Ich weiß, dass du nicht auf dem Friedhof bist. Ich weiß, dass du mir nicht helfen kannst. Aber wo bist du? Ich suche dich! Und ich finde dich nicht. Am Anfang warst du im Regentropfen, der in der Tanne hing, du warst im Staub, der im Haus herumwirbelte. Auf dem Mark Knopfler Konzert, ein Dreivierteljahr nach deinem Tod warst du im Blättermeer dabei. Irgendwann warst du verschwunden, hast dich aus dem Staub gemacht und meine Sehnsucht wuchs. Dann haben mir Menschen gesagt, dass es nun an der Zeit wäre, das Trauern einzustellen und ich hatte noch gar nicht richtig anfangen können.
Im Ehebett konnte ich nicht schlafen, deine Seite war so leer – im neuen Bett kann ich nicht schlafen, deine Seite gibt es nicht mehr. Du bist mir abhanden gekommen. Wann? Wo? Was waren die Umstände?
Natürlich vermisse ich deine Berührungen, die Streitgespräche, dein Zuhören, auch deine Hilfe fehlt mir sehr – aber deine Wärme, deinen mir nicht immer verständlichen Witz, das vermisse ich noch viel mehr. Sind es die kalten Nächte, die einsam machen oder sind es die einsamen Nächte, die sie so kalt erscheinen lassen?
Wo bist du? Bist du in meinem Herzen? Dann hast du dich gut versteckt! Bist du in meinem Kopf? Dann dreh dich doch nicht immer im Kreis und guck mich einmal an, damit ich endlich Abschied nehmen kann…
18. November 2025 13:12 — 13:12
So sehnsuchtsvoll!
18. November 2025 14:51 — 14:51
Wow,,,,
18. November 2025 15:29 — 15:29
Was ist da für dich: wow?
18. November 2025 17:00 — 17:00
Berührend und stark geschrieben.
Liebe Grüße
Amélie
18. November 2025 18:39 — 18:39
Fühl dich von mir in den Arm genommen.
18. November 2025 18:40 — 18:40
Liebe die nachklingt – selbst im Verlust. Man spürt in deinen Worten, wie groß die Lücke geblieben ist. Deine Worte haben mich still werden lassen. Danke fürs Teilen.
18. November 2025 22:53 — 22:53
„Am Anfang … warst du im Staub, der im Haus herumwirbelte.“ „… hast dich aus dem Staub gemacht.“
Es wird so real in deinen Worten, so nah. Danke fürs Teilen.
19. November 2025 16:55 — 16:55
Abschied ist kein Schnitt.
Eher ein langsames Verschieben,
ein Umlagern von außen nach innen,
wo niemand sieht, wie du jemanden hältst,
der nicht mehr da ist.
Trauer kommt wie Wetter,
stößt Türen auf,
zieht sich zurück,
lässt etwas stehen, das du nicht benennen kannst.
Du musst nicht dagegen anleben.
Nur atmen, wenn wieder Platz wird.
Vielleicht geht es darum,
dem Verlust einen Raum zu geben,
einen kleinen,
nicht größer als nötig,
damit er dich nicht ganz bewohnt.
Einen Raum,
den du aufsuchen kannst,
ohne darin zu verschwinden.
Es ist erlaubt,
gleichzeitig zu lachen und
zu fehlen.
Das Leben kennt solche Doppelstimmen.
Es weiß, wie das geht.
Der Mensch, den du liebst,
bleibt nicht in der Vergangenheit stehen.
Er wandert mit,
unhörbar,
verändert die Linien deiner Tage,
manchmal ein Schatten,
manchmal ein Lichtpunkt.
Abschied ist vielleicht
kein Ende,
sondern eine andere Art
des Mitführens.
Nicht ohne Trauer,
aber ohne, dass sie alles überdeckt.
Du musst nichts loslassen.
Nur lernen,
wie man trägt,
ohne daran zu brechen.
© Anne Seltmann
20. November 2025 0:28 — 00:28
Für immer gegangen … die Liebe bleibt. Und die Sehnsucht.
20. November 2025 10:54 — 10:54
Ich finde es faszinierend, wie du deine Gefühle beschreiben kannst.
Einfach berührend.