Ich lasse es nicht mehr zu, dass man mich aufschlägt wie ein Buch und darin liest.
Manche Menschen sagen, dass sie in meinem Gesicht lesen können. Wenn sie das meinen!
Ich lasse es nicht mehr zu, dass man mich aufschlägt wie ein Buch und darin liest.
Manche Menschen sagen, dass sie in meinem Gesicht lesen können. Wenn sie das meinen!
Das ist eigentlich schon ein Anachronismus, denn pflegende Angehörige können es sich nicht wirklich leisten, müde zu sein! Jedenfalls tagsüber nicht. Sie sollten tunlichst nachts schlafen.
Was ist aber, wenn diejenigen, die gepflegt werden sollen, nachts nicht schlafen? Was ist, wenn man aus verschiedensten Gründen nicht schlafen kann. Wenn man z. B. einen Lagerungswechsel machen muss, weil sonst der zu Pflegende Druckstellen bekommt? Schiete was, oder? Mein Töchting hat gestern das nächtliche Gewitter angeschnauzt, es solle doch endlich aufhören zu blitzdonnern, sie wolle schließlich pennen. Wenn der Kerle sich zwar keinen Deut darum schert, aber gedreht werden muss, dann ist mein Schlaf sowieso unterbrochen.
Wenn ich denn hätte wenigstens heute Vormittag schlafen können! Aber da hatte ich einen Arztbesuch, auf den ich ein halbes Jahr gewartet habe. Mal wieder könnte ich im Stehen einschlafen, wenn ich es denn dürfte. Aber wer bringt dann den Kerle und das Töchting ins Bett?
Eins weiß ich, heute werde ich die Junioren bitten – und ich bin mir sicher, sie erfüllen mir den Wunsch – nach der Tagesschau ins Bett zu gehen. Schlafen müssen sie ja nicht, aber ein bisschen von der Bildfläche verschwinden!
… oder der Tag fängt gestresst an!
Mein Töchting hat ein Faible für Ringe. Für Ringe jeder Art. Es müssen keine goldenen sein. Wenn sie glänzen, ist das ein Vorteil. Wenn sie ein Steinchen haben, dann ist die kleine Frau glücklich! Nur, und damit beginnt der Stress am frühen Morgen, nur wenn mein Töchting den Ring, der für den Ringfinger gedacht ist, auf den Mittelfinger steckt, dieser dick wird und der olle Ring nicht mehr heruntergezogen werden kann, dann ist’s im wahrsten Sinne des Wortes eng!
Schon am Morgen habe ich alles versucht. Creme, viel Creme – funktionierte nicht. Fadentechnik lies meine Tochter nicht zu. Sie wollte kein Band um den Finger gewickelt haben. Einen scharfen Seitenschneider besitze ich nicht! Was war ich froh, als eine angehende Heilerzieherin aus der Werkstatt anrief, dass sie dort den Ring abgezwickt hat.
∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·
Irgendwie ist das jetzt gar kein Fragment mehr.
∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·
Himbeeren gibt es! Der Kerle isst, isst Himbeeren. So schön.
Mücken gibt es! Allein drei Stiche dieser Viecher habe ich im Gesicht.
Eis gibt es und Schokolade.
Dicke Finger gibts zum Glück keine (mehr). Dafür Füße, die anschwellen und im Wasser baden.
Hunger hab ich keinen, dafür umso mehr Durst.