörer ging nach zweieinhalb Stunden begeistert aus einer simplen Stadthalle in den Abend. Es war wunderschön. Im Auto hat meine Freundin mit den Junioren: Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich … gesungen und ich hätte zu gerne dazu getanzt, aber ich musste ja fahren!
Noch mal, bitte, bitte Mama, noch mal! Vielleicht schaffen wir es in der Adventszeit ein Ballett zu sehen! Mir schwebt ‚Der Nusskacker‘ im Kopf herum!