Kuddelmuddel

keine Antworten

So schön die Momente gestern auch waren – unterwegs – so schön der Nachmittag mit den Junioren auf der Terrasse war, so sehr war ich dann doch am Abend alleine. Mein Vorhaben aufs Weinfest zu gehen wurde durch die Alpträume des Kerles boykottiert, ich habe mich nicht getraut die Junioren alleine daheim zu lassen.

Es tut mir leid, ich werde aus diesen Gründen, des Wehdams willen, der Traurigkeit, des Alleinseins und meiner Eigenwilligkeiten wegen, nicht auf eure Kommentare antworten.

Auch heute werde ich wieder meinen Sohn vertrösten müssen, dass wir dieses und jenes nicht machen können, weil uns geeignete Helfer fehlen. Meiner Tochter werde ich sagen müssen, dass wir nicht einfach so verreisen können, wie wir es mit dem Papa immer gemacht haben. Ich werde beide alleine anziehen, sie motivieren, ihnen Essen einreden und hoffen, dass sie trinken. Dann werde ich sie ins Auto setzen, die Rollstühle einladen, bei der Gartenschau einen Parkplatz suchen, ausladen, in den Rolli setzen und dann die Bühne suchen. Ich mache alles sehr gerne. Aber wenn dann, wie gestern, jemand sieht, dass ich mich abmühe meine Junioren auf die Bühne zu bringen und ich um Hilfe bitte, dann nur gesagt bekomme, dass sie was anderes zu tun hätten, dann überkommt mich doch der hochheilige Zorn, der sich sehr schnell in Trauer wandelt. Ich vermisse meinen Mann. Er wäre so stolz gewesen! …und es wäre leichter!

Kuddelmuddel

Manchmal

Manchmal ist das Leben so, dass man einfach nichts zu erzählen hat. Oder einfach nichts erzählen will. So gehts mir gerade. Das, was ich zu berichten hätte ist wenig internettauglich, mein Innerstes nach Außen kehren will ich nicht (mehr). Es ist viel los – vielleicht zu viel los, aber manchmal beklage ich mich über zu wenig! Deswegen werde ich nicht in die Leier verfallen …

Augenblicke – Kaprizen

Ich liebe diese Stunde, die anders ist, kommt und geht. Nein, nicht die Stunde, diesen Augenblick liebe ich, der so still ist. Diesen Anfangs-Augenblick, diese Initiale der Stille, diesen ersten Stern, diesen Anfang.

Ich liebe dieses Etwas in mir, das aufsteht, wie junge Mädchen aufstehen in ihrer weißen Mansarde. In der weißen Mansarde, in der sie wohnen, seit sie erwachsen sind. Oh, das kam eines Tages sehr geschwind und dann verwandelte sich das ganze Haus.

Nun aber ist die weiße Mansarde das Leben und wenn man am Morgen an das immer offene Fenster tritt, so sieht man die Welt. Große Bäume sieht man, die immer noch wachsen, Vögel sieht man und große Zweige schwanken von ihrem Abflug, und es ist, als wäre der Wind in einem Tier und in den Stämmen die Stille.

Ich liebe diesen Wind, diesen weiten verwandelnden Wind, der dem Frühling vorangeht. Ich liebe das Geräusch dieses Windes und seine ferne Gebärde, die mitten durch alle Dinge geht als wären sie nicht.

Diese Nacht liebe ich. Nein, nicht diese Nacht, diesen Nachtanfang, diese eine lange Anfangszeile der Nacht, die ich nicht lesen werde, weil sie kein Buch für Anfänger ist.

Diesen Augenblick liebe ich, der nun vorüber ist und von dem ich, da er verging, fühlte, dass er erst sein wird.

Rainer Maria Rilke