Behinderung, Gedankenchaos, Junioren

degradiert

Sehr lange Zeit ging es mir nicht gut.

– Oh verdammt, wie schreibe ich das jetzt, dass es nicht als allgemeiner Vorwurf gewertet wird? Und wie schreibe ich es einigermaßen anonym? –

Mir, beziehungsweise den Junioren sind Teilhabegelder zusammengestrichen worden. Auch deswegen, weil wir nicht genügend Helfer*innen haben. Ich war überfordert in den Verhandlungen und hatte, und habe noch, Angst vor einer bestimmten Person. Jetzt schreibt mich diese Person an, ob ich nicht einen Teil der rechtlichen Betreuung der Junioren in andere Hände geben möchte!

Auch jetzt während ich das hier schreibe zittern mir die Knie deswegen. Ich fühle mich bevormundet, fühle mich als nicht handlungsfähig angesehen und empfinde es als eine Übergriffigkeit sondergleichen. Tatsächlich fühle ich mich degradiert.

Ich weiß, dass ich nicht ewig so weitermachen kann, aber mein Wunsch ist es nicht die Entscheidungen aus der Hand zu geben, solange ich noch selbst agieren kann. Mein Wunsch ist, dass ich jemanden habe mit dem ich mich austauschen kann und der gegebenenfalls mit meinem Vertrauen handelt, wenn ich es nicht mehr kann!

Mir laufen die Tränen, ob dieser Bevormundung. Ich fühle mich gerade wieder sehr angstvoll und klein.

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18:09 Uhr – bevor ich eure Kommentare freischalte, möchte ich sagen, dass ich im Moment diese nicht beantworten kann. Eventuell punktuell später. Ich danke euch jetzt schon sehr für diese Kommentare!

Alltag, Familie, Gedankenchaos

was bei mir so an den Wänden hängt

Im Frühjahr ist mir dieser Spruch begegnet. Keine Ahnung mehr wo. Damals habe ich die unsäglich Tagesklinikerfahrung gemacht. Statt mich aufzubauen, wurde ich dort als renitent und nicht therapierbar eingeschätzt. Sie wollten mir unbedingt einreden, dass ich depressiv sei. Die Erzählungen der alten Leute passten so gar nicht zu mir – ich fand mich nicht wieder. Meine Ängste wurden nicht ernst genommen und meine Neurodivergenz, und mein Autismus wurde als überkritisches Getue abgetan. Mir wurde Unhöflichkeit attestiert und Wortklauberei. Diese Indoktrination hat bei mir Spuren hinterlassen. Ich konnte mir selbst kaum noch trauen und zugetraut habe ich mir immer weniger.

In der Tagesklinik war ich die, die andere Menschen aufgebaut hat, die ihnen zugehört hat – meine eigene Geschichte fand ich zu speziell und uninteressant für die anderen. 

Jetzt bin ich lange Zeit mit der Bewältigung von Behindertenproblemen beschäftigt gewesen. Das klärt sich! Zwar nicht so, wie ich es mir erhofft habe, aber immerhin ist ein Ende in Sicht. Ich kann also wieder mehr an mich selbst denken.

Als erstes habe ich meine Fitnessuhr aktiviert und sie sagt mir, dass meine BodyBattery extrem am Limit ist. Sie sagt mir auch, dass ich an normalen Tagen, ohne Spaziergang 10000 Schritte laufe – ich bin quasi immer in Bewegung. Eine Bekannte fragte mich letztens, ob ich denn auch mal 10 Minuten still sitzen könnte? Ob mir allerdings Yoga, Meditation oder autogenes Training hilft? Keine Ahnung. Ich würde gerne Feldenkrais machen.  Aber es gibt vormittags keine Kurse und abends kann ich nicht. Wie kann ich cool bleiben, ohne langweilig zu werden?

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Ach ich bin froh, wieder Kuddelmuddelbeiträge schreiben zu können – wenn ihr auch nichts kapiert (nicht böse gemeint), so bin ich’s doch wenigstens los!

Familie, Gedankenchaos

mein Ring

Es ist kein gutes Foto – ich hoffe aber dennoch, man kann erkennen, dass dieser Ring noch einen anderen Ring in sich trägt.

Es ist mein Ehering und ich habe ihn selbst entworfen, mir allerdings bei der Umsetzung Hilfe geholt. Alleine fehlte mir das KnowHow dazu.  Als unsere Ehe anfing starr zu werden, wollte ich eine starke Symbolik.

Ein Ring mit drehbaren Mittelring aus Silber, der sich in der Führung eines äußeren goldene frei bewegen kann. Mir schwebte vor, dass das Leben immer in Bewegung bleiben sollte, sich aber geführt in einem geschützten Rahmen bewegt.

Immer wieder drehe ich den mittleren Ring. Nie bleibt er starr, aber er kann auch nicht ausbrechen. Dieser Ring ist gehalten. Auch nach dem Tod von MamS trage ich meinen Ehering immer noch gerne. Eine Weile habe ich auch den meines Mannes, umgearbeitet als Schließe einer Kette, getragen. Das brauche ich nicht mehr…