Gedankenchaos, Kuddelmuddel

schreiben

Wenn ich nicht schreiben könnte, würde ich vielleicht krank. Sicher ist: Ich brauche es. Und es braucht wohl auch mich …

Heute schreibe ich, weil ich schreiben will, einfach so. Wort für Wort drauflos. Ohne Sinn und Verstand.

Heute schreibe ich, um mir zu beweisen, dass ich es kann.  

Heute schreibe ich, weil ich gemerkt habe, dass meine Selbstzweifel überhand nehmen, weil ich denke, ich kann nicht mehr schreiben.

Heute schreibe ich, weil ich aufschreiben möchte, dass die letzte Zeit Scheiße war und mir das gar nicht gefällt. Drama ist nicht gut, aber Drama kann ich.

Heute schreibe ich, weil das völlig egal ist, denn an manchen Umständen kann ich nichts ändern. 

Ich schreibe auch, um mir ein Lächeln abzuringen, hatte ich doch in letzter Zeit wenig zu lachen. Wenigstens lächeln und dem Leben trotzen.

Heute schreibe ich, weil ich es kann. Vielleicht schreibe ich auch um es der Angst zu zeigen, der Unsicherheit entgegen und auch ein bisschen aus Langeweile heraus.

Heute schreibe ich auch, damit hier was steht. 

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Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

7 Gedanken zu „schreiben“

  1. Jane sagt:

    Schreiben hilft – fast immer.

  2. Anne Seltmann sagt:

    Dieser Text hat mir gefallen, gerade weil er nicht versucht, stark zu wirken. Er ist ehrlich. Fast so, als würde jemand die Tür einen Spalt öffnen und sagen: „So sieht es gerade in mir aus.“
    Besonders berührt hat mich der Gedanke, trotz aller Zweifel zu schreiben. Nicht weil die Worte perfekt sein müssen, sondern weil sie da sind. Weil Schreiben manchmal weniger mit Können zu tun hat als mit Weitermachen.
    Ich glaube, viele Schreibende kennen diese Phasen, in denen die eigene Stimme plötzlich fremd wirkt und jeder Satz von einem Fragezeichen begleitet wird. Umso schöner finde ich den Trotz, der in diesem Text steckt. Nicht laut, nicht kämpferisch, sondern beharrlich.
    „Heute schreibe ich, weil ich es kann.“
    Dieser Satz hat für mich etwas Tröstliches. Er erinnert daran, dass Schreiben nicht verschwindet, nur weil die Zuversicht eine Pause macht.
    Und vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieses Textes: Dass man nicht immer auf Inspiration warten muss. Manchmal reicht es, sich hinzusetzen und anzufangen. Wort für Wort. Satz für Satz. Gegen die Angst. Gegen die Zweifel. Und manchmal sogar gegen die Langeweile.
    Am Ende steht da nicht nur Text. Am Ende steht auch ein kleines Stück Selbstbehauptung.

    1. Margrit sagt:

      Das ist ein schöner Kommentar, der dem Text so sehr gerecht wird. Chapeau.

      1. piri sagt:

        Ja, so sehe ich das auch liebe Margrit. Überhaupt weiß ich Annes Kommentare immer sehr zu schätzen. Ich sehe, dass sie sich Gedanken macht und aufmerksam liest.

  3. Trude sagt:

    Schreiben hilft – einfach nur schreiben – mir immer wieder.

  4. andrea sagt:

    Dieses Schreiben-Übers-Schreiben (und sein „Warum“) gefällt mir sehr!

  5. Rosa sagt:

    Ja, und hier ist es gut aufgehoben und kommt bei den anderen an.

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