der Himmel hat auch Platz für Mäuse

… und Katzen, die sie fangen!

09:15 Uhr – Das Bild sieht niedlich aus und der Text scheint es auch zu sein. Nicht wirklich! Denn Mäuse sind Gedankenfresser, oder eher noch Gedankenzerfresser. 

Mal wieder möchte ich mir einreden, dass wenn jemand Probleme mit mir hat, ich nicht unbedingt das Problem sein muss. Genauso ist es natürlich auch andersrum. Da ist zum Beispiel der Handwerker der den Weg vorm Haus pflastert. Handwerker sind generell nett und sehr freundlich, stressen mich aber dennoch und ich kann in der Zeit, in der er draußen werkelt auch im Haus nichts tun, weil ich mich beobachtet fühle. Natürlich tut er es nicht. Er hat gar keine Veranlassung dazu. Allein die Tatsache, dass ein fremder/anderer Mensch hier ist, lässt meinen Puls höher schlagen. 

Um Himmels Willen, was bin ich kompliziert!

Seit Tagen stecke ich wieder in diesem Autismusdings. Verstärkt hat es die Reaktion meines Töchting auf dem Geburtstag unserer Freundin. Diese Situation hat mich getriggert und hochgefahren – nur finde ich jetzt den Abfahrtsgang nicht.

Kuddelmuddelgedankenchaosbeitrag hoch drei. Aber wenn ich schon über Autismus schreibe, dann muss das so sein!

09:38 Uhr – einen Telefonanruf schiebe ich vor mir her. Niemand reißt mir den Kopf ab, schon gar nicht durchs Telefon. Aber ich habe Angst vor den Antworten und Konsequenzen. Das Leben schreibt Romane. Manche spektakuläre Geschichten werden gerne gelesen, aber erleben wollen wir sie nicht wirklich.

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

Kategorien: Behinderung, Gedankenchaos

6 Kommentare

  1. Du machst das Unverständliche für Außenstehende greifbar.
    Du zeigst, wie widersprüchlich es sich anfühlt: rational zu wissen, dass niemand dich beobachtet oder bedroht – und dennoch körperlich gestresst zu sein.
    Ich erkenne so viel davon wieder.

  2. Wenn die Mäuse Gedankenzerfresser sind, wie gut, dass es die Katzen gibt.

  3. Ich kenne das Gefühl auch, wenn auch nicht so stark wie du. Ich möchte bestimmen, wie weit sich jemand Fremdes mir nähert.

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