Angst und Körper

Mein Körper hat gelernt, Angst zu haben. Nicht vor dem Leben. Vor dem, was immer wieder passiert. Es ist verrückt, wie der Körper irgendwann Dinge erkennt, bevor der Kopf überhaupt hinterherkommt.

Eine bestimmte Absenderadresse. Ein Anruf. Ein Schreiben. Ein Termin.

Und innerhalb von Sekunden ist dieses Gefühl wieder da. Nicht, weil genau in diesem Moment etwas Schlimmes passiert. Sondern weil es in den vergangenen Jahren einfach oft genug passiert ist. Wenn Hilfen plötzlich wegbrechen. Wenn Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden. Wenn Entscheidungen über deine Junioren getroffen werden und du weißt, dass du die Konsequenzen auffangen musst. Wenn du immer wieder kämpfen musst für Dinge, die eigentlich längst geklärt sein sollten.

Irgendwann ist das nicht mehr „nur Bürokratie“. Es macht etwas mit einem.

Mit dem Schlaf. Mit der Konzentration. Mit dem Magen. Mit der Anspannung. Mit dem Gefühl von Sicherheit.

Und vielleicht ist genau das etwas, worüber wir viel zu selten sprechen: Was kostet es einen Menschen körperlich, jahrelang funktionieren und kämpfen zu müssen?

Kommentare unterliegen meiner Zustimmung! Alles was mich triggert, und das ist meine Entscheidung (auch wenn sich einige dann gekränkt fühlen), wird nicht freigeschaltet. ❤️ Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig! In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder.

Kategorien: Behinderung, Gedankenchaos, Junioren

2 Kommentare

  1. Es hinterlässt Spuren, die sich, vorerst unbemerkt, tief eingraben, was es umso gefährlicher machen kann.

    Und plötzlich werden die Kapazitäten knapp, die Luft dünner, selbst die Einsamkeit fühlt sich einsamer an.

    Es sollte dringend mehr darüber gesprochen werden, aber die Zeichen lassen eher das Gegenteil vermuten.

    Unsichtbar werden, sobald du nicht mehr kannst, egal, wie es dazu gekommen ist.

    So empfinde ich das zZ, hätte ich mir nicht träumen lassen, mal an so einem Punkt anzukommen, es dauert inzwischen so viel länger, wieder Energie aufzuladen.

    Entschuldige, etwas duster heute…

Copyright © 2026 voller worte

Theme von Anders Norén — ↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.