Schlagwort: Behindertenarbeit

hysterisch

Als es eben wieder anfing sehr stark zu regnen habe ich kurz geschrien, bin in Panik nach draußen gelaufen und wollte die Teppiche reinholen. Das habe ich auch geschafft. Die Musikerkollegin von der Band der Junioren war gerade da und hat geholfen. Dieser Starkregen fiel milde aus – er wurde keiner – aber es regnet immer noch leise vor sich hin. Der eine Wollteppich hängt nun über dem Treppengeländer, der aus Kunstfaser ist schon fast trocken. Im Keller müffelt es, mein Töchting ist in ihr Zimmer geflüchtet, der Kerle ins Bett, ich kaue Fingernägel und schwebe 10 cm übern Boden, weil meine wackligen Knie aus den verschiedensten Gründen mich nicht tragen können. Carsten hat heute mit Mühe und Not eine Handvoll Kekse gegessen, Wiebke isst justament einen Quark. Wenn es blitzt und donnert, etwas heftiger regnet, dann spüre ich eine leichte Ängstlichkeit bei den Junioren. Das Buch übers Wetter, wie Gewitter und Regen entsteht musste ich mit dem Töchting 2einhalb mal angucken – bis es blitze! Dann raste sie ins Zimmer und die Tür war zu. Der Kerle sagte: „Du Mama, das will ich gar nicht so genau wieder wissen. Das, was ich weiß, das reicht mir schon!“

Ich habe gewaschen, ein bisschen umgeräumt, Katzenstreu um die Möbel verteilt und bin hundemüde. Falls heute Nacht die Feuerwehr von Gegenüber wieder ausrückt, dann bin ich die beste und lauteste Sirene!

21:16:19 Nachtrag:

 

The Doors

Ich bin großer Fan von Jim Morrison, seine laszive Art mag ich sehr und in Paris habe ich sein Grab besucht. Gestern gab es  auf ARTE einen Themenabend!

Manchmal habe ich das Gefühl das Leben rauscht an mir vorbei. Warum bin ich nur so unzufrieden? Aber wenn meine Junioren Pläne haben und ich immer wieder sagen muss: „Das können wir nicht, weil niemand da ist, der oder die uns begleitet!“, dann tut mir das weh. Wir wollen auch in Urlaub fahren oder essen gehen – ja sogar der Kerle mag gerne essen gehen … Teilhabe am Leben haben. Ich habe es schon mal geschrieben, Corona trennt die Menschen von den Menschen! Und leider wird es sehr lange dauern bis  wenigstens etwas Normalität wieder kommt.

wir mittendrin

… und es tangiert mich nur am Rande. Schlecht geschlafen, habe ich gut. Immer wieder wurde ich in der Nacht wach, voller Sorge um den kotzenden Carsten und sein nicht essen können oder wollen. Meine körperlichen Symptome möchte ich nicht schildern, will hier keinen Voyeurismus fördern. Wenn ich nachdenke, dass hier Menschen mitlesen, die hier lesen um zu gaffen, dann wird mir schlecht. Es gibt zum Glück auch andere!

Heute Morgen werde ich wieder geimpft und ich habe ein bisschen Schiss vor den Nebenwirkungen. Beim ersten Mal konnte ich am Abend meine Junioren nur sehr eingeschränkt versorgen. Mit Hilfe einer Freundin ging es dann. Heute ist diese Freundin auf einem Seminar in der Landeshauptstadt und andere können körperlich nicht helfen. Ein Pflegeteam wollte ich nicht prophylaktisch anfordern – möglicherweise brauche ich sie ja doch nicht. Wird schon schief gehen, ist immer gut gegangen. Ich habe Vertrauen in mich, ich schaffe das. Der Preis dafür? Spielt keine Rolle. Interessiert niemanden! Im Vergleich zu meinen anderen Sorgen ist diese Impfung ein Klacks.

Gestern Abend war hier Unwetter. Die Welt schien unterzugehen. Es regnete quer, Wasser schoß aus den Gullys, der Abfluss gluckerte und zum Glück war hier kein Wasser ins Haus geflossen. Die Feuerwehr von Gegenüber musste ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen und Keller leer zu pumpen. So, wie es draußen aussah, so chaotisch ist es in mir drin. Alles da – Angst und Freude, Vernunft und Emotionen – mal überwiegt das eine, mal das andere. Achterbahnfahrten mag ich nicht, hatte ich gestern schon geschrieben. Vermutlich ist das aber mein Leben und ein anderes habe ich nicht. Ergo muss, darf ich da durch …

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