Behinderung, Gedankenchaos, Junioren

Angst und Körper

Mein Körper hat gelernt, Angst zu haben. Nicht vor dem Leben. Vor dem, was immer wieder passiert. Es ist verrückt, wie der Körper irgendwann Dinge erkennt, bevor der Kopf überhaupt hinterherkommt.

Eine bestimmte Absenderadresse. Ein Anruf. Ein Schreiben. Ein Termin.

Und innerhalb von Sekunden ist dieses Gefühl wieder da. Nicht, weil genau in diesem Moment etwas Schlimmes passiert. Sondern weil es in den vergangenen Jahren einfach oft genug passiert ist. Wenn Hilfen plötzlich wegbrechen. Wenn Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden. Wenn Entscheidungen über deine Junioren getroffen werden und du weißt, dass du die Konsequenzen auffangen musst. Wenn du immer wieder kämpfen musst für Dinge, die eigentlich längst geklärt sein sollten.

Irgendwann ist das nicht mehr „nur Bürokratie“. Es macht etwas mit einem.

Mit dem Schlaf. Mit der Konzentration. Mit dem Magen. Mit der Anspannung. Mit dem Gefühl von Sicherheit.

Und vielleicht ist genau das etwas, worüber wir viel zu selten sprechen: Was kostet es einen Menschen körperlich, jahrelang funktionieren und kämpfen zu müssen?

Veröffentlicht von piri

✉️ Ihr dürft mir gerne eine E-Mail schreiben. ✉️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mirund meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.

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